Azubis motivieren – 12 Tipps, 2. Teil

Azubis motivieren – 12 Tipps, 2. Teil

Mit Azubis hat ein Unternehmen den Nachwuchs an Fach- und Führungskräften in seinen Reihen. Umso wichtiger ist daher, dass das Unternehmen seine Azubis motiviert und darin bestärkt, dem Unternehmen langfristig treu zu bleiben.

Für ein Unternehmen lohnt es sich vor allem dann, Zeit, Arbeit und Geld in die Ausbildung zu investieren, wenn die Azubis auch über die Ausbildungszeit hinaus beim Unternehmen bleiben. Denn das Unternehmen kann die Nachwuchskräfte nach seinen Bedürfnissen qualifizieren.

Gleichzeitig lernen die Azubis von den erfahrenen Mitarbeitern. Dadurch bleibt das vorhandene Fachwissen erhalten und entwickelt sich weiter. Das Unternehmen ist also gut beraten, die Motivation seiner Azubis zu fördern und ihre Bereitschaft, sich langfristig ans Unternehmen zu binden, zu stärken. Aber wie kann das gelingen? In einem zweiteiligen Beitrag geben wir zwölf Tipps.

Hier ist der 2. Teil!

 

Tipp Nr. 7: Die theoretischen Ausbildungsinhalte in die Praxis übertragen.

Während der Azubi die praktischen Ausbildungsinhalte im Betrieb lernt, werden die theoretischen Ausbildungsinhalte in der Berufsschule vermittelt. Wichtig ist, dass der Ausbilder darüber Bescheid weiß, was in der Berufsschule gelehrt wird. Denn zum einen kann er dem Azubi auf diese Weise vermitteln, dass die Theorie genauso wichtig und wertvoll ist wie die Praxis. Und zum anderen wird es dadurch wesentlich einfacher, das Theoriewissen auf die Praxis zu übertragen und im Berufsalltag umzusetzen.

Als guter Ausbilder und fairer Arbeitgeber kann sich das Unternehmen außerdem dadurch präsentieren, dass es dem Azubi während der Arbeitszeit die Möglichkeit einräumt, sein Berichtsheft zu schreiben oder für Klassenarbeiten und Prüfungen zu lernen.

Damit vermittelt das Unternehmen die Botschaft, dass es flexibel auf die individuellen Bedürfnisse des Azubis eingeht. Kommt der Azubi nicht weiter, hat er direkt vor Ort Ansprechpartner, die es fragen kann. Und auch das Unternehmen profitiert.

Denn zum einen kann es sicher sein, dass der Azubi sein Berichtsheft zeitnah führt und sich auf die Berufsschule vorbereitet. Und zum anderen wirken sich neu erworbenes Wissen, Erfolgserlebnisse und gute Leistungen in Berufsschule positiv auf die Motivation für die Ausbildung aus.

 

Tipp Nr. 8: Die Lehrpläne nie in Frage stellen.

Die Theorie und die Praxis klaffen mitunter weit auseinander und längst nicht alles, was im Lehrbuch steht, wird so auch im Tagesgeschäft gehandhabt. Trotzdem sollte sich das Unternehmen nicht dazu verleiten lassen, die Lehrpläne in Frage zu stellen oder die theoretischen Ausbildungsinhalte als Blödsinn abzutun.

Denn eine solche Haltung könnte die Motivation des Azubis, die Berufsschule zu besuchen und ernst zu nehmen, sehr nachteilig beeinflussen. Wesentlich besser ist, wenn der Ausbilder dem Azubi erklärt, warum das Unternehmen nicht nach Lehrbuch vorgeht und welchen Weg es stattdessen wählt. Ideal ist, wenn der Azubi die Theorie aus der Berufsschule an einer konkreten Aufgabe durchspielen kann. Dadurch kann der Azubi sein Wissen eigenständig auf die Praxis übertragen und erkennt gleichzeitig, weshalb das Unternehmen mit einer anderen Vorgehensweise effektiver arbeiten kann.

 

Tipp Nr. 9: Geduldig sein.

Der Ausbilder ist in aller Regel ein erfahrener Kollege, der sich im Unternehmen auskennt, mit den Abläufen und Prozessen vertraut ist und auch weiß, wie die anderen Kollegen ticken. Für den Azubi hingegen ist erst einmal alles neu. Er muss sich eingewöhnen, die internen Regeln lernen, die verschiedenen Abläufe erfassen, die Situationen richtig einschätzen und Kontakte zu seinen neuen Kollegen knüpfen.

Sehr hilfreich kann es deshalb sein, wenn das Unternehmen eine Infomappe für den Azubi zusammenstellt. Auf diese Weise kann sich der Azubi etwas besser mit dem Unternehmen und dessen Strukturen vertraut machen.

Auf einem Organigramm kann der Azubi ablesen, wer wofür zuständig ist. Wichtig ist außerdem, dass sowohl der Ausbilder als auch die neuen Kollegen in der Anfangszeit geduldig sind und die Fragen des Azubis beantworten. Damit sind die Weichen dafür, dass sich der Azubi gut aufgehoben fühlt und schnell einleben kann, gestellt.

 

Tipp Nr. 10: Den Azubis Selbstbewusstsein vermitteln.

Ein Kollege weist dem Azubi eine Aufgabe zu, die eigentlich nicht in den Tätigkeitsbereich des Azubis gehört, aber zeitnah erledigt werden muss. Da es sich um einen älteren und erfahrenen Kollegen handelt, möchte der Azubi den Auftrag nicht ablehnen.

Allerdings schafft der Azubi durch den Zusatzauftrag das Pensum, das er mit dem Ausbilder abgesprochen hatte, nicht. – Solche Situationen sollten möglichst vermieden werden. Denn es besteht die Gefahr, dass es zu Konflikten kommt. Immerhin könnte beim Azubi der Eindruck entstehen, dass er das Dienstmädchen für alle spielen muss und als Dank dafür, dass er Zusatzaufgaben übernimmt, auch noch einen Rüffel vom Ausbilder bekommt.

Zudem könnte sich Frust breitmachen, weil der Azubi seine Leistungen und sein Engagement nicht angemessen gewürdigt sieht. Auf die Motivation und die Bindungsbereitschaft des Azubis wird sich das sicher nicht positiv auswirken.

Der Ausbilder sollte deshalb gegenüber den Kollegen sicherstellen, dass er derjenige ist, der den Arbeitsalltag des Azubis steuert. Außerdem sollte er den Azubi dazu ermutigen, Prioritäten zu setzen, Selbstbewusstsein zu zeigen und einen Auftrag auch einmal abzulehnen. Davon wird der Azubi auch auf seinem weiteren Berufsweg profitieren.

 

Tipp Nr. 11: Fehler sachlich aufarbeiten.

Natürlich werden dem Azubi auch Fehler unterlaufen und oft wird der Azubi nicht einschätzen können, ob und wie schwerwiegend ein Fehler war. Tatsächlich ist es jedoch meist so, dass die Fehler gar nicht so schlimm sind, den laufenden Geschäftsbetrieb nicht ernsthaft durcheinanderbringen und recht schnell wieder ausgebügelt werden können.

Vielmehr sind es besonders perfektionistische, ängstliche oder genervte Kollegen, die einen harmlosen Fehler zum Drama erklären. Wichtig ist deshalb, dass der Ausbilder die Situation wieder ins rechte Lot bringt. Natürlich sollte er die Fehler mit dem Azubi besprechen, mit ihm analysieren, wie es dazu kam, und gemeinsam nach einer Lösung suchen, wie solche Fehler künftig vermieden werden können.

Genauso spricht selbstverständlich nichts dagegen, den Azubi zu mehr Aufmerksamkeit und Sorgfalt zu ermahnen, wenn die Fehler einer schlampigen Arbeitsweise geschuldet sind. Aber der Ausbilder sollte eben auch vermitteln, dass jedem Fehler unterlaufen können.

Für den Azubi ist wichtig zu wissen, dass ihm niemand den Kopf abreißt, wenn er etwas falsch macht. Harsche Kritik, eine strenge Kontrolle und das Vorenthalten von verantwortungsvollen Aufgaben als Reaktion auf Fehler sind genau der falsche Weg.

Denn sie erhöhen den Druck zusätzlich und in der Folge wird der Azubi nur noch mehr Fehler machen. Zudem steigen die Unsicherheit und der Frust, während das Vertrauen und die Motivation zunehmend schwinden. Natürlich heißt das nicht, dass ein Azubi mit Samthandschuhen angefasst werden muss. Entscheidend ist aber, dass konstruktive Kritik geübt wird. Denn nur so kann der Azubi aus seinen Fehlern lernen.

 

Tipp Nr. 12: Zeitgemäß auftreten.

Für Azubis und junge Arbeitnehmer ist wichtig, dass sie sich mit ihrem Arbeitgeber identifizieren können. Gut ist deshalb, wenn ein Unternehmen zeitgemäß auftritt und beispielsweise auf Ausbildungsbörsen und in den sozialen Medien präsent ist. Ein Azubi lässt sich leichter motivieren, wenn er in seinem Freundeskreis zeigen kann, wer sein Ausbildungsbetrieb ist und für welche Werte dieser steht.

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