Ideenklau unter Kollegen – Tipps zum richtigen Umgang

Ideenklau unter Kollegen – Tipps zum richtigen Umgang

Ein Mitarbeiter hat eine richtig gute Idee und spricht mit den paar Kollegen darüber, mit denen er eng zusammenarbeitet. Beim nächsten Meeting möchte der Mitarbeiter seinen Einfall präsentieren. Insgeheim freut er sich auch schon auf das Lob, das er dafür ernten wird. Doch plötzlich berichtet ein Kollege über die Idee und kassiert viel Anerkennung und Zuspruch. Dass der Lösungsansatz gar nicht von ihm ist, erwähnt er natürlich nicht.

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Ideenklau unter Kollegen - Tipps zum richtigen Umgang

Es ist verständlich, dass der Mitarbeiter sauer ist. Aber was soll er nun tun? Soll er die Sache stillschweigend hinnehmen oder den Ideendieb vor versammelter Mannschaft zur Rede stellen?

Wir geben ein paar Tipps zum richtigen
Umgang mit Ideenklau unter Kollegen!:

Einen Ideenklau unter Kollegen vermeiden

Die eingangs geschilderte Situation ist keine Seltenheit. Und selbstverständlich ist es ärgerlich, wenn sich ein Kollege mit fremden Federn schmückt. Aber der Mitarbeiter kann dafür sorgen, dass andere Kollegen erst gar nicht die Möglichkeit bekommen, seine Einfälle als ihre Ideen auszugeben.

Nämlich so:

Nicht zu lange abwarten

Mag sein, dass der Mitarbeiter seinen Lösungsansatz gut durchdenken möchte, bevor er sich vorschnell mit einer noch nicht ganz ausgereiften Idee an den Chef wendet. Trotzdem sollte er nicht zu lange zögern.

Je mehr Bedenkzeit er sich nimmt, desto größer ist die Gefahr, dass ein anderer Kollege den Ansatz kopiert oder zufällig eine ähnliche Lösung entdeckt und dem Mitarbeiter zuvorkommt.

Außerdem müssen Lösungsansätze nicht bis ins kleinste Detail ausgearbeitet sein. Eine Idee ist erst einmal nur eine Grundlage, die dann auch gemeinsam im Team zu Ende entwickelt werden kann.

Mit mehreren Kollegen sprechen

Statt die Idee nur mit zwei, drei Kollegen in vertraulichen Vier-Augen-Gesprächen zu besprechen, fährt der Mitarbeiter besser, wenn er seinen Einfall offen in großer Runde präsentiert. Auf diese Weise gibt es nämlich viele Zeugen, die wissen, wer den Vorschlag gemacht hat. Ein Kollege, der die Idee klaut und als seine ausgibt, fliegt so sehr schnell als Ideendieb auf.

Den Teamgeist stärken

Möglicherweise liegt das Problem ganz woanders. Bei einem hohen Leistungsdruck und viel Konkurrenz am Arbeitsplatz ist es verlockend, die Ideen der Kollegen zu kopieren. Wenn jeder darauf bedacht ist, hervorzustechen und in einem möglichst guten Licht dazustehen, werden andere mitunter in den Hintergrund gedrängt.

Deshalb sollte das Ziel sein, das Arbeitsklima zu verbessern. Offene Gespräche, bereinigte Konflikte und selbst Kleinigkeiten wie gemeinsam verbrachte Pausen können schon viel bewirken.

Je mehr sich die Kollegen als Team verstehen, das an einem Strang zieht statt ständig im Wettkampf zu sein, desto angenehmer ist die Arbeitsatmosphäre. Und dann besteht auch kein Bedarf mehr, andere durch Ideenklau auszustechen.

Richtig mit Ideenklau unter Kollegen umgehen

Bei Ideen und Arbeiten mit einem künstlerischen Wert kann das Urheberrecht vor einem Diebstahl schützen. Auf Produkte, Verfahren und ähnliche Erfindungen kann ein Patent angemeldet werden. Doch wenn es nur um eine Idee für zum Beispiel einen typischen Ablauf im Geschäftsalltag, ein neues Produkt im Sortiment oder eine originelle Werbeaktion für Kunden geht, greift kein Schutzmechanismus.

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Dem Mitarbeiter bleibt deshalb nichts anderes übrig, als seine Idee erst einmal für sich zu behalten, um sie bei passender Gelegenheit im großen Kreis in den Raum zu stellen. So kann er seinen Einfall am besten vor einem diebischen Kollegen schützen.

Was aber, wenn sich ein Kollege die Idee bereits zu eigen gemacht hat?:

Die richtige Reaktion

Zunächst einmal sollte der Mitarbeiter überlegen, ob wirklich ein absichtlicher Ideenklau vorliegt. Gerade in einem Team kann die Grenze zwischen glanzvollen Einzelleistungen und Gemeinschaftsleistungen fließend sein. Möglicherweise war die eigene Idee eine Mischung aus mehreren Einfällen, die im Team kursiert sind. Vielleicht prescht der Kollege gerne nach vorne und wollte durch seine Aktion nur sicherstellen, dass die Idee Gehör findet.

Um Missverständnisse aus dem Weg zu räumen, ist ein ruhiges und sachliches Vier-Augen-Gespräch die beste Lösung. Stellt sich heraus, dass der Ideenklau keine böse Absicht war, lässt sich die Sache so aus der Welt schaffen.

Ist dem Kollegen durchaus bewusst, dass er sich durch den Ideenklau unfair verhalten hat, verweist ihn der Mitarbeiter in die Schranken. Der Kollege weiß dann, dass er ein zweites Mal mit so einer Nummer nicht mehr durchkommen wird.

Ist die Angelegenheit geklärt, sollte sie der Mitarbeiter abhaken. Es bringt nichts, sich ewig über die geklaute Idee zu ärgern. Die Zeit lässt sich nicht zurückdrehen. Besser ist deshalb, einen Schlussstrich unter die Sache zu ziehen und den Blick nach vorne zu richten.

Der falsche Weg

Auch wenn sich der Mitarbeiter noch so ärgert, sollte er professionell bleiben. Niemandem ist damit geholfen, wenn er in die Opferrolle verfällt und den anderen Kollegen die Ohren voll jammert. Zum einen können die Kollegen weder etwas dafür noch etwas daran ändern.

Und zum anderen wirkt es unprofessionell, zu schmollen. Ein Kollege, der bei anderen abgucken muss, weil ihm selbst nichts einfällt, hat bestenfalls Mitleid verdient. Als kreativer Kopf wird der Mitarbeiter sicher schon bald die nächste gute Idee haben.

Auch zum Chef zu gehen und zu petzen, ist der falsche Ansatz. So ein Verhalten mag im Kindergarten in Ordnung sein, am Arbeitsplatz ist es unangebracht. Zumal der Mitarbeiter dann handfeste Beweise dafür bräuchte, dass die Idee wirklich von ihm kam. Andernfalls bleibt es eine bloße Behauptung, die den Mitarbeiter missgünstig erscheinen lässt, wenn der Chef  nicht weiß, wem er glauben soll.

Die mit Abstand schlechteste Reaktion ist aber, Rache zu üben. Als Vergeltung selbst Ideen zu klauen, macht die Sache nicht besser.

Und den Kollegen in peinliche Situationen zu bringen oder gar zu mobben, ist nicht nur unterste Schublade, sondern kann sogar ernsthafte Konsequenzen haben. Außerdem macht sich der Mitarbeiter dadurch nur noch unbeliebter als sein Kollege.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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