Infos und Tipps zum FSJ, Teil 2

Infos und Tipps zum FSJ, Teil 2

Mal fehlt die richtige Idee, wie es nach der Schulzeit beruflich weitergehen soll. Mal ist wenig Lust da, direkt nach der Schule mit einer Ausbildung oder einem Studium anzufangen. Manchmal muss eine Zeit überbrückt werden, weil es bislang nicht mit einer Lehrstelle, einem Studienplatz oder einem Job geklappt hat.

FSJ

In anderen Fällen ist es der Wunsch nach sozialem Engagement und persönlicher Weiterentwicklung. –  Es kann viele verschiedene Gründe dafür geben, warum sich jemand für ein Freiwilliges Soziales Jahr (kurz FSJ) entscheidet. Im Lebenslauf wird ein Freiwilligenjahr jedenfalls oft zu einer wichtigen Station.

Und das nicht nur mit Blick auf die berufliche Karriere und die gesammelte Berufspraxis, sondern auch und vor allem mit Blick auf die persönlichen Eindrücke und erlebten Erfahrungen.

Nun wissen viele Jugendliche und junge Erwachsene aber oft gar nicht so richtig, wie sie die Sache angehen sollen. In einem ausführlichen Ratgeber haben wir deshalb Infos und Tipps zum FSJ zusammengetragen.

Dabei haben wir in Teil 1 erklärt, was ein FSJ eigentlich genau ist, wer ein Freiwilligenjahr machen kann, wie lange ein FSJ dauert und wo mögliche Einssatzstellen sind.

In Teil 2 geht es nun mit der Organisation
und der Bewerbung weiter:

 

Wer ist der Ansprechpartner des Freiwilligen?

Die Basis für das FSJ bildet eine schriftliche Vereinbarung. Sie ist im Prinzip ein Vertrag, der die Rechte und Pflichten aller Beteiligten regelt. Die Zusammenarbeit beim FSJ erfolgt dann in einer Dreiecksbeziehung. Sie besteht aus dem Freiwilligen, seiner Einssatzstelle und dem Träger.

Die Einsatzstelle ist die Einrichtung, in der der Freiwillige arbeitet. Dort hat er einen Kollegen an seiner Seite, der ihn einweist und ihm seine Aufgaben erklärt. Tauchen Fragen auf oder braucht der Freiwillige Hilfe, kann er sich natürlich jederzeit an seinen Ansprechpartner in der Einsatzstelle wenden.

Der Träger ist für die Durchführung des FSJ zuständig. Er trägt als Organisation die Verantwortung dafür, dass alles klappt. Beim FSJ-Träger hat der Freiwillige ebenfalls einen persönlichen Ansprechpartner, der ihn während der Zeit begleitet und bei Fragen weiterhilft.

Neben der Unterstützung stehen auch regelmäßige Besuche auf dem Programm. Dabei erkundigt sich der Ansprechpartner vom FSJ-Träger, ob der Freiwillige zurechtkommt und sich in seiner Einsatzstelle wohlfühlt. Möchte der Freiwillige gerne bestimmte Aufgaben übernehmen, gewisse Tätigkeiten ausprobieren oder an einem Projekt mitwirken, kann er das seinem Ansprechpartner sagen.

Er wird daraufhin schauen, was möglich ist. Außerdem berät der Ansprechpartner den Freiwilligen dazu, wie es nach dem Freiwilligenjahr beruflich weitergehen kann.

 

Was ist noch wichtig zu wissen?

Im Verlauf des FSJ arbeitet der Freiwillige zwar überwiegend in seiner Einsatzstelle. Doch die Arbeit wird durch Bildungsangebote ergänzt, meist in Form von Seminarwochen. Dabei muss der Freiwillige bei einem zwölfmonatigen Dienst an 25 Bildungstagen teilnehmen.

Organisiert werden die Angebote vom FSJ-Träger, der auch alle Kosten dafür übernimmt. An den Bildungstagen geht es zum einen darum, sich mit anderen Freiwilligen auszutauschen. Zum anderen soll das Wissen für die Tätigkeit in der Einrichtung erweitert und vertieft werden.

Weitere Programmpunkte sind die persönlichen Perspektiven und beruflichen Aussichten des Freiwilligen nach dem Dienst. Wie der Freiwillige sein soziales Engagement in Zukunft fortsetzen kann, wird ebenfalls besprochen.

Hat der Freiwillige sein Jahr beendet, bekommt er ein Zeugnis. Darin ist aufgeführt, welche Aufgaben er übernommen, welche Kenntnisse er sich angeeignet und welche Bildungsangebote er wahrgenommen hat.

Das FSJ-Zeugnis kann der Freiwillige in seine Bewerbungsmappe aufnehmen und sich so bei einer Bewerbung um einen Ausbildungs- oder Arbeitsplatz vielleicht ein paar Pluspunkte sichern. Möchte der Freiwillige studieren, werden für das FSJ zwei Wartesemester angerechnet.

 

Wann und wo sollte sich der Freiwillige für eine FSJ-Stelle bewerben?

Meist beginnt ein Freiwilliges Soziales Jahr in der Zeit zwischen Juli und Oktober. Und die Chancen auf eine FSJ-Stelle stehen am besten, wenn sich der Freiwillige mindestens ein halbes Jahr vorher bewirbt. Mit etwas Glück kann er zwar auch kurzfristig noch eine freie Stelle ergattern. Je früher er sich auf die Suche macht, desto wahrscheinlicher ist aber, dass er einen Platz findet.

Die Bewerbung gibt der Freiwillige in aller Regel direkt beim FSJ-Träger ab. In welcher Form das erfolgen muss, ist aber von Träger zu Träger verschieden. Einige Organisationen möchten eine Online-Bewerbung, andere FSJ-Träger setzen auf eine Bewerbung per E-Mail oder eine klassische Bewerbungsmappe.

Es gibt aber auch Organisationen, die Info-Veranstaltungen durchführen, um sich so vorab ein Bild von den Bewerbern zu machen. Und manchmal braucht der Freiwillige gar keine Bewerbung im eigentlichen Sinne, sondern wird gleich zu einem persönlichen Gespräch eingeladen.

Am besten informiert sich der Freiwillige deshalb direkt beim jeweiligen Träger über die Bewerbung. Infos über FSJ-Träger gibt es im Internet auf Seiten wie www.fsj-stellen.de, www.pro-fsj.de oder www.deinjahr.org. Dort sind auch freie Stellen in Deutschland und im Ausland ausgeschrieben. Vom Bundesfamilienministerium gibt es außerdem eine Info-Broschüre über das FSJ.

 

Welche Unterlagen braucht der Freiwillige für seine Bewerbung?

Die FSJ-Träger gestalten den Bewerbungsprozess zwar unterschiedlich. Meist wird es aber auf eine normale Bewerbung hinauslaufen. Für den Freiwilligen heißt das, dass er für seine Bewerbung folgende Unterlagen braucht:

  • Lebenslauf in tabellarischer Form mit Foto
  • Bewerbungsanschreiben
  • Kopie vom letzten Schulzeugnis

Hat der Freiwillige weitere Zeugnisse, zum Beispiel von Praktika, Jobs oder Ehrenämtern, sollte er diese natürlich mit in seine Mappe packen. Einige FSJ-Träger haben auch ein Bewerbungsformular, das der Freiwillige ausfüllen muss. Diesen Vordruck bekommt der Freiwillige vom Träger oder er steht online zum Download bereit.

 

Ein Wort zum Anschreiben

Der Lebenslauf folgt der klassischen Form. Der Freiwillige listet also seine persönlichen Daten, seinen schulischen Werdegang und seine persönlichen Kenntnisse auf. Wichtig ist außerdem, dass der Freiwillige etwas über seine Hobbys und Interessen berichtet. Denn so kann sich der FSJ-Träger einen besseren Eindruck verschaffen. Und nebenbei füllt sich der meist recht überschaubare Lebenslauf.

Das entscheidende Element bei der Bewerbung ist aber das Anschreiben. Wobei das Anschreiben bei einer Bewerbung um eine FSJ-Stelle in erster Linie ein Motivationsschreiben ist. Der Freiwillige sollte also vermitteln, warum er ein FSJ machen will und warum es ausgerechnet dieser Träger werden soll. Das Ziel sollte sein, dass aus dem Anschreiben hervorgeht,

  • warum sich der Freiwillige für ein FSJ entschieden hat.
  • weshalb das FSJ jetzt für den Freiwilligen interessanter ist als eine Ausbildung oder ein Studium.
  • welche Erwartungen er hat und was er sich von seinem FSJ erhofft
  • wie er ausgerechnet auf diesen Träger und die entsprechende Einsatzstelle gekommen ist.
  • warum er sich gerade in diesem Aufgabenbereich engagieren will.
  • welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Eigenschaften er mitbringt.
  • was er lernen möchte und welche Erfahrungen er sammeln will.

Wichtig ist, dass der Freiwillige sein Anschreiben offen und aufrichtig formuliert. Er geht nicht um ausgefeilte Formulierungen und rhetorische Meisterleistungen. Was zählt ist, dass der FSJ-Träger erkennt, dass sich der Freiwillige tatsächlich engagieren und einbringen will.

Klassische Floskeln aus Bewerbungsanschreiben passen so gut wie nie zu einem freiwilligen sozialen Engagement. Überzeugend wirkt, wenn der Freiwillige ehrlich über seine persönliche Motivation schreibt.

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