Einstellungstest nicht bestanden – und nun? Teil 1

Einstellungstest nicht bestanden – und nun? Teil 1

Viele Arbeitgeber setzen bei der Bewerberauswahl einen Einstellungstest ein. Dabei zielt so ein Test zum einen darauf ab, den jeweiligen Bewerber näher kennenzulernen. Zum anderen soll er aufzeigen, ob ein Bewerber fachlich und persönlich für den Beruf geeignet ist.

Einstellungstest nicht bestanden - und nun Teil 1

Der Arbeitgeber möchte ermitteln, ob der Bewerber die Kenntnisse und Fähigkeiten mitbringt, die er braucht, um die Ausbildung erfolgreich zu absolvieren und einen guten Job zu machen. Und ob seine Interessen und beruflichen Ziele zur Tätigkeit passen.

Letztlich soll der Einstellungstest die Bewerber herausfiltern, die die beste Besetzung für die Lehrstelle oder den Arbeitsplatz sind.

Gleichzeitig soll der Test verhindern, dass sich der Arbeitgeber für den falschen Bewerber entscheidet und so viel Zeit und Geld in jemanden investiert, der nicht lange bleibt.

Doch gerade weil der Einstellungstest das Herzstück vom Auswahlverfahren bildet, liegt es in der Natur der Sache, dass nicht alle Bewerber erfolgreich bestehen. Es ist normal und gewollt, dass am Ende nur noch ein paar Bewerber im Rennen sind. Immerhin zielt der Einstellungstest ja darauf ab, eine Auswahl vorzunehmen.

Doch der Bewerber sollte es weder persönlich nehmen noch sich entmutigen lassen, wenn er zu den Kandidaten gehört, die durchgefallen sind.

Die Inhalte eines Einstellungstests

So etwas wie ein einheitlicher Eignungstest existiert nicht. Vielmehr arbeitet jeder Arbeitgeber mit einem eigenen Testverfahren. Und je nach Unternehmen, Beruf und Position kann ein Einstellungstest recht unterschiedlich ausfallen.

Das betrifft sowohl die Inhalte als auch den Umfang. Während einige Testverfahren nur wenige Stunden dauern, erstrecken sich andere Einstellungstests über mehrere Tage.

Doch selbst wenn die Auswahlverfahren verschieden sind, ist der Ablauf ähnlich. Außerdem gibt es ein paar Bausteine, die so gut wie immer auftauchen. Sie lassen sich in schriftliche, mündliche und praktische Testabschnitte einteilen.

Die schriftlichen Tests

Praktisch jeder Einstellungstest beinhaltet einen schriftlichen Teil. Hier muss der Bewerber Fragen und Aufgaben aus mehreren Themenbereichen lösen. Inzwischen finden die schriftlichen Tests meist am Computer statt, Papierbögen sind seltener geworden.

Die Aufgaben selbst sind überwiegend sogenannte Auswahlfragen. Der Bewerber sieht dabei zu jeder Frage mehrere Antwortmöglichkeiten und muss daraus die richtige Lösung auswählen. Offene Fragen, bei denen der Bewerber selbst eine Antwort formulieren muss, kommen kaum vor.

Ein sehr wichtiger Baustein ist der Deutschtest. Um herauszufinden, wie gut und sicher der Bewerber mit der deutschen Sprache umgeht, muss er Aufgaben bearbeiten, die sich mit Grammatik und Rechtschreibung, Wortschatz und Sprachverständnis beschäftigen. Manchmal wird beim Test auch ein Diktat oder ein kurzer Aufsatz geschrieben.

Ein anderes Thema, das immer drankommt, ist Mathe. Übungen zu den Grundrechenarten, dem Dreisatz, der Zins- und Prozentrechnung, dem Bruchrechnen und Textaufgaben stehen hier beispielsweise auf dem Programm. Außerdem werden Fragen gestellt, die das Allgemeinwissen und das Fachwissen prüfen.

Dazu kommt dann noch ein Logiktest. Hier geht es darum, Zahlenreihen fortzuführen, Matrizen zuzuordnen, Figuren zu erkennen, logische Schlussfolgerungen zu ziehen oder sich verschiedene Inhalte einzuprägen.

Neben dem logischen und abstrakten Denkvermögen stehen somit auch die Merkfähigkeit und das Konzentrationsvermögen auf dem Prüfstand.

In vielen Fällen ist der schriftliche Prüfungsteil so aufgebaut, dass es eigentlich nicht möglich ist, alle Aufgaben in der vorgegebenen Zeit zu schaffen.

Die Idee dahinter ist, dass der Arbeitgeber sehen will, wie gut der Bewerber mit Druck und Stress zurechtkommt. Wichtig ist deshalb, dass sich der Bewerber nicht aus dem Konzept bringen lässt oder panisch wird, sondern die Aufgaben zügig, aber konzentriert und aufmerksam durchgeht.

Die mündlichen Tests

Die schriftlichen Tests werden durch einen mündlichen Teil ergänzt. Das Herzstück davon ist das Vorstellungsgespräch. Im persönlichen Gespräch möchte der Arbeitgeber den Bewerber näher kennenlernen und etwas über seine Motivation erfahren.

Die Fragen sind die klassischen Fragen, die bei einem Vorstellungsgespräch üblicherweise gestellt werden. Für den Bewerber ist wichtig, dass er schlüssig und überzeugend erklären kann, warum er ausgerechnet diesen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz unbedingt will und was er dafür mitbringt.

Einige Auswahlverfahren enthalten zusätzlich dazu ein Assessment-Center. Dabei muss der Bewerber in einer Gruppe mit anderen Kandidaten über ein bestimmtes Thema diskutieren oder einen kurzen Vortrag halten. Neben Gruppenaufgaben und Rollenspielen kann auch die berühmt-berüchtigte Postkorbübung auf dem Programm stehen.

Im Assessment-Center geht es vor allem um das Auftreten des Bewerbers anderen gegenüber, das mündliche Ausdrucksvermögen, die Durchsetzungsfähigkeit und den Teamgeist.

Der Bewerber ist gut beraten, wenn er aktiv mitmacht, ohne sich dabei zu sehr in den Vordergrund zu drängen. Außerdem sollte er immer höflich, freundlich und fair bleiben.

Die praktischen Tests

Je nach Arbeitgeber und Beruf kann ein Einstellungstest auch praktische Testteile enthalten. Dabei kann es sich dann um eine Arbeitsprobe handeln. Dafür bekommt der Bewerber einen Mini-Auftrag, den er ausführen soll.

Der Arbeitgeber möchte dadurch ermitteln, wie sorgfältig der Bewerber arbeitet und wie gut er Anweisungen umsetzen kann. Arbeitsproben sind in handwerklichen und technischen, aber auch kreativen Berufen oft Bestandteil vom Auswahlverfahren.

Daneben können die körperliche Leistungsfähigkeit, die Fitness und die Gesundheit überprüft werden. Das erfolgt teils durch einen Sporttest und teils durch eine ärztliche Untersuchung. Bei den Tests der Polizei, der Bundeswehr und der Feuerwehr ist das zum Beispiel der Fall.

Die Wertung der einzelnen Abschnitte vom Einstellungstest

Für jeden Einzeltest vom Auswahlverfahren ist ein bestimmter Wert festgelegt. Bei den schriftlichen Tests muss der Bewerber dadurch eine bestimmte Quote an richtigen Antworten erzielen oder darf eine gewisse Fehlerzahl nicht überschreiten. Bei den mündlichen und praktischen Tests muss er eine vorgegebene Punktzahl oder Note erreichen.

Schafft der Bewerber die geforderten Leistungen, hat er den jeweiligen Einzeltest bestanden.

Wichtig ist das deshalb, weil die meisten Einstellungstests auf einem K.O.-System basieren. K.O.-System meint, dass der Bewerber nur dann am nächsten Einzeltest teilnehmen kann, wenn er den vorhergehenden Abschnitt erfolgreich hinter sich gebracht hat.

Scheitert er an einem Einzeltest, ist er bei diesem Baustein durchgefallen. Gleichzeitig gilt der gesamte Einstellungstest als nicht bestanden und der Bewerber scheidet aus dem weiteren Verfahren aus.

Meistens werden die einzelnen Tests gleich nach der Durchführung ausgewertet. Deshalb erfährt der Bewerber auch direkt, ob er noch im Rennen ist und die Prüfung für ihn weitergeht.

Hat er einen Einzeltest nicht geschafft, ist der Einstellungstest für ihn beendet. Dieses Testsystem bringt es mit sich, dass sich die Reihen zunehmend lichten.

Allerdings gibt es auch Arbeitgeber, die ihre Bewerber den kompletten Einstellungstest durchlaufen lassen. In diesem Fall gibt es entweder ein Abschlussgespräch, bei dem die Prüfer dem Bewerber mitteilen, ob er bestanden und wie gut er abgeschnitten hat. Oder der Arbeitgeber informiert den Bewerber einige Zeit später schriftlich über das Testergebnis.

Im nächsten Teil schauen wir uns an, woran viele Kandidaten scheitern und was der Bewerber tun kann, wenn es im ersten Anlauf nicht geklappt hat.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.
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