Gründe den Ausbildungsplatz nicht zu wechseln

Die wichtigsten Gründe den Job/Ausbildungsplatz nicht zu wechseln 

Viele Azubis haben lange nach ihrer Ausbildungsstelle gesucht, unzählige Bewerbungen geschrieben, eine Reihe von Vorstellungsgesprächen geführt und vielleicht auch das eine oder andere Assessment-Center absolviert.

Hat es dann endlich mit einer Ausbildungsstelle geklappt, sind die Freude und die Erleichterung umso größer. Nun kann sich aber trotz aller anfänglichen Euphorie im Laufe der Zeit eine gewisse Unzufriedenheit einstellen, beispielsweise weil das Verhältnis zu dem Vorgesetzten und den Kollegen nicht stimmt oder die Erwartungen an den vermeintlichen Traumjob wohl doch zu hoch waren.

Ganz ähnlich kann es auch Arbeitnehmern gehen, die ihre Ausbildung erfolgreich absolviert haben und nun schon seit einiger Zeit in ihrem Beruf oder beim gleichen Arbeitgeber tätig sind. Meist stellt sich diese Variante der beruflichen Midlife-Crisis Ende 30 ein und es wird die Frage aufgeworfen, ob dies wirklich schon alles gewesen sein soll, was die berufliche Karriere zu bieten hat.

Natürlich kann ein Jobwechsel erfolgreich verlaufen und den großen beruflichen Durchbruch bringen. Und selbstverständlich ist es durchaus belastend, wenn der Job frustriert, es dauernd Stress mit dem Chef oder den Kollegen gibt und sich der Azubi oder der Arbeitnehmer regelrecht zur Arbeit quält. Aber bevor in einem Schnellschuss die Kündigung ausgesprochen wird, ist es sehr sinnvoll und ratsam, gründlich zu überlegen und die Entscheidung sorgfältig abzuwägen.

Nicht immer führt ein Neustart zu dem erhofften Ergebnis und außerdem gibt einige Argumente, die gegen einen Jobwechsel sprechen.

Hier die wichtigsten Gründe, den Job oder Ausbildungsplatz nicht zu wechseln, auf einen Blick:

Oft ist gar nicht der Job schuld.

In vielen Fällen begründet sich die Unzufriedenheit von Azubis und Arbeitnehmern gar nicht in dem Job an sich, sondern in der aktuellen Situation. Das bedeutet, dass der Job eigentlich Spaß macht und in Ordnung ist, nur das Umfeld nicht so wirklich passt oder das Aufgabengebiet nicht den Vorstellungen entspricht.

Es ist also in vielen Fällen gar nicht so, dass der völlig falsche Beruf gewählt wurde, sondern nur Kleinigkeiten für die Unzufriedenheit verantwortlich sind. Vor einer Kündigung ist es somit sinnvoll, eine Liste zu erstellen und genau festzulegen, wo die Kritikpunkte konkret liegen.

In den meisten Fällen ist es möglich, die Ist-Situation zu verändern, beispielsweise durch eine Versetzung in eine andere Abteilung, durch die Übernahme von neuen Aufgaben oder einfach nur durch ein klärendes Gespräch. 

Das größte Risiko bleibt auch nach einem Jobwechsel bestehen.

Es kann immer mal wieder zu Streitigkeiten mit dem Chef oder den Kollegen kommen und vermutlich niemand versteht sich mit allen seinen Kollegen gleich gut. Kleinere Unstimmigkeiten lassen sich in aller Regel durch ein Gespräch beseitigen und niemand erwartet, dass am Arbeitsplatz Freundschaften geschlossen werden.

Der größte Risikofaktor für die eigene berufliche Karriere sind und bleiben jedoch andere Menschen. Kollegen, die einem völlig unsympathisch sind, kann es aber in jeder Firma und somit auch am neuen Arbeitsplatz geben.

Insofern ist es sicher eine Überlegung wert, ob es nicht besser ist, zu bleiben und sich mit den bereits bekannten Gesichtern und deren Charakteren auseinanderzusetzen. 

Der Job ist nur der Job.

Ein typisches Argument, das immer wieder genannt wird, wenn es um einen Arbeitsplatzwechsel geht, lautet, dass die derzeitige Stelle keinen Spaß mehr macht,  nichts Reizvolles mehr bietet oder den Arbeitnehmer unterfordert.

Was viele dabei vergessen ist aber, dass es nicht zu den Aufgaben eines Arbeitgebers gehört, einen reizvollen Arbeitsplatz mit hohem Spaßfaktor zu schaffen, der den Arbeitnehmer oder den Azubi glücklich macht. Zunächst einmal besteht die Aufgabe des Arbeitgebers ausschließlich darin, die Leistungen, die der Arbeitnehmer oder Azubi erbringt, zu vergüten.

Natürlich soll der Arbeitnehmer oder Azubi gerne zur Arbeit kommen und seine Aufgaben motiviert erledigen, aber jeder erfahrene Chef wird für entsprechende Anreize sorgen, wenn er von der Unzufriedenheit seines Mitarbeiters weiß. Zudem kann der Arbeitnehmer nicht wissen, was ihn an seiner neuen Arbeitsstelle erwartet.

Am Anfang ist alles erst einmal besser, denn da greift noch der Reiz des Neuen. Nach einer gewissen Zeit kann sich aber auch hier die gleiche Langeweile einstellen wie am alten Arbeitsplatz.  

Ein neuer Job bedeutet auch eine neue Positionierung.

Auf den ersten Blick scheint es eine große Chance zu sein, als neuer Mitarbeiter in eine Firma zu kommen. Schließlich gibt es hier noch keine Vorgeschichte, keine Vorbehalte und ein echter Neustart ist möglich. Aber jeder, der neu in ein bestehendes Team kommt, wird als der oder die Neue zunächst einmal skeptisch unter die Lupe genommen.

Vor allem wenn ein Azubi seine Ausbildung in einem anderen Betrieb fortsetzen möchte, kann und wird kritisch hinterfragt werden, woran der Wechsel lag, ob wirklich der Chef und die Kollegen schuld waren oder ob der Azubi nicht selbst einen großen Teil dazu beigetragen hat.

Es gilt also, sich zu beweisen und sich auch gegen die anderen Kollegen durchzusetzen, gleichzeitig aber den Bogen nicht gleich zu überspannen. In der Praxis kann die vermeintlich große Chance der Neupositionierung somit ganz schön anstrengend werden. 

Ungerechtigkeit ist oft nur eine subjektive Empfindung.

Unzufriedenheit und das Gefühl, benachteiligt oder ungerecht behandelt zu werden, sind Empfindungen, die sich wissenschaftlich erklären lassen. Aus der Wahrnehmungspsychologie ist bekannt, dass Menschen dazu neigen, positive Aspekte als selbstverständlich und kaum bewusst wahrzunehmen, während negative Aspekte und alle die Dinge, die sie nicht haben, besonders deutlich auffallen.

Übertragen auf den Job bedeutet das, dass Menschen beispielsweise ihre eigenen freien Tage nicht sehen, ihnen aber dafür umso deutlicher auffällt, dass der Kollege schon wieder Urlaub hat.

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