Einstellungstest nicht bestanden – und nun? Teil 2

Einstellungstest nicht bestanden – und nun? Teil 2

Eine Einladung zum Einstellungstest ist ein guter Schritt in die richtige Richtung. Denn offensichtlich hat der Bewerber die erste Hürde erfolgreich gemeistert. Beim Einstellungstest hat er nun die Chance, sein Wissen und Können unter Beweis zu stellen und mit guten Leistungen zu überzeugen.

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Einstellungstest nicht bestanden - und nun Teil 2

In der Praxis gestaltet sich das Vorhaben aber mitunter ziemlich schwierig. Anders als ein herkömmliches Vorstellungsgespräch setzt sich ein Einstellungstest schließlich aus mehreren Bausteinen zusammen.

Dazu gehören schriftliche, mündliche und manchmal auch praktische Tests, die den Bewerber in verschiedenen Bereichen prüfen. Natürlich erwartet niemand ein ausgewiesenes Super-Talent, das bei jeder Einzelprüfung hervorragend abschneidet.

Aber der Arbeitgeber möchte eben wissen, welcher Bewerber am besten zur Stelle und zum Unternehmen passt. Deshalb kann ein Eignungstest durchaus anspruchsvoll sein.

Andererseits liegt es in der Natur der Sache, dass etliche Bewerber durchfallen. Schließlich ist der Einstellungstest das zentrale Element des Auswahlverfahrens.

Und sein Ziel ist, die besten Kandidaten herauszufiltern. Nur hilft das dem Bewerber nicht unbedingt weiter, wenn er ausgerechnet zu den Kandidaten gehört, die es nicht geschafft haben.

In einem zweiteiligen Ratgeber gehen wir deshalb der Frage nach, was der Bewerber tun kann, wenn es im ersten Anlauf nicht klappt. Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was die typischen Inhalte eines Einstellungstests sind und wie die einzelnen Testabschnitte bewertet werden.

Hier ist Teil 2!:

Die möglichen Gründe für ein Scheitern

Ist der Einstellungstest nach einer Einzelprüfung schlagartig beendet oder informiert der Arbeitgeber den Bewerber später darüber, dass er leider nicht bestanden hat, ist das natürlich schade.

Aber es gibt keinen Grund, sich zu ärgern oder gar zu schämen. Genauso wenig muss der Bewerber seinen Berufswunsch in Frage stellen oder an seinen Fähigkeiten zweifeln.

Einstellungstests haben hohe Durchfallquoten. Das ist normal und auch so gewollt. Denn zum einen gehört der Einstellungstest zum Auswahlverfahren. Er soll ermitteln, welche Bewerber den Anforderungen des Berufs und den Erwartungen des Arbeitsgebers am besten gerecht werden können.

Die Testergebnisse nimmt der Arbeitgeber als Grundlage, um sich zu entscheiden, welchen Bewerber er einstellt. Dass nicht alle Bewerber zu den besten Kandidaten gehören können und viele Bewerber aussortiert werden müssen, versteht sich von selbst.

Zum anderen kann es verschiedenste Gründe geben, warum ein Bewerber das Auswahlverfahren nicht erfolgreich meistert. Denkbar ist zum Beispiel, dass der Bewerber das Ganze zu locker nimmt oder sich seiner Sache zu sicher ist und sich deshalb gar nicht oder schlecht auf den Test vorbereitet.

Genauso ist möglich, dass dem Bewerber die Prüfungssituation zu schaffen macht. Durch den Stress und den Zeitdruck liest er die Fragen nicht richtig durch, macht Leichtsinnsfehler oder hält sich so lange mit einzelnen Aufgaben auf, dass die Zeit am Ende nicht reicht.

Die Nervosität kann dazu führen, dass sich der Bewerber kaum konzentrieren kann und zunehmend verkrampft, bis er irgendwann einen Blackout hat.

Manchmal erwischt ein Bewerber einen schlechten Tag, an dem nichts klappen will und er seine Leistungen einfach nicht abrufen kann. Und nicht zuletzt hat der Bewerber vielleicht schlichtweg Pech und beim Einstellungstest werden ausgerechnet die Aufgaben gestellt, die ihm besonders schwer fallen.

Auf der anderen Seite ist ein Einstellungstest immer nur eine Momentaufnahme. Ist der Bewerber durchgefallen, lässt sich daran nichts ändern.

Aber statt herumzujammern und den Kopf hängen zu lassen, sollte er seine Testteilnahme als lehrreiche Erfahrung verbuchen. Er hat den Einstellungstest schon einmal durchlaufen und weiß, was ihn erwartet. Dieses Wissen kann er beim nächsten Versuch für sich nutzen.

Einstellungstest nicht bestanden – und nun?

Angenommen, eine Person macht gerade ihren Führerschein. Die Theorie hat sie geübt und bei den Fahrstunden hat eigentlich auch immer alles gut geklappt. Als der große Tag kommt, besteht die Person die Theorieprüfung problemlos.

Doch bei der praktischen Prüfung fällt sie durch. Verständlicherweise ist die Person enttäuscht. Aber sie würde wahrscheinlich nicht darüber nachdenken, alles hinzuschmeißen und sich für allezeit vom Autofahren zu verabschieden.

Genauso sollte der Bewerber den Einstellungstest handhaben. Natürlich ist es kein schönes Gefühl, durchgefallen zu sein. Aber es gibt überhaupt keinen Grund, den Berufswunsch abzuhaken und die beruflichen Pläne abzuschreiben.

Der Bewerber sollte sich lieber erkundigen, ob und wann er die Prüfung wiederholen kann. Bei so ziemlich allen Unternehmen und Organisationen ist es möglich, einen zweiten oder auch dritten Anlauf zu wagen.

Allerdings muss der Bewerber dabei teilweise eine Wartezeit einhalten oder sich für den nächsten Einstellungstermin noch einmal neu bewerben.

Bei einigen Arbeitgebern muss der Bewerber nur den Teil wiederholen, den er nicht geschafft hat. Bei anderen Unternehmen macht der Bewerber den gesamten Einstellungstest neu. Der Bewerber sollte sich also über seine Möglichkeiten informieren.

Die Zeit bis zum nächsten Test sollte der Bewerber dann für eine gezielte Vorbereitung nutzen. Wichtig dabei ist, dass er für sich feststellt, woran er gescheitert ist. War es ein bestimmter Themenbereich? Konnte er gewisse Aufgaben nicht lösen? Oder war es die Prüfungssituation?

Wenn der Bewerber weiß, was ihn aus dem Rennen geworfen hat, kann er hier ansetzen. Zusätzlich sollte er aber immer mal wieder den ganzen Einstellungstest durchspielen. So ist er für alle Bausteine gut gewappnet.

Und: Der Bewerber sollte das Testergebnis auf keinen Fall persönlich nehmen. Dass er den Einstellungstest nicht bestanden hat, bedeutet nicht, dass ihm die Eignung für seinen Wunschberuf fehlt.

Er ist durchgefallen, weil seine Leistungen bei diesem einen Mal eben nicht ausgereicht haben. Es ist wie mit der Führerscheinprüfung: Manch einer, der zunächst durch die Prüfung gerasselt ist, ist heute ein richtig guter, sicherer und begeisterter Autofahrer.

Der Bewerber sollte versuchen, das Positive zu sehen. Immerhin weiß er jetzt, wie ein Einstellungstest abläuft. Und durch seine Erfahrung hat er den großen Vorteil, dass er weiß, wie er es beim nächsten Mal besser machen kann.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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