Die Abschlussarbeit schreiben – Infos zu Plagiaten

Die Abschlussarbeit schreiben – die wichtigsten Infos zu Plagiaten

In der Schulzeit und während der Berufsausbildung oder des Studiums stehen regelmäßig Hausarbeiten und Referate an. Am Ende eines Ausbildungsabschnitts wird außerdem üblicherweise die Abschlussarbeit fällig.

Nun hat wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt, dass der Abgabetermin immer näher rückt, die Arbeit aber, sofern überhaupt schon damit angefangen wurde, weit davon entfernt ist, fertig zu sein.

Um Zeit zu sparen und sich nicht mühsam durch dicke Bücher und komplizierte Fachliteratur arbeiten zu müssen, greifen viele Schüler, Azubis und Studenten auf das Internet zurück. Dagegen ist natürlich auch überhaupt nichts einzuwenden. Problematisch wird es aber, wenn es nicht nur bei der Informationssuche im weltweiten Netz bleibt, sondern kurzerhand einzelne Sätze, längere Passagen oder gleich ganze Arbeiten kopiert werden.

Verständlicherweise ist die Versuchung groß. Mittlerweile gibt es im Internet zahlreiche Archive, in denen Arbeiten zu fast jedem Thema und übersichtlich nach Fachbereich sortiert gespeichert sind. Oft können die Arbeiten sogar kostenlos abgerufen werden. Aber eine fremde Arbeit als die eigene auszugeben ist kein Kavalierdelikt und ein Plagiat geht nicht als harmlose Jugendsünde durch. Aber was ist eigentlich erlaubt und was nicht? Was ist ein Plagiat genau und was kann schlimmstenfalls passieren?

Ob im Zusammenhang mit dem Berichtsheft, einer Hausarbeit, einem Referat oder der Abschlussarbeit, hier die wichtigsten Infos zu Plagiaten in der Übersicht: 

Was ist ein Plagiat?

Das Wort Plagiat leitet sich von der lateinischen Vokabel plagium für Menschendiebstahl oder Seelenverkauf ab. Von einem Plagiat wird gesprochen, wenn jemand ein fremdes Werk als seine eigene Arbeit ausgibt und veröffentlicht.

Damit liegt ein Diebstahl von geistigem Eigentum vor und dies ist strafbar. Das bedeutet aber nicht, dass Informationen aus fremden Arbeiten, Zeitschriften, Zeitungen, Büchern oder von Internetseiten nicht verarbeitet werden dürfen. Verboten ist lediglich, Inhalte einfach zu kopieren und so zu tun, als wären diese Inhalte selbst erarbeitet worden. Noch strenger als in der Literatur wird das Plagiat übrigens in der Wissenschaft gehandhabt.

Hier wird nämlich schon dann von einem Plagiat gesprochen, wenn der Autor einen fremden Text sinngemäß in seinen eigenen Worten wiedergibt oder eine Argumentation übernimmt, ohne auf den eigentlichen Urheber hinzuweisen. 

Wie dürfen Informationen verarbeitet werden?

Zunächst einmal dürfen alle Informationen aus fremden Quellen als Anregung verwertet werden, um auf dieser Basis eigene Gedankengänge zu entwickeln und eigene Inhalte zu erarbeiten. Daneben dürfen einzelne Sätze oder Passagen aber auch sinngemäß wiedergegeben und sogar wortwörtlich übernommen werden. Voraussetzung dafür ist aber, dass die Textstellen als Zitat gekennzeichnet sind.

Zudem müssen in den Fußnoten und im Quellenverzeichnis die Quellen, aus denen die Zitate stammen, so angegeben sein, dass die Originalstellen problemlos auffindbar sind. Nennt der Schüler, Azubi oder Student beispielsweise ein Gesetz oder eine Vorschrift in seiner Arbeit, darf er den entsprechenden Gesetzes- oder Vorschriftentext wörtlich kopieren, muss dann aber auch angeben, wo das Gesetz oder die Vorschrift steht.

Außerdem ist es selbstverständlich erlaubt, die Arbeit durch ein Rechtschreib- und Grammatikprogramm überprüfen zu lassen oder einen Dritten darum zu bitten, Korrektur zu lesen. 

Woran lässt sich ein Plagiat erkennen?

Es ist kein großes Kunststück, Texte aus dem Internet zu kopieren und in die eigene Arbeit einzufügen. Allerdings ist es recht naiv, zu glauben, dass dies dem Lehrer, der die Arbeit korrigiert, schon nicht auffallen wird. Schließlich wissen auch Lehrer, wo Informationen zu dem jeweiligen Fachgebiet zu finden sind.

Außerdem gibt es ein paar typische Merkmale, die ein Plagiat entlarven können:

·         Der Stil.

Jeder Autor hat seinen eigenen Stil. Kopierte Textteile fallen dadurch auf, dass sie in einem anderen Schreibstil verfasst sind als der Rest der Arbeit. Dabei kann sich der Schreibstil durch die Wortwahl, durch die Grammatik oder auch die Länge der Sätze bemerkbar machen. Ein Indiz kann aber auch sein, wenn ein Teil der Arbeit keine Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler aufweist, der andere hingegen schon.

·         Die Formatierung.

Für kopierte Textteile spricht, wenn sie in einer anderen Schriftart, einer anderen Schriftgröße, mit anderen Zeilenabständen oder in einem andren Zeilenformat geschrieben sind als der übrige Text. Offensichtlich ist eine Kopie außerdem, wenn Wörter, die im Originaltext Links waren, auch in der vorgelegten Arbeit blau und unterstrichen auftauchen.

·         Die Wortwahl und komische Fehler.

Ein Anzeichen dafür, dass der Text nicht ganz auf den eigenen Ideen beruht, kann sein, wenn Wörter, Begriffe und Redewendungen verwendet werden, die im normalen Sprachgebrauch eher untypisch sind. Seltsam wirkt es auch, wenn sich ein bestimmter Fehler mehrfach wiederholt.

Natürlich erkennt ein Lehrer, wenn es sich lediglich um einen Tippfehler handelt. Verwendet der Schüler, Azubi oder Student aber beispielsweise für einen Eigennamen drei verschiedene Schreibweisen oder schreibt er einen Fachbegriff zweimal richtig und dreimal falsch, kann dies darauf hinweisen, dass er aus einer oder aus verschiedenen Quellen kopiert hat. 

Was kann passieren, wenn die Arbeit als Plagiat entlarvt wird?

Wird eine Arbeit als Plagiat entlarvt, kann dies ernsthafte Konsequenzen haben. Legt ein Schüler, ein Azubi oder ein Student eine Arbeit vor, die er irgendwo kopiert hat und nun als seine eigene ausgibt, handelt es sich nämlich um eine Täuschungshandlung oder zumindest um einen Täuschungsversuch. Ob dabei die ganze Arbeit oder nur ein paar Abschnitte kopiert sind, spielt letztlich keine Rolle.

Welche Folgen ein Plagiat haben kann, ergibt sich aus den Regelungen und Verordnungen der Schulgesetze im jeweiligen Bundesland.

Grundsätzlich sind aber folgende Maßnahmen denkbar:

·         eine Ermahnung
·         eine Strafarbeit oder ein Wiederholungsarbeit mit neuem Thema
·         ein Notenabzug
·         die Bewertung mit der Note ungenügend
·         ein Verweis oder ein Ausschluss
·         die Aberkennung der Leistung

Ein Strafe darf aber nur dann verhängt werden, wenn der Lehrer nachweisen kann, dass eine Täuschungshandlung vorliegt. Es reicht also nicht aus, wenn der Lehrer lediglich vermutet, dass der Schüler, Azubi oder Student irgendwo abgeschrieben hat. Allerdings ist es meist nicht sehr schwer, den Nachweis zu führen. Mithilfe einer Suchmaschine beispielsweise lassen sich aus dem Internet kopierte Textteile sehr leicht finden.

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