5 Mythen rund ums Vorstellungsgespräch, Teil 2

5 Mythen rund ums Vorstellungsgespräch, Teil 2

Es ist völlig normal, vor einem Vorstellungsgespräch nervös und angespannt zu sein. Schließlich entscheidet das Gespräch mit dem Personaler größtenteils darüber, ob der Bewerber eine Zusage bekommt und schon bald in seine berufliche Zukunft starten kann. Etwas Zeit, um sich auf das Vorstellungsgespräch vorzubereiten, sollte sich der Bewerber auf jeden Fall nehmen.

5 Mythen rund ums Vorstellungsgespräch, Teil 2

Denn andernfalls wird es schwierig, überzeugend zu vermitteln, warum der Bewerber ausgerechnet diesen Job oder Ausbildungsplatz bei gerade diesem Unternehmen will und was er dafür mitbringt. Außerdem kann er ruhiger ins Gespräch gehen, wenn er in etwa weiß, was der Personaler fragen wird.

Andererseits gibt es einige Gerüchte und Halbwahrheiten über das Bewerbungsgespräch, die sich hartnäckig halten. Schenkt der Bewerber ihnen Glauben, unterlaufen ihm möglicherweise unnötige Fehler, die schlimmstenfalls sogar zur Absage führen können.

Grund genug, mit den fünf gängigsten Mythen rund ums Vorstellungsgespräch aufzuräumen. Hier ist Teil 2 des Beitrags!:

Mythos Nr. 4: Der Personaler will den Bewerber aus dem Konzept bringen.

Manch ein Bewerber hat Angst, dass er eine Frage nicht beantworten kann. Oder dass er den Job oder die Lehrstelle am Ende nur deshalb nicht bekommt, weil er eher schüchtern ist und deshalb wenig schlagfertig, zögerlich, zu langsam oder nicht besonders schlau wirkt. Wenn er sich dann noch an die sogenannten Stress-Interviews erinnert, bei denen der Personaler gezielt unangenehme Fragen stellt, wird die Unsicherheit noch größer.

Solche Bedenken sind zwar verständlich, in aller Regel aber unbegründet. Ein Personaler verfolgt nicht das Ziel, den Bewerber zu überrumpeln oder bloßzustellen. Genauso wenig will der Personaler den Bewerber ärgern oder quälen. Stattdessen möchte er den Bewerber kennenlernen.

Sein Job ist, herauszufinden, ob der Bewerber die notwendigen Fähigkeiten mitbringt und eine Zusammenarbeit erfolgreich sein könnte. Und dazu muss er nun einmal einige Fragen stellen und eventuell auch nachhaken, wenn ihm etwas unklar ist.

Der Bewerber ist gut beraten, wenn er das Vorstellungsgespräch weder als Stresstest sieht noch dem Personaler böse Absichten unterstellt. Stattdessen sollte er unvoreingenommen in die Situation gehen und das Interview als Chance verstehen, sich gegenseitig kennenzulernen.

Das heißt in anderen Worten:

Der Bewerber sollte bereit sein, ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen. Er sollte sich auf den Dialog einlassen und sich offen mit dem Personaler austauschen.

Je mehr der Bewerber tatsächlich mit dem Personaler spricht, desto entspannter ist die Atmosphäre. Gleichzeitig kann der Personaler so viel besser beurteilen, ob und wie die Zusammenarbeit laufen könnte. Denn er muss sich dann nicht bemühen, Informationen aus einem völlig verkrampften Bewerber herauszukitzeln.

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Der Bewerber sollte im Hinterkopf haben, dass es beim Vorstellungsgespräch um ihn als Person geht. Er ist bereits in der engeren Auswahl, sonst wäre er nicht zum Bewerbungsgespräch eingeladen worden. Und jetzt geht es darum, den guten Eindruck aus der Bewerbungsmappe zu bestätigen und zu vervollständigen.

Mythos Nr. 5: Der Bewerber kann gar nicht gut genug vorbereitet sein.

Es ist wichtig, dass sich der Bewerber auf das Gespräch vorbereitet. Aber die Vorbereitung ist keine Garantie dafür, dass der Bewerber eine Zusage bekommt. Denn es kann die verschiedensten Gründe geben, warum sich der Arbeitgeber am Ende für einen anderen Bewerber entscheidet.

Probt der Bewerber das Vorstellungsgespräch im Vorfeld und spielt er jede nur erdenkliche Frage mehrfach durch, kann das letztlich sogar ein Fehler sein. Denn zum einen läuft er damit Gefahr, auswendig gelernte Antworten vorzutragen.

Aussagen, die einstudiert rüberkommen, sind aber nur selten glaubwürdig und überzeugend. Sie können den Personaler gerade zu veranlassen, Nachfragen zu stellen. Und spätestens dann kann der Bewerbern ins Straucheln geraten.

Zum anderen greift der Bewerber möglicherweise gar nicht die Frage des Personalers auf, sondern betet seine vorgefertigte Antwort herunter. Doch ein echtes Gespräch kann sich so kaum entwickeln.

Außerdem durchschaut es der Personaler schnell, wenn ihm der Bewerber Sachen erzählt, von denen dieser glaubt, dass sie der Personaler hören will. Das gilt vor allem dann, wenn der Bewerber vermeintlich clevere Antworten aus irgendwelchen Bewerbungsratgebern zitiert.

Doch im Vorstellungsgespräch will er Personaler etwas über den Bewerber erfahren und die Person kennenlernen, die er vor sich hat. Mit allgemeinen Standard-Floskeln kann der Bewerber deshalb keine Pluspunkte sammeln.

Bei der Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch geht es nicht darum, Antworten einzuüben, um dann eine Art Referat vor dem Personaler zu halten. Das Ziel ist vielmehr, sich die wichtigsten Punkte in Gedanken zurechtzulegen. Eine gute und effektive Vorbereitung zeichnet sich dadurch aus, dass sie dem Bewerber dabei hilft, entspannt und selbstbewusst in das Vorstellungsgespräch zu gehen. Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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