Praktikumsbericht schreiben – Infos und Tipps, Teil 1

Praktikumsbericht schreiben – Infos und Tipps, Teil 1

Ob für die Schule, die Berufsausbildung, ein Studium oder den zweiten Bildungsweg: zu jedem offiziellen Praktikum wird ein Praktikumsbericht benötigt. Am besten ist, den Bericht noch während des Praktikums oder direkt danach anzufertigen. Denn in dem Bericht reflektiert der Praktikant seine Aufgaben, beschreibt seine Erlebnisse und erläutert, wie er das erlernte Wissen praktisch umgesetzt hat. Und das klappt am einfachsten, wenn die Eindrücke noch frisch sind.

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Praktikumsbericht schreiben - Infos und Tipps, Teil 1

In einem zweiteiligen Beitrag vermitteln wir die wichtigsten Infos rund um den Praktikumsbericht und geben Tipps, worauf es beim Schreiben ankommt:

Grundsätzliches zum Praktikumsbericht

Im Praktikumsbericht reflektiert der Praktikant sein Praktikum systematisch in Form eines Textes. Dabei folgt der Bericht einer klaren Gliederung.

Weil der Praktikumsbericht meist offiziell verlangt wird, sollte sich der Praktikant schon während des Praktikums regelmäßig Notizen machen. Auf diese Weise kann er sicherstellen, dass er nichts Wichtiges vergisst.

Praktikumsberichte für die Schule, eine Ausbildung und in sozialwissenschaftlichen Fächern sind im Aufbau recht ähnlich. Ist der Praktikumsbericht hingegen für ein naturwissenschaftliches Fach vorgesehen, geht es auch darum, die theoretischen Kenntnisse praktisch zu erproben und anzuwenden.

Hier muss der Bericht die durchgeführten Versuche deshalb akribisch dokumentieren.

Der Adressat des Praktikumsberichts

Bevor der Praktikant mit dem Schreiben beginnt, sollte er erst einmal klären, für wen der Bericht bestimmt ist. Wird der Klassenlehrer oder ein anderer Lehrer aus der Schule, ein Praktikumsbetreuer im Betrieb oder ein Professor an der Uni den Praktikumsbericht lesen?

An der Uni werden je nach Fachbereich unterschiedliche Anforderungen an den Aufbau, den Umfang und die Formalia eines Praktikumsberichts gestellt. Aus diesem Grund sollte der Praktikant bei seiner Lehreinrichtung nachfragen.

Meist gibt es einen Leitfaden, eine Mustervorlage oder eine Beispiellösung, an der er sich orientieren kann. Ansonsten hilft sicher auch der Betreuer mit Infos und Ratschlägen weiter.

Manchmal ist der Praktikumsbericht der erste Text, bei dem der Praktikant mit wissenschaftlichem Arbeiten in Berührung kommt. Daher sollte er sich über die Vorgaben informieren.

Wichtig ist zum Beispiel, richtig zu zitieren, Tabellen und Diagramme zu nummerieren und ein Literaturverzeichnis mit Quellenangaben zu erstellen. Auch hier helfen Anleitungen der Lehreinrichtung weiter.

Die Struktur des Praktikumsberichts

Ein Praktikumsbericht hat eine klare, vorgegebene Gliederung. Das ist einerseits ein Vorteil, denn der Praktikant kann sich an dieser Struktur orientieren und muss sich nicht selbst überlegen, wie er seinen Bericht gliedert.

Andererseits bringt es die festgelegte Struktur mit sich, dass der Bericht den Erwartungen in allen Punkten gerecht wird.

Einige Bausteine kann der Praktikant auch so einsetzen, wie es ihm am sinnvollsten erscheint. Generell ist aber ratsam, sich schon im Vorfeld über die obligatorischen Gliederungspunkte zu informieren.

Dadurch kann der Praktikant seine Notizen während des Praktikums danach ausrichten. Später wird es so wesentlich leichter, zu rekonstruieren, was genau er an welchem Tag gemacht hat.

Bescheinigungen für den Praktikumsbericht

Der Praktikant sollte sich rechtzeitig darüber informieren, ob und wenn ja welche Bescheinigungen er von der Praktikumsstelle benötigt. Oft setzt die Schule oder Uni zum Beispiel ein Formular ein, das die Praktikumsstelle ausfüllen und unterschreiben muss.

Weiß der Praktikant über die notwendigen Unterlagen Bescheid, kann er sich darum kümmern, solange er während des Praktikums vor Ort ist.

Dadurch erspart er sich nachträgliches Herumtelefonieren, das nur für unnötigen Stress vor dem Abgabetermin sorgt.

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Der Aufbau eines Berichts für ein Schülerpraktikum

Absolviert der Praktikant das Praktikum als Schüler während der Schulzeit oder in Vorbereitung auf eine Berufsausbildung, bildet das Deckblatt die erste Seite des Berichts. Auf das Deckblatt schreibt er „Schülerpraktikum“ als Titel und darunter den Zeitraum.

Danach gibt er seinen Namen und seine Jahrgangsstufe, den Namen seiner Schule und den Namen des Lehrers an, der das Praktikum betreut. Darunter führt er den Namen und die Anschrift der Praktikumsstelle und den Namen seines dortigen Ansprechpartners auf.

Als zweite Seite folgt das Inhaltsverzeichnis. Hier notiert der Praktikant die verschiedenen Abschnitte, in die sein Bericht gegliedert ist. Die Überschriften ergänzt er mit den jeweiligen Seitenzahlen.

Im Bericht und damit auch im Inhaltsverzeichnis sollten diese Gliederungspunkte enthalten sein:

Erwartungen an das Praktikum

In diesem Abschnitt erläutert der Praktikant, warum er sich für dieses Praktikum entschieden hat. Was interessiert ihn an dem Berufsfeld? Was hat er sich von dem Praktikum versprochen? Außerdem sollte er kurz beschreiben, wie die Bewerbung abgelaufen ist.

Die Praktikumsstelle

Als Nächstes geht es um die Beschreibung des Unternehmens oder der Behörde. Welche Tätigkeitsbereiche hat die Firma oder Institution? Wie ist der Betrieb organisiert? Welche Abteilungen gibt es und wofür sind die Mitarbeiter in den jeweiligen Abteilungen zuständig?

Das Berufsbild

Der nächste Gliederungspunkt widmet sich dem Beruf, den der Praktikant kennengelernt hat. Dabei sollte der Praktikant einerseits sein eigenes Tätigkeitsfeld während des Praktikums beschreiben und andererseits aufzeigen, welche Anforderungen der Beruf grundsätzlich mit sich bringt.

Dazu kann der Praktikant zum Beispiel folgende Fragen beantworten:

  • Wie sah sein Arbeitsplatz aus und wie die Arbeitsplätze der Mitarbeiter, die den Beruf ausüben?

  • Welche Qualifikationen und Eigenschaften sind für den Beruf notwendig?

  • Welche Möglichkeiten gibt es für einen Einstieg in den Beruf?

  • Wie läuft ein typischer Arbeitstag ab, welche Aufgaben fallen üblicherweise an?

Gut ist immer auch, wenn der Praktikant die Situation am Arbeitsmarkt beleuchtet. Wie stehen die Jobchancen derzeit? Wird sich die Branche in absehbarer Zukunft verändern?

Tagesberichte

Schulen verlangen oft Tagesberichte. In diesem Fall beschreibt der Praktikant den Ablauf von zwei verschiedenen Arbeitstagen. Optimal ist, wenn er zwei Tage auswählt, an denen er möglichst unterschiedliche Aufgaben und Tätigkeiten übernommen hat.

Fazit zum Praktikum

In einer Stellungnahme fasst der Praktikant seine persönlichen Eindrücke zusammen und zieht seine Bilanz. Was hat ihm gut gefallen? Welche Aufgaben lagen ihm? Welche Tätigkeiten fielen ihm schwerer?

Bezogen auf die anfangs geschilderten Erwartungen, beschreibt er, inwieweit sich diese erfüllt haben. Hat der Praktikant Kritikpunkte oder Anregungen, was besser hätte laufen können, formuliert er diese ebenfalls.

Zum Schluss erläutert der Praktikant, welchen Einfluss das Praktikum auf seine Berufswahl hat. Außerdem führt er aus, in welche Richtung es beruflich für ihn weitergehen soll.

Anhang

In den Anhang gehören alle Unterlagen, die mit dem Praktikum zusammenhängen. Das können die Bescheinigung der Praktikumsstelle und eine Kopie des Praktikumszeugnisses sein. Gleiches gilt für die Dokumente, die der Praktikant während des Praktikums erstellt hat.

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Mareike Dietzbach, - Personalerin und Ausbilderin, Simon Schneider, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan, Unternehmer, Gründer, Arbeitgeber und Betreiber dieser Webseite, Ferya Gülcan, Unternehmerin, Arbeitgeberin, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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