Tipps zum Umgang mit „Loud Laborers“

Tipps zum Umgang mit „Loud Laborers“: Sogenannte Loud Laborers sprechen lieber über die Arbeit, als ihren Job tatsächlich zu machen. Wir erklären, woran solche Kollegen zu erkennen sind und warum sie sich so verhalten. Außerdem geben wir Tipps, wie der Umgang mit Loud Laborers am besten klappt.

Tipps zum Umgang mit Loud Laborers

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Was kennzeichnet Loud Laborers?

André Spicer, ein Experte für Organisationsverhalten aus Neuseeland, der an der Bayes Business School der Londoner Universität arbeitet, prägte wohl den Begriff der Loud Laborers.

Für solche Mitarbeiter oder Arbeitskollegen ist der zentrale Bestandteil ihres Jobs, über ihre Arbeit zu reden. Ihre Aufgaben tatsächlich zu erledigen, spielt eher eine untergeordnete Rolle.

Oft werden Loud Laborers den sogenannten Quiet Quitters gegenübergestellt. Quiet Quitters beschränken sich auf einen Dienst nach Vorschrift. Sie bringen sich zwar nicht großartig ein und engagieren sich nicht übermäßig. Aber sie machen eben ihren Job und verhalten sich ansonsten wenig auffällig und vor allem nicht störend. Bei Loud Laborers kann das anders sein.

Sie sehen in ihrem Job eine Möglichkeit, Bestätigung und Anerkennung zu finden, gerne auch auf Business-Plattformen und in sozialen Netzwerken.

Der Gegensatz zwischen den Leistungen, über die sie berichten und die sie tatsächlich erbringen, ist ein wesentliches Merkmal von Loud Laborers.

Was steckt hinter dem Verhalten von Loud Laborers?

Es gibt verschiedene Theorien dazu, weshalb Loud Laborers ihren Geltungsdrang ausleben. Meist steckt nämlich mehr dahinter, als nur eine unangenehme Angewohnheit.

Eine bekannte Theorie geht auf den schon erwähnten André Spicer zurück. Er erklärt das Verhalten mit der Zunahme von virtueller Arbeit. Dadurch, dass die körperliche Präsenz und direkte, persönliche Nähe zwischen den Kollegen und den Vorgesetzten weniger wird, wächst die Sorge, dass die eigene Arbeit nicht mehr genug gesehen und damit auch gewürdigt wird.

Also muss ein anderer Weg gefunden werden, um die fehlende Bestätigung zu kompensieren.

Die sozialen Medien bieten dafür eine perfekte Bühne. Das gilt insbesondere dann, wenn schon ein weit verzweigtes Netzwerk mit diversen Zuhörern vorhanden ist.

Warum können Loud Laborers für ein Unternehmen schädlich sein?

Mitarbeiter, die ihre Arbeitsleistungen übertrieben darstellen, können ein falsches Bild vom Unternehmen entstehen lassen. Dies wiederum kann potenzielle Kunden und Geschäftspartner, aber auch Bewerber nachteilig beeinflussen.

Die Forschung hat festgestellt, dass es die Leistungsfähigkeit des ganzen Teams belasten kann, wenn einzelne Mitarbeiter innerhalb der Gruppe zu übermäßiger Selbstpräsentation neigen.

Im Ergebnis kann so die Gesamtleistung sinken. Aber auch der Zusammenhalt im Team kann schwinden. Denn wenn ein Kollege ständig im Mittelpunkt stehen will und die ganze Aufmerksamkeit auf sich zieht, können die anderen mit Missgunst reagieren. Besonders problematisch wird es, wenn die ganzen Erfolge einer Person zugeschrieben werden, die in Wahrheit nur wenig dazu beigetragen hat.

In der Folge kann sich ein Arbeitsklima entwickeln, das auf Wettbewerb und Konflikten beruht. Statt sich gegenseitig zu unterstützen und vertrauensvoll zusammenzuarbeiten, geht es eher darum, den anderen auszustechen.

Diese Gefahr besteht vor allem dann, wenn der Loud Laborer mit seiner Strategie Erfolg hat.

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Ist ein Kollege eher darauf bedacht, Anerkennung zu erhalten, statt seine Aufgaben gut zu erledigen, kann er außerdem Azubis und andere, vor allem neue oder jüngere Kollegen dazu anregen, dieses Verhalten nachzueifern.

Azubis und Kollegen, die noch nicht lange dabei sind, suchen oft nach beruflichen Vorbildern, an denen sie sich orientieren können. Übernehmen sie aber das Gebaren, mehr zu erzählen und zu diskutieren, als tatsächlich zu arbeiten, kann die Arbeitsmoral spürbar sinken.

Was hilft im Umgang mit Loud Laborers?

Es kommt regelmäßig vor, dass Kollegen mit ihren Arbeitsleistungen angeben. Doch es kann ganz schön nervig sein, wenn das Prahlen überhandnimmt und ein Kollege längst nicht so viel beiträgt, wie er überall behauptet. Aber was tun?

Zunächst einmal ist wichtig, das Verhalten des Kollegen weder persönlich zu nehmen noch sich davon provoziert zu fühlen. Ein Weg kann sein, der Situation keine Bedeutung beizumessen und sie für sich auszublenden. Klappt das nicht, kann ein persönliches Gespräch eine Lösung sein.

Dabei sollte der Kollege aber nicht mit Vorwürfen konfrontiert werden. Es geht vielmehr darum, den eigenen Eindruck zu vermitteln. Es gilt, ihm die Feststellung aufzuzeigen, dass er zwar oft und viel von seiner Arbeit spricht, dabei seinen Beitrag zum Teamerfolg aber etwas überhöht. Die Idee ist, dem Kollegen die Möglichkeit zu geben, seine Sicht der Dinge zu schildern.

Bringt ein persönliches und ruhiges Gespräch unter vier Augen nichts oder kann es so nicht geführt werden, kann sinnvoll sein, sich mit den anderen Kollegen auszutauschen oder sich an den Chef zu wenden.

Dabei geht es nicht darum, den Kollegen zu verpetzen oder anzuschwärzen. Stattdessen ist das Ziel, eine Lösung zu finden, die das Arbeitsklima für alle verbessert.

Das Wichtigste aber ist, sich auf seine eigene Arbeit zu konzentrieren. Die eigenen Leistungen sollten für sich stehen und überzeugen.

Natürlich kann das Verhalten des Kollegen ein Anlass sein, um sich über die eigene Arbeitsweise Gedanken zu machen und zu überlegen, wie eine gute Zusammenarbeit mit anderen funktionieren kann. Aber letztlich zählt, seinen eigenen Job so gut wie möglich zu machen.

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Mareike Dietzbach, - Personalerin und Ausbilderin, Simon Schneider, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan, Unternehmer, Gründer, Arbeitgeber und Betreiber dieser Webseite, Ferya Gülcan, Unternehmerin, Arbeitgeberin, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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