Infos und Tipps rund ums Gap Year, 1. Teil

Infos und Tipps rund ums Gap Year, 1. Teil

Viele junge Erwachsene entscheiden sich zwischen zwei großen Lebensabschnitten für ein Gap Year. Sie nutzen die Zeit, um Erfahrungen zu sammeln, sich Wissen anzueignen und die nächsten Schritte auf ihrem Berufsweg zu planen. Doch was genau ist eigentlich ein Gap Year? Wie kann es gestaltet werden? Worin liegen seine Vorteile und was sind die Risiken?

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Infos und Tipps rund ums Gap Year, 1. Teil

In einem ausführlichen Ratgeber haben wir Infos und Tipps rund ums Gap Year zusammengetragen!:

Was ist ein Gap Year?

Ins Deutsche übersetzt, bedeutet Gap Year so viel wie Überbrückungsjahr. Von einem Gap Year wird gesprochen, wenn sich jemand bewusst eine Auszeit zwischen zwei Lebensabschnitten nimmt.

Meist handelt es sich dabei um die Zeit nach dem Abschluss der Schule, der Berufsausbildung oder des Studiums. Die Übergangszeit soll dann dabei helfen, die Weichen für die berufliche Karriere zu stellen.

Wie das Gap Year verbracht wird, kann ganz verschieden sein. Viele entscheiden sich dafür, ins Ausland zu gehen, um dort zu arbeiten, die Fremdsprachenkenntnisse zu vertiefen oder einfach nur das Land kennenzulernen. Doch auch im Inland gibt es verschiedene Möglichkeiten, um ein Gap Year zu gestalten.

Ein Überbrückungsjahr bietet zum einen die Chance, die Grundlage für den beruflichen Weg zu schaffen.

Zum anderen hat es positive Effekte auf die Persönlichkeit. Das Gap Year trägt dazu bei, sich charakterlich weiterzuentwickeln, zu reifen und selbstständiger, sicherer und selbstbewusster zu werden.

Wie kann ein Gap Year im Ausland aussehen?

Ist die Schule abgeschlossen, die Ausbildung beendet oder das Studium vorbei, fällt oft die Entscheidung, ins Ausland zu gehen. Das Ziel ist, in einem oder mehreren fremden Ländern Erfahrungen zu sammeln, bevor das eigentliche Berufsleben startet.

Dabei gibt es mehrere Möglichkeiten, wie ein Gap Year im Ausland umgesetzt werden kann:

Au-Pair

Als Au-Pair ins Ausland zu gehen, ist fast schon ein Klassiker. Wer sich für diese Variante entscheidet, wohnt bei einer Gastfamilie und unterstützt sie bei der Betreuung der Kinder oder im Haushalt.

Ein Gehalt wird zwar nicht immer bezahlt, aber dafür kommt die Gastfamilie für die Unterkunft und die Verpflegung auf.

Zusätzlich zum Leben in der Gastfamilie stehen oft Sprachkurse auf dem Programm. Teilweise besucht ein Au-Pair auch anderen Unterricht oder engagiert sich in örtlichen Vereinen.

Dadurch entstehen Kontakte und manchmal Freundschaften, die ein Leben lang halten. Zu den beliebtesten Zielen für ein Jahr als Au-Pair gehören die USA und Kanada, Neuseeland und Australien sowie die skandinavischen Länder.

Work and Travel

Um nicht nur die Sprachkenntnisse auszubauen, sondern auch Berufserfahrung zu sammeln, ist das sogenannte Work and Travel eine beliebte Möglichkeit. Dabei sucht sich der Reisende meistens ein bestimmtes Land aus, das er bereist.

Während der Reise übernimmt er verschiedene Aushilfs- und Gelegenheitsjobs, zum Beispiel auf einer Plantage oder in der Gastronomie.

Durch die Jobs sammelt der Reisende nicht nur berufliche Praxis, sondern verdient auch etwas Geld. Auf diese Weise finanziert er seine Reise und lernt gleichzeitig Land und Leute kennen.

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Australien, Neuseeland und Kanada zählen zu den häufigsten Zielen für Work und Travel. Spannende Angebote gibt es aber auch in Mittel- und Südamerika sowie in Europa.

Auslandspraktikum

Wer schon eine ungefähre Vorstellung davon hat, in welche berufliche Richtung es gehen soll, kann ein Praktikum im Ausland absolvieren. Viele Unternehmen auf der ganzen Welt bieten Plätze für ausländische Praktikanten an.

Durch ein Auslandspraktikum kann der Praktikant in das jeweilige Berufsfeld hineinschnuppern und praktische Erfahrungen sammeln.

Außerdem verbessert er seine Fremdsprachenkenntnisse und erwirbt interkulturelle Kompetenzen. Auch im Lebenslauf macht ein Auslandspraktikum eine gute Figur.

Sprachreise oder längere Auslandsreise

Bei einer Sprachreise handelt es sich um einen Auslandsaufenthalt, der darauf abzielt, eine neue Sprache zu erlernen oder die vorhandenen Kenntnisse zu vertiefen.

Durch den Aufenthalt vor Ort lernt der Schüler die Sprache nicht nur in der Schule, sondern nutzt sie auch praktisch im Alltag. Außerdem erlebt er das Land und die Kultur.

Sprachreisen werden von verschiedenen nationalen und internationalen Organisationen angeboten. Teilweise beginnen die Kurse schon daheim, um den Schüler vorzubereiten.

Während der Sprachreise hat der Schüler dann meist zwischen 15 und 30 Stunden Sprachunterricht pro Woche. Für die Freizeit bieten die Veranstalter oft verschiedene Programme und Aktivitäten an.

Der Schüler kann seine Freizeit aber natürlich auch auf eigene Faust gestalten. Im Unterricht wiederum kommen meist Schüler aus verschiedenen Ländern zusammen, was den Einsatz der gemeinsam erlernten Sprache fördert.

Wer ins Ausland reisen, aber frei und abhängig sein möchte, kann genauso gut eine längere Auslandsreise in ein Land oder über einen Kontinent unternehmen. Ist das notwendige Kleingeld vorhanden, kommt sogar eine Weltreise in Betracht.

Auf so einer Reise lernt der Reisende Länder, Leute und Kulturen kennen und vertieft seine Sprachkenntnisse. Weil er auf sich alleine gestellt ist, reift außerdem sein Charakter und er wird selbstständiger.

Welche Möglichkeiten gibt es für ein Gap Year in Deutschland?

Viele Absolventen träumen davon, ins Ausland zu gehen. Doch manchmal ist das aus finanziellen, organisatorischen oder familiären Gründen nicht machbar.

Und natürlich gibt es genauso Absolventen, die sich zwar eine Auszeit nehmen und orientieren wollen, dabei aber in ihrem vertrauten Umfeld bleiben möchten.

Für ein Gap Year in Deutschland bieten sich vor allem diese Varianten an:

Freiwilligendienst

Beim Freiwilligendienst handelt es sich um die Arbeit in einer gemeinnützigen Einrichtung. Dabei kann es sich um einen Kindergarten, ein Krankenhaus, ein Pflegeheim oder auch einen Naturschutzverein handeln.

Wenn der Absolvent weiß, dass er später einmal im entsprechenden Bereich arbeiten möchte, macht ein Freiwilligendienst viel Sinn. Denn der Absolvent kann den Arbeitsbereich ohne Druck kennenlernen und praktische Erfahrungen sammeln.

Außerdem trägt er die Voraussetzungen zusammen, die er für eine Ausbildung oder ein Studium möglicherweise mitbringen muss.

Der Bund fördert unter anderem das Freiwillige Soziale Jahr, das Freiwillige Ökologische Jahr und den Bundesfreiwilligendienst. Je nachdem, wo der Freiwilligendienst erfolgt, bekommt der Absolvent ein Taschengeld von bis zu 414 Euro monatlich und mitunter auch eine kostenfreie Unterkunft.

Außerdem profitiert er von Vergünstigungen im öffentlichen Nahverkehr und kann verschiedene Freizeitangebote nutzen.

Praktikum

Ist sich der Absolvent noch unschlüssig, in welcher Branche oder in welchem Beruf er tätig werden will, ist ein Praktikum eine gute Idee.

Durch ein Praktikum kann er in ein Berufsfeld hineinschnuppern und herausfinden, ob das etwas für ihn wäre. Entscheidet er sich später für eine Ausbildung oder ein Studium in dem Bereich, kann das Praktikum mitunter angerechnet werden.

Je nach Art und Unternehmen dauert ein Praktikum nur wenige Wochen, mehrere Monate oder ein ganzes Jahr.

Von der Dauer hängt dann auch ab, ob es eine Vergütung gibt und wie hoch sie ausfällt. Und wenn die Zusammenarbeit gut geklappt hat, wird der Praktikant möglicherweise als Azubi, Werksstudent oder Arbeitnehmer übernommen.

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Orientierungsstudium

Steht fest, dass ein Abiturient studieren möchte, kann ihm ein Orientierungsstudium dabei helfen, den richtigen Studiengang auszuwählen. Ein Orientierungs- oder Probestudium geht meist über zwei Semester.

Der Abiturient kann dabei teilweise Module belegen, die später anerkannt werden. Außerdem kann er die Beratungsangebote an der Universität oder Fachhochschule nutzen.

Solche Probestudiengänge gibt es aber nicht an allen Unis und auch nicht in allen Fächern. Deshalb sollte sich der Abiturient im Vorfeld erkundigen, wo welche Möglichkeiten bestehen.

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Mareike Dietzbach, - Personalerin und Ausbilderin, Simon Schneider, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan, Unternehmer, Gründer, Arbeitgeber und Betreiber dieser Webseite, Ferya Gülcan, Unternehmerin, Arbeitgeberin, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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