Infos und Tipps zur Suche nach einem Praktikumsplatz, 2. Teil

Infos und Tipps zur Suche nach einem Praktikumsplatz, 2. Teil

Irgendwann wird für so ziemlich jeden das Praktikum zum Thema. Manchmal noch in der Schulzeit, in anderen Fällen vor oder während der Ausbildung. Und teilweise auch zwischendurch, vor dem Antritt einer neuen Arbeitsstelle oder zur Überbrückung, damit keine Lücke im Lebenslauf entsteht.

Praktikumsplatz suchen

Von der Art des Praktikums hängt dann auch ab, wie lange es dauert und wie es genau abläuft. Doch eines ist immer gleich: Der erste Schritt besteht darin, einen geeigneten Praktikumsplatz zu finden.

Damit stellt sich aber die Frage, wie der angehende Praktikant bei seiner Suche am besten vorgehen sollte. Wo kann er nach Stellen suchen? Wie sollte die Bewerbung aussehen? In einem zweiteiligen Beitrag haben wir Infos und Tipps rund um die Suche nach einem Praktikumsplatz zusammengetragen.

Dabei ging es im 1. Teil darum, was ein Praktikum eigentlich genau ist und welche Arten von Praktika es gibt. Außerdem haben wir erklärt, wann ein Praktikum sinnvoll ist und wo der angehende Praktikant nach Stellen suchen kann.

Jetzt, im 2. Teil, nehmen wir uns die Bewerbung vor:

 

Die Anforderungen in der Stellenanzeige

Ist der Praktikant fündig geworden, bewirbt er sich um den Praktikumsplatz letztlich genauso, wie er sich auch um einen Ausbildungsplatz oder eine Arbeitsstelle bewerben würde. Er stellt also eine ganz normale Bewerbung zusammen.

Doch bevor er damit beginnt, sollte er sich die Stellenanzeige sehr genau durchlesen. Denn auch wenn es nur um ein Praktikum geht, hat das Unternehmen bestimmte Erwartungen. Und hier wird zwischen den sogenannten Muss- und den Kann-Anforderungen unterschieden.

  • Muss-Anforderungen beschreiben Kenntnisse und Fähigkeiten, die der Praktikant auf jeden Fall mitbringen muss. Ist im Inserat beispielsweise angegeben, dass der Praktikant PC-Kenntnisse braucht oder einen Führerschein haben muss, handelt es sich um grundlegende Voraussetzungen. Sind sie nicht vorhanden, kann sich der Praktikant die Bewerbung sparen.
  • Kann-Anforderungen hingegen sind Kenntnisse, die vorteilhaft sind. In der Stellenanzeige sind sie beispielsweise mit „wünschenswert wäre …“, „Idealerweise …“ oder „Von Vorteil ist …“ beschrieben. Erfüllt der Praktikant die Kann-Anforderungen, kann er sich Pluspunkte sichern. Aber wenn er diese Kenntnisse nicht mitbringt, macht das nichts.

 

Die Form der Bewerbung

Die Stellenanzeige sollte der angehende Praktikant noch aus einem zweiten Grund aufmerksam durchlesen. Darin steht nämlich auch, wie das Unternehmen die Bewerbung haben möchte:

  • Ist von den üblichen Bewerbungsunterlagen oder einer vollständigen Bewerbung die Rede, braucht der Praktikant eine klassische Bewerbungsmappe. Sie muss ein Anschreiben, den Lebenslauf und Zeugniskopien enthalten.
  • Bittet das Unternehmen um eine Kurzbewerbung, reichen ein Anschreiben und der Lebenslauf. Diese beiden Unterlagen steckt der Praktikant als lose Blätter in einen normalen Briefumschlag.
  • Möchte das Unternehmen eine E-Mail-Bewerbung, stellt der Praktikant wie bei einer normalen Bewerbung seine vollständigen Bewerbungsunterlagen zusammen. Nur übermittelt er diese nicht auf dem Postweg, sondern per E-Mail.
  • Bei einer Online-Bewerbung ist in aller Regel ein Bewerbungsformular hinterlegt. Dieses füllt der Praktikant online aus. Zusätzlich dazu lädt er bestimmte Unterlagen wie beispielsweise Zeugnisse hoch.

Sonderfall Schulpraktikum

Bei einem Schülerpraktikum läuft die Sache mit der Bewerbung oft ein bisschen anders. Denn um sicherzustellen, dass alle Schüler einen Praktikumsplatz bekommen, arbeiten die Schulen meist mit Unternehmen und Betrieben zusammen.

Deshalb muss sich der Schüler mitunter eine Firma aus der Liste aussuchen. Und weil die Schule die Praktikumsstellen vermittelt und die Praktika organisiert, ist die Bewerbung nicht ganz so wichtig. Manchmal gibt es auch gar keinen Bewerbungsprozess im eigentlichen Sinne. Die Stelle bekommt der Schüler so oder so. Die Bewerbung ist eher eine Übung, durch die der Schüler lernen soll, wie es geht.

 

Das Bewerbungsanschreiben für den Praktikumsplatz

Als angehender Praktikant hält sich die Berufserfahrung meist in Grenzen. Einschlägige Berufspraxis, berufliche Erfolge und fachliche Qualifikationen sind oft noch nicht vorhanden. Also muss der Praktikant mit seiner Motivation und seinen persönlichen Stärken punkten. Dabei sollte das Anschreiben vor allem drei Fragen beantworten, nämlich

  • warum der Praktikant sein Praktikum ausgerechnet bei diesem Unternehmen absolvieren will.
  • was sich der Praktikant von seinem Praktikum erhofft oder welches Ziel er damit verfolgt.
  • welche Eigenschaften und Fähigkeiten er für die Praktikantenstelle mitbringt.

Das Anschreiben muss locker auf eine DIN A4-Seite passen. Dabei sollte der Praktikant eine gut lesbare Schrift in einer angenehmen Größe wählen. Klar, dass Rechtschreib-, Grammatik- und Tippfehler im Anschreiben nichts zu suchen haben.

Der Aufbau und die Inhalte

Das Anschreiben wird genauso geschrieben wie jedes andere Bewerbungsanschreiben auch. Den Anfang macht dabei der Briefkopf, in dem der Praktikant seinen Namen, seine Anschrift und seine übrigen Kontaktdaten aufführt. Darunter folgen Name und Anschrift vom Unternehmen und danach, am rechten Blattrand, das Datum.

Als nächstes kommt die Betreffzeile. Hier sollte der Praktikant möglichst genau angeben, worauf sich seine Bewerbung bezieht. Er sollte also nicht nur allgemein schreiben, dass er sich als Praktikant bewirbt. Stattdessen sollte er konkret werden, zum Beispiel so:

Bewerbung für ein Praktikum im Bereich XY vom … bis …“.

Der Personaler sieht so auf einen Blick, worum es geht. Gibt es eine Referenznummer zu der Stellenanzeige, sollte der Praktikant sie ebenfalls angeben.

Als Grußformel fährt der Praktikant mit dem klassischen „Sehr geehrte Frau …“ oder „Sehr geehrter Herr …“ am besten. In der Stellenanzeige steht meist, wer der Ansprechpartner ist. Falls nicht, kann der Praktikant versuchen, den zuständigen Personaler über die Homepage zu ermitteln. Oder er ruft einfach an und fragt, an wen er die Bewerbung schicken soll. Auf die allgemeine Anrede „Sehr geehrte Damen und Herren“ sollte er jedenfalls besser verzichten.

Im Hauptteil führt der Praktikant aus, warum er sich bewirbt. Und er geht auf seine Motivation und sein Können ein. Hat der Praktikant vielleicht schon einmal in einem ähnlichen Bereich gearbeitet? Kennt er das Unternehmen als Kunde? Passen seine Lieblingsfächer in der Schule gut zum Tätigkeitsbereich? Hat der Praktikant persönliche Erfahrungen oder Hobbys, die er mit der Tätigkeit verknüpfen kann?

Ist er fit am Computer oder spricht er eine Fremdsprache? All das sind mögliche Ansatzpunkte. Wichtig ist nur, dass der Praktikant nicht einfach irgendwelche Behauptungen über angebliche Kenntnisse und Fähigkeiten aufstellt. Stattdessen sollte er die Punkte, die er nennt, mit konkreten Beispielen belegen.

Zum Schluss schreibt der Praktikant, dass er sich auf ein persönliches Gespräch freut. Dann noch die Grußformel und die Unterschrift – und das Anschreiben ist fertig.

Der Lebenslauf für die Bewerbung

Beim Lebenslauf kann sich der angehende Praktikant an den üblichen Vorlagen für tabellarische Lebensläufe orientieren. Und er muss keine Bedenken haben, wenn der eigene Lebenslauf recht kurz ausfällt. Bei einer Bewerbung für eine Praktikumsstelle erwartet niemand einen umfangreichen Werdegang mit zahlreichen Stationen. Die Gliederung folgt dem klassischen Schema:

  • Angaben zur Person: Zuerst gibt der Praktikant seinen Namen und seinen Geburtstag an. Dazu kommen die Anschrift und die anderen Kontaktdaten. Rechts daneben findet das Bewerbungsfoto seinen Platz.
  • Schulischer Werdegang: In diesem Abschnitt listet der Praktikant auf, welche Schulen er von wann bis wann besucht hat. Gibt es Schulabschlüsse, schreibt er sie natürlich dazu.
  • Praxis: Hat der Praktikant schon andere Praktika gemacht, in den Ferien oder nebenher gejobbt oder engagiert er sich ehrenamtlich, nennt er hier diese Stationen.
  • Besondere Kenntnisse und Fähigkeiten: PC-Kenntnisse, den Führerschein, Fremdsprachenkenntnisse, besuchte Kurse und andere Qualifikationen listet der Praktikant in dieser Kategorie auf.
  • Hobbys und Interessen: Der Praktikant kann seine Hobbys, seine Lieblingsfächer in der Schule und seine persönlichen Interessen angeben. Zum einen kann der Personaler den Praktikanten so besser einschätzen. Zum anderen kann der Praktikant durch diese Angaben vielleicht Fähigkeiten belegen, die ihm beim Praktikum zugutekommen. Außerdem füllt sich so das Blatt und der Lebenslauf wirkt nicht mehr ganz so leer.

Die einzelnen Stationen beschreibt der Praktikant – wie bei einem tabellarischen Lebenslauf üblich – mit kurzen, aber aussagekräftigen Stichworten. Gut ist, wenn er sich dabei die Stellenanzeige noch einmal anschaut. Gab es darin Stichworte, die er für seine Beschreibungen aufgreifen könnte?

Die Angaben selbst ordnet der Praktikant antichronologisch an. Er beginnt also mit der aktuellen Station und geht dann an der Zeitachse entlang rückwärts. Die letzte Station ist jeweils die, die am längsten zurückliegt. Optisch ist wichtig, dass der Lebenslauf schön übersichtlich ist und vom Design her zum Anschreiben passt. Und er darf nicht länger werden als zwei Seiten.

Nun fügt der angehende Praktikant noch Kopien von seinen beiden letzten Schulzeugnissen und, sofern er hat, weitere Zeugnisse von Arbeitgebern oder Weiterbildungen dazu. Damit ist die Bewerbung fertig und kann abgegeben werden.

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