Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung, 2. Teil

Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung, 2. Teil

Die meisten bringen eine Berufsausbildung mit einer betrieblichen Ausbildung in Verbindung. Die betriebliche Ausbildung ist auch als duale Ausbildung bekannt, denn sie verbindet die Praxis und die Theorie miteinander.

Alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung, 2. Teil

Dafür lernt und arbeitet der Azubi in seinem Ausbildungsbetrieb. So eignet er sich die praktischen Ausbildungsinhalte an und sammelt erste Berufserfahrung. Parallel dazu geht er in eine Berufsschule. Dort stehen die theoretischen Ausbildungsinhalte im Vordergrund.

Doch zur Ausbildung im dualen System gibt es eine Alternative. Nämlich die schulische Ausbildung. Auch sie ermöglicht, einen Beruf zu erlernen. Der Abschluss ist gleichwertig und genauso anerkannt wie bei einer betrieblichen Ausbildung.

Obwohl sich rund 20 Prozent der Jugendlichen mit Haupt- und Realschulabschluss für eine schulische Ausbildung entscheiden, wirft diese Ausbildungsform oft Fragen auf. In einem zweiteiligen Beitrag haben wir deshalb alle wichtigen Infos zur schulischen Ausbildung zusammengetragen.

Dabei ging es im 1. Teil darum, was eine schulische Ausbildung eigentlich genau ist, welche Voraussetzungen dafür gelten und für welche Berufe sie angeboten wird.

Hier geht’s nun weiter mit dem 2. Teil:

Wie lange dauert eine schulische Ausbildung?

Die Dauer einer schulischen Ausbildung hängt zum einen davon ab, welchen Schulabschluss der Azubi mitbringt. Zum anderen richtet sie sich danach, welche Form der Ausbildung der Azubi macht und welchen Beruf er erlernt. Deshalb kann es mit Blick auf die Dauer deutliche Unterschiede geben.

Generell gilt, dass die Ausbildungsdauer umso kürzer ist, je höher der Schulabschluss des Azubis ist. Und eine vollständige Berufsausbildung dauert deutlich länger als nur eine Grundausbildung. Insgesamt bewegt sich der Zeitrahmen für eine schulische Ausbildung daher zwischen einem und dreieinhalb Jahren.

Wie sieht es mit der Vergütung während der schulischen Ausbildung aus?

Im Gegensatz zu einer betrieblichen Ausbildung gibt es bei einer schulischen Ausbildung keine Vergütung. Ähnlich wie bei einem Studium verdient der Azubi also kein Geld, wenn er eine schulische Ausbildung absolviert. An einigen Schulen muss der Azubi sogar ein Schulgeld bezahlen. Solche Gebühren erheben aber in erster Linie Privatschulen.

Andererseits muss der Azubi die Idee mit der schulischen Ausbildung nicht gleich über Bord werfen, nur weil er befürchtet, dass er ohne Ausbildungsentgelt finanziell nicht über die Runden kommt. Denn es gibt verschiedene Förderprogramme. Die gängigste Form der finanziellen Unterstützung ist das Bafög, das auch Studenten erhalten.

Ob ein Förderanspruch besteht, in welcher Form er möglich ist, wie hoch er ausfällt und an welche Bedingungen er geknüpft ist, hängt immer vom Einzelfall ab. So spielt zum Beispiel das Einkommen der Eltern eine Rolle.

Am besten wirft der angehende Azubi einen Blick auf die Homepage seiner Wunschschule. Dort ist meist angegeben, welche Möglichkeiten es gibt. Ansonsten kann auch die Arbeitsagentur weiterhelfen.

Mit welchem Abschluss endet eine schulische Ausbildung?

Eine schulische Ausbildung endet mit einer Abschlussprüfung, die sich aus schriftlichen, mündlichen und teils praktischen Teilen zusammensetzt. Hat der Azubi die Prüfung bestanden, bekommt er ein Abschlusszertifikat. Je nach Schulart kann dieses aber unterschiedlich ausfallen.

Absolviert der Azubi seine Ausbildung an einer öffentlichen Berufsfachschule, sind die Ausbildungsinhalte für alle Schulen einheitlich festgelegt. Die Vorgaben regelt dann nämlich das Berufsbildungsgesetz. Aus diesem Grund wird das Abschlusszeugnis bundesweit anerkannt und überall gleich behandelt.

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An öffentlichen Berufsfachschulen wird aber zwischen teil- und vollqualifizierenden Bildungsgängen unterschieden. Bei einem teilqualifizierenden Bildungsgang liegt der Schwerpunkt auf den Grundlagen der Berufsausbildung. Der Azubi erwirbt dadurch keinen Berufsabschluss, kann dafür aber einen Schulabschluss nachholen.

Außerdem verfügt er durch die Grundausbildung schon über Vorkenntnisse, die er anschließend vertiefen kann. Bei einem vollqualifizierenden Bildungsgang absolviert der Azubi eine komplette, vollwertige Berufsausbildung, die er mit einem staatlich anerkannten Berufsabschluss beendet.

An einer privaten Berufsfachschule bekommt der Azubi nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung ein Bildungszertifikat. Unterliegt die Ausbildung den gesetzlichen Regelungen und Verordnungen für den jeweiligen Beruf, darf die Ausbildungsstätte ein staatlich anerkanntes Zertifikat ausstellen. Für den Azubi bedeutet das, dass sein Abschluss anerkannt ist und er die notwendige Qualifikation hat, um seinen Beruf in ganz Deutschland auszuüben.

Wichtig ist also, dass sich der Azubi im Vorfeld informiert, welchen Abschluss er an der jeweiligen Schule erwerben kann und ob das Zertifikat, das er am Ende bekommt, bundesweit Gültigkeit hat. Schließlich bringt es wenig, wenn der Azubi zwar einen Beruf gelernt hat, diesen aber nicht ausüben kann, weil seine Qualifikation nicht anerkannt wird.

Was sind die Vorteile und was die Nachteile der schulischen Ausbildung?

In den vergangenen zehn Jahren ist die Anzahl der Azubis, die sich für eine schulische Ausbildung entschieden haben, konstant gestiegen. Obwohl der Praxisbezug geringer ist und die schulische Ausbildung stärker auf die Theorie setzt, sammelt der Azubi durch obligatorische Praktika durchaus auch praktische Berufserfahrung.

Von der Wertigkeit her steht die schulische Ausbildung einer betrieblichen Ausbildung deshalb in nichts nach.

Anders als bei einem dualen Studium oder einem Hochschulstudium braucht der Azubi für eine schulische Ausbildung keinen hohen Schulabschluss. Als Extra kann er aber beispielsweise das Fachabitur während der Ausbildung nachholen. Und weil die schulische Ausbildung nur für bestimmte Berufe angeboten wird, kann der Azubi schon im Verlauf der Ausbildung zusätzliche Qualifikationen erwerben und sich auf einen bestimmten Bereich spezialisieren.

Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die schulische Ausbildung in ihrem Aufbau der normalen Schulzeit ziemlich ähnelt. Der Azubi verbringt weiterhin die meiste Zeit in der Schule und ist dort in einen Klassenverband integriert.

Der Übergang von der Schule ins Berufsleben gestaltet sich dadurch viel sanfter. Vor allem Azubis, denen es schwerfällt, sich schnell in einem komplett neuen und ungewohnten Umfeld zurechtzufinden, können von dem sanften Übergang profitieren.

Neben der fehlenden Vergütung ist ein großer Minuspunkt, dass es kaum möglich ist, bundesweit einheitliche Regelungen und Zertifizierungen festzulegen. Denn das Schulwesen ist Sache der Bundesländer.

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