Job in Familienbetrieb oder Großkonzern – Pro & Contra

Job in Familienbetrieb oder Großkonzern – Pro & Contra

Wer bald seinen Schulabschluss in der Tasche hat oder mit der Berufsausbildung fertig ist, fragt sich oft, ob ein Familienbetrieb oder ein Großkonzern die besseren Chancen für die berufliche Karriere bereithält. Pauschal lässt sich diese Frage nicht beantworten.

Job in Familienbetrieb oder Großkonzern - Pro & Contra

Denn zum einen spielen an dieser Stelle die persönlichen Wünsche und Vorstellungen des Berufsanfängers eine Rolle. Und zum anderen gibt es bei beiden Arbeitgebern jeweils ein Pro und ein Contra.

In diesem Beitrag nennen wir einige wichtige Aspekte:

Job in Familienbetrieb oder Großkonzern – die eigenen Anforderungen

Heute stehen einem Berufsanfänger so viele Möglichkeiten offen wie noch nie. Die Zeiten, in denen das Geschlecht die Auswahl an Berufen deutlich eingrenzte oder der Nachwuchs ohnehin den gleichen Beruf ergreifen musste wie ein Elternteil, um in dessen Fußstapfen zu treten, sind vorbei.

Der Berufsanfänger muss nicht an seinem Wohnort bleiben, sondern kann für die Ausbildung oder den Beruf umziehen. Und er kann später wieder in die Schule gehen, um einen höheren Abschluss zu erwerben.

Doch seinen Traumjob kann der Berufsanfänger nur dann finden, wenn er weiß, was er will. Um die Weichen für eine erfolgreiche und befriedigende Karriere zu stellen, sollte er sich mit Blick auf den Arbeitgeber vor allem über folgende Punkte Gedanken machen:

  • Arbeitsklima

  • Weiterbildungsmöglichkeiten

  • Aufstiegschancen

  • Einkommen

  • Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit

Unter diesen Aspekten gibt es oft große Unterschiede zwischen einem Familienbetrieb und einem Großkonzern. Deshalb sollte sich der Berufsanfänger überlegen, wie wichtig ihm die einzelnen Faktoren sind.

Ein Job im Familienbetrieb

In kleineren Firmen sind die Hierarchien flacher. Deshalb arbeiten Vorgesetzte und Mitarbeiter enger zusammen. In einem Familienbetrieb kann der Berufsanfänger eher seine eigenen Ideen einbringen und mitentscheiden.

Oft ist es so, dass jeder jeden kennt. Aus diesem Grund spielen die eigene Persönlichkeit und die individuellen Stärken und Schwächen eine größere Rolle als im Großkonzern.

Hinzu kommt, dass es in einem kleinen Familienbetrieb weit weniger feste Vorgaben und standardisierte Abläufe gibt, die nur die Führungskräfte in den Top-Positionen ändern können.

Ein anderer Punkt ist, dass der Leistungsdruck in einem Großkonzern mitunter deutlich größer ist. Denn in vielen Großkonzernen, und hier vor allem in US-amerikanischen Unternehmen, gilt das Motto „up or out“. Das bedeutet, dass ein Mitarbeiter innerhalb einer bestimmten Zeit eine Beförderung erreichen muss.

Schafft er die Karrierestufe nicht, endet das Arbeitsverhältnis. Ist die Auftragslage angespannt oder wird der Konzern umstrukturiert, kann es zu einem Stellenabbau kommen, der auch den eigenen Arbeitsplatz betrifft.

Solche Risiken gibt es in einem Familienbetrieb in aller Regel nicht. Denn weil ein familiäres Verhältnis herrscht, ist die Bindung zwischen Chefs und Mitarbeitern stärker.

Die Mitarbeiter erfahren als Menschen und Kollegen mehr Wertschätzung. Deshalb werden langjährige Angestellte nicht einfach so ausgetauscht.

Andererseits spielt für die Sicherheit auch die Unternehmensgröße eine Rolle. Denn in einem sehr kleinen Familienbetrieb mit höchstens zehn Beschäftigten ist der Kündigungsschutz eingeschränkt.

Und auch viele Regelungen, die zum Beispiel den Anspruch auf Teilzeit oder eine Auszeit zur Pflege eines Angehörigen betreffen, greifen in Mini-Betrieben nicht.

Ein Job im Großkonzern

Ein Punkt, der klar für einen Job im Großkonzern spricht, ist das Einkommen. Ein Angestellter in einem Großkonzern verdient üblicherweise mehr als ein Mitarbeiter in einer vergleichbaren Position in einer kleinen Firma.

Außerdem bieten Großkonzerne meist verschiedene Zusatzleistungen. Das können neben Urlaubs- und Weihnachtsgeld zum Beispiel erfolgsabhängige Prämien als Gewinnbeteiligung oder eine betriebliche Altersvorsorge sein.

Auch was Aus-, Weiter- und Fortbildungen angeht, sind Großkonzerne im Vorteil. Die notwendigen Schulungen und Seminare werden oft durch Kurse und Veranstaltungen ergänzt, die die Mitarbeiter besuchen können, um ihre Kenntnisse auszubauen oder zusätzliche Qualifikationen zu erwerben.

Auch ein Bildungsurlaub oder eine längere berufliche Auszeit im Rahmen eines Sabbaticals lässt sich leichter umsetzen. Im Unterschied dazu wird in einem kleinen Familienbetrieb oft jede Hand gebraucht.

Möchte der Berufsanfänger eine Zeit lang im Ausland arbeiten, ist er in einem Großkonzern ebenfalls besser aufgehoben. Denn oft gibt es Austauschprogramme, durch die der Berufsstarter in einer ausländischen Niederlassung tätig werden kann.

Ein weiterer Pluspunkt sind die Aufstiegsmöglichkeiten. In einem Großkonzern gibt es nämlich weit mehr Hierarchieebenen als in einem kleinen Familienbetrieb. Folglich eröffnen sich auch mehr Möglichkeiten, die Karriereleiter allmählich nach oben zu klettern.

Das Verhältnis zwischen Job und Freizeit

In Deutschland gelten für sehr viele Jobs Tarifverträge. Ansonsten sind viele Dinge gesetzlich geregelt. An die Regelungen sind Familienbetriebe und Großkonzerne gleichermaßen gebunden.

Trotzdem gibt es Unterschiede. So sind deutsche Großkonzerne etwa beim Thema Urlaub tendenziell großzügiger als mittelständische Betriebe, während es Tochterunternehmen und Niederlassungen ausländischer Konzerne oft beim Mindesturlaub belassen.

Bei den Arbeitszeiten muss der Berufsanfänger die vertraglichen Vereinbarungen von den tatsächlichen Erwartungen trennen. So gehört es in Großkonzernen mehr oder weniger zum guten Ton, regelmäßig Überstunden zu machen.

Und je höher die Position einer Fach- oder Führungskraft ist, desto mehr wird Mehrarbeit vorausgesetzt.

In Familienbetrieben sind unbezahlte Überstunden eher die Ausnahme. Zudem kann der Berufsstarter in einem Familienbetrieb meist leichter spezielle Vereinbarungen treffen, damit er zum Beispiel Termine wahrnehmen, die Kinder vom Kindergarten abholen oder am Wochenende einem Hobby nachgehen kann.

Dafür betreiben Großkonzerne teilweise eigene Kindergärten und Sporteinrichtungen, die die Mitarbeiter nutzen können.

Fazit

Es ist und bleibt eine sehr persönliche Entscheidung, ob die Wahl auf einen Familienbetrieb oder einen Großkonzern fällt. Andererseits ist ein Berufsleben sehr lang. Deshalb hat der Berufsanfänger genug Gelegenheit, um beides auszuprobieren.

Zumal sich die Anforderungen durchaus verändern können. Vielleicht ist dem Berufseinsteiger anfangs wichtig, bei einem großen, namhaften Konzern zu arbeiten, sich dort vielen anspruchsvollen Herausforderungen zu stellen und vielseitige Erfahrungen zu sammeln.

Möglicherweise möchte er eine Führungsposition erreichen und ordentlich Geld verdienen. Doch später, wenn er eine Familie gegründet hat, wird ihm eventuell wichtiger, in einem vertraulichen Umfeld zu arbeiten und mehr Freizeit zu haben.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

Thema: Job in Familienbetrieb oder Großkonzern – Pro & Contra

Anzeige
Twitter

Redakteure

Inhaber bei Artdefects Media Verlag
Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.
Redakteure
Twitter

Veröffentlicht von

Redakteure

Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

Kommentar verfassen