Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung, 1. Teil

Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung, 1. Teil

Wenn von der Berufsausbildung die Rede ist, denken die meisten an eine betriebliche Ausbildung. Sie wird auch als duale Ausbildung bezeichnet. Dual deshalb, weil die Ausbildung praktische Berufserfahrung und theoretisches Wissen miteinander verknüpft. Dafür lernt der Azubi in seinem Ausbildungsbetrieb und besucht parallel dazu eine Berufsschule.

Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung

Eine betriebliche Ausbildung im dualen System ist aber nicht die einzige Möglichkeit, um einen Beruf zu erlernen. Als Alternative dazu gibt es in Deutschland nämlich auch die schulische Ausbildung.

Etwa ein Fünftel aller Jugendlichen entscheidet sich für diesen Weg, nachdem sie die Hauptschule oder die Realschule erfolgreich abgeschlossen haben.

Nur: Was ist eine schulische Ausbildung? Wie läuft sie ab? Wie lange dauert sie? Und welche Ausbildungsberufe können in dieser Form erlernt werden?

Diese und weitere Fragen beantworten wir in einem zweiteiligen Beitrag mit allen wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung:

Was ist eine schulische Ausbildung?

Wie der Name schon andeutet, steht bei einer schulischen Ausbildung der Schulunterricht im Vordergrund. Diese Form der Berufsausbildung findet an Berufsfachschulen und Fachakademien statt und wird in Form von Vollzeitunterricht durchgeführt. Aus diesem Grund wird manchmal auch von einer vollschulischen Ausbildung gesprochen.

Bei den Schulen kann es sich sowohl um öffentliche als auch um private Berufsfachschulen handeln. Die Ausbildung dauert je nach Ausbildung und Branche zwischen einem und dreieinhalb Jahren. Wie genau die schulische Ausbildung aufgebaut ist und welchen Abschluss der Azubi macht, ist deshalb je nach Schule, Beruf und Bundesland verschieden. Die zulässigen Abschlussformen regelt aber das Berufsbildungsgesetz.

Doch auch wenn die Ausbildung in Form von Vollzeit-Schulunterricht stattfindet, heißt das nicht, dass sich der Azubi ausschließlich mit trockener Theorie herumplagen muss. Vielmehr sieht die schulische Ausbildung immer auch betriebliche Praktika vor. Dabei sind die Praktika entweder direkt in den Schulalltag integriert oder stehen blockweise auf dem Programm.

In ersterem Fall sammelt der Azubi an einem oder zwei Tagen pro Woche praktische Berufserfahrung im Betrieb und geht den Rest der Woche in die Schule. Erfolgt die Durchführung blockweise, besucht der Azubi eine ganze Zeit am Stück die Schule und macht dann ein Praktikum, das zum Beispiel zwei Wochen lang dauert.

Die Praktika stellen sicher, dass der Azubi genug Praxiserfahrung sammelt, um nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung in seinem Beruf durchstarten zu können. Die Praktikumsplätze stellen Unternehmen und Einrichtungen zur Verfügung, mit denen die Berufsfachschulen zusammenarbeiten.

Welche Voraussetzungen gelten für eine schulische Ausbildung?

Die genauen Voraussetzungen, die ein Azubi für eine schulische Ausbildung mitbringen muss, hängen von der jeweiligen Berufsfachschule oder Fachakademie ab. Der überwiegende Teil der Azubis bringt mindestens einen Realschulabschluss mit. Doch auch mit einem Hauptschulabschluss ist eine schulische Ausbildung möglich.

Einige Schulen legen ein Mindestalter fest. Meist liegt das zwischen 16 und 18 Jahren. Außerdem gibt es mitunter einen Einstellungstest, den der Azubi bestehen muss, damit er aufgenommen werden kann. Möchte der Azubi einen Beruf im Gesundheitswesen erlernen, braucht er auch bestimmte Gesundheitszeugnisse.

Wichtig zu wissen ist, dass es bei einer schulischen Ausbildung feste Anmeldezeiten gibt. Die Fristen für die Anmeldung legen aber wieder die einzelnen Schulen für sich selbst fest. Der Azubi sollte sich deshalb informieren, bis wann er sich bei seiner Wunsch-Schule angemeldet haben muss, damit er wie geplant mit der Ausbildung beginnen kann.

Für welche Berufe gibt es eine schulische Ausbildung?

Das Schulwesen ist in Deutschland Sache der Bundesländer. Da auch die Berufsfachschulen in den Kompetenzbereich der einzelnen Länder fallen, kann es, was das Angebot an Berufen angeht, Unterschiede geben. Gleiches gilt für den Verlauf der Ausbildungen und die Abschlüsse.

Angeboten wird die schulische Ausbildung aber in erster Linie in Berufen, die zum Gesundheits- und Sozialwesen gehören. Hier sind die Schulen dann oft auch an Krankenhäuser, Kliniken und andere Pflegeeinrichtungen angegliedert. Daneben werden einige technische, gestalterische und kreative Berufe schulisch ausgebildet.

Zu den beliebtesten Berufen, die Azubis im Rahmen einer schulischen Ausbildung erlernen können, gehören folgende:

  • Erzieher/in
  • Logopäde/Logopädin
  • Gesundheits- und Krankenpfleger/in
  • Physiotherapeut/in
  • Altenpfleger/in
  • Medizinisch-technische/r Assistent/in
  • Technische/r Assistent/in für Informatik
  • Maschinen- und Anlagenführer/in
  • Fremdsprachenkorrespondent/in
  • Dolmetscher/in
  • Medienassistent/in
  • Musiker/in

Aber auch weniger bekannte Ausbildungsberufe werden als schulische Ausbildung angeboten. So zum Beispiel der Sozialassistent, der biologisch-technische Assistent, der schiffsbetriebstechnische Assistent oder der foto- und medientechnische Assistent. Eine Übersicht über alle Berufe, die es als schulische Ausbildungen gibt, findet sich beispielsweise auf der Webseite der Arbeitsagentur.

Im 2. Teil schauen wir uns unter anderem an, wie lange eine schulische Ausbildung dauert, welche Vergütung es gibt und mit welchem Abschluss die Ausbildung endet.

Mehr Anleitungen, Ratgeber und Tipps:

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Veröffentlicht von

Simon Schneider, Mareike Dietzbach & Christian Gülcan

Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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