Die 4 Karrierephasen im Berufsleben

Die 4 Karrierephasen im Berufsleben

Natürlich gleicht am Ende keine Karriere der anderen. Jeder Mensch trifft seine ganz eigenen Entscheidungen und hat einen individuellen Lebensverlauf, durch den er zu verschiedenen Zeiten an unterschiedlichen Punkten ist. Trotzdem lässt sich das Berufsleben in vier Karrierephasen einteilen. Dabei geht es in den Karrierephasen weniger um die konkreten Ziele. Vielmehr sind es bestimmte Fragen und Überlegungen, die die einzelnen Phasen prägen.

Die 4 Karrierephasen im Berufsleben

Wir stellen die vier Karrierephasen im Berufsleben vor!:

Wodurch werden die Karrierephasen beeinflusst?

So verschieden wie Menschen sind, so unterschiedlich sind auch die beruflichen Wege, die sie einschlagen. Und selbst wenn die Wahl auf den gleichen Beruf fällt, kann sich der Lebenslauf ganz unterschiedlich entwickeln. Dennoch durchläuft jeder vier Karrierephasen.

Allerdings sind die Zeitpunkte, wann die einzelnen Phasen erreicht werden, nicht gleich. Während der eine im Alter von 25 noch in der ersten Phase steckt, kann ein anderer schon längst in der dritten Phase angekommen sein.

Doch das macht überhaupt nichts und sagt auch nichts über den beruflichen Erfolg aus. Denn es geht nicht darum, die verschiedenen Phasen möglichst schnell hinter sich zu bringen. Das Ziel ist vielmehr, sich stetig weiterzuentwickeln und für den weiteren Berufs- und Lebensweg Erkenntnisse zu gewinnen.

Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die den Verlauf beeinflussen. Zu diesen Faktoren gehört das Alter. Zwar ist das Alter nicht das einzige und ausschlaggebende Kriterium. Trotzdem spielt es mit Blick auf die berufliche Karriere eine Rolle. Denn jemand, der 20 oder 25 Jahre alt ist, führt nun einmal ein anderes Leben als jemand, der schon 40 oder 45 Jahre alt ist.

Ein anderer Einflussfaktor ist die eigene Persönlichkeit. Jemand, der selbstbewusst, ehrgeizig und zielstrebig ist, schließt eine Karrierephase meist früher ab als jemand, der eher schüchtern ist und dezent im Hintergrund agiert.

Der eine ist bereit, Risiken einzugehen, und stellt sich gerne neuen Herausforderungen. Einem anderen hingegen sind Sicherheit und klare Strukturen wichtiger. Eine Rolle spielt auch, wie schnell sich jemand in eine Gruppe integrieren kann und Vertrauen fasst.

Und nicht zuletzt hat der Lebenslauf Einfluss auf die Karriere. Wer den Arbeitgeber wechselt oder sich beruflich neu orientiert, bleibt mitunter in einer Phase stecken oder versetzt sich sogar in eine frühere Phase zurück. Im Unterschied dazu durchläuft jemand, der über viele Jahre im gleichen Job für einen Arbeitgeber tätig ist, die Karrierephasen üblicherweise schneller.

Was sind die vier Karrierephasen im Berufsleben?

Nachdem wir nun dauernd von den verschiedenen Karrierephasen gesprochen haben, wird es Zeit, uns die Phasen als solches anzuschauen. Natürlich ist es möglich, einen beruflichen Werdegang in viele kleine Abschnitte zu gliedern. Doch alles in einzelne Stationen aufzudröseln, macht letztlich wenig Sinn.

Es genügt, vier große Etappen zu definieren:

  1. Eintrittsphase

In der ersten Karrierephase geht es um das Ankommen. Meist ist sie von Unsicherheit geprägt, denn in der Eintrittsphase geht es darum, seinen beruflichen Weg zu finden.

Manchmal scheint es, als wäre die Entscheidung schon gefallen. Doch ein Erlebnis oder eine Begegnung kann die Pläne gehörig ins Wanken bringen. Solche Kehrtwenden sind nicht ungewöhnlich. Zumal die Entscheidung für einen Job immer auch eine Entscheidung gegen viele andere berufliche Wege ist.

Manchmal ist die Eintrittsphase auch vom persönlichen Umfeld geprägt. Wenn zum Beispiel in einer Familie alle Mediziner oder Juristen sind, ist die Erwartung, dass der Spross ebenfalls Medizin oder Jura studiert, groß. Tatsächlich kann er sich für diese Richtung entscheiden, genauso gut aber auch etwas komplett anderes machen, um sich klar abzugrenzen.

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Jedenfalls steht die Eintrittsphase im Zeichen von Neugier und dem Ausprobieren. Auch Unsicherheit und Zweifel sind typisch für diese Phase. Meist findet die Eintrittsphase in der Zeit statt, in der die Berufswahl fällt, die Ausbildung beginnt oder ein komplett neuer Abschnitt startet.

  1. Aufbauphase

An die Eintrittsphase schließlich sich die Aufbauphase an. Im Mittelpunkt steht, den eingeschlagenen Berufsweg weiterzugehen und die berufliche Existenz aufzubauen. Es geht darum, praktische Erfahrung zu sammeln, das Fachwissen zu vertiefen, sich Kompetenzen anzueignen und zusätzliche Qualifikationen zu erwerben.

Im Normalfall erstreckt sich die Aufbauphase über mehrere Jahre. Sie schließt die Ausbildung, die Berufspraxis und mögliche Weiterbildungen ein. Das Ziel ist, sich im Beruf zu beweisen und sich einen bestimmten Status zu erarbeiten. Letztlich geht es darum, das im Beruf zu erreichen, was man sein möchte.

Beruflicher Erfolg bemisst sich aber nicht unbedingt am Einkommen oder an der Position. Entscheidend ist, die für sich definierten Ziele zu erreichen. So bedeutet Erfolg für den einen vielleicht, dass er einen Festvertrag bei seinem Wunsch-Arbeitgeber bekommt, während sich der andere zufrieden zurücklehnt, wenn er sich ein bestimmtes Auto leisten kann.

  1. Orientierungsphase

Ist die Aufbauphase erfolgreich abgeschlossen, sind die Weichen für den weiteren Berufsweg gestellt. Doch irgendwann kommt der Punkt, an dem es Zeit wird, für sich Prioritäten zu setzen.

In der Orientierungsphase geht es im Wesentlichen um die Frage, wohin die Reise gehen soll. Soll die Karriere klar im Vordergrund stehen? Investiere ich alle Energie in den Beruf und stecke dafür privat zurück? Ist mir wichtiger, Zeit mit meiner Familie zu verbringen und nehme ich dafür in Kauf, beruflich langsamer vorwärtszukommen?

Die Orientierungsphase erfordert oft Kompromisse. Es gilt, den Job und das Privatleben zu gewichten und für sich in eine stimmige Balance zu bringen. Ein Patentrezept gibt es dabei nicht. Vielmehr muss jeder für sich herausfinden, was für ihn Priorität hat und wie er seine Ziele am besten unter einen Hut bringen kann.

  1. Identitätsphase

In der vierten Karrierephase steht der Sinn im Mittelpunkt. Waren meine bisherigen Entscheidungen richtig? Bin ich dort angekommen, wo ich hinwollte? Bin ich gefestigt und möchte, dass alles so bleibt? Oder bin ich nicht zufrieden und möchte neu abbiegen?

Die Identitätsphase kann sehr lange anhalten, wenn die vorhergehenden Phasen gut gelaufen sind. Aber sie kann auch sehr schnell vorbei sein. Der Verlust des Arbeitsplatzes, die Trennung vom Partner oder einfach das Gefühl, noch nicht am Ziel zu sein, kann zur Folge haben, dass ein anderer Plan hermuss.

Und das ist auch völlig in Ordnung. Denn wer die verschiedenen Karrierephasen durchläuft, entwickelt sich beruflich und persönlich weiter. Er lernt etwas darüber, wer er ist, was er kann und was er will. Mit diesem Wissen ist es kein Problem, wieder von vorne anzufangen und die nächsten, neuen Schritte zu gehen.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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