Infos und Tipps zum Deckblatt bei der Bewerbung, Teil 2

Infos und Tipps zum Deckblatt bei der Bewerbung, Teil 2

Ist der Ausbildungsvertrag noch nicht in der Tasche, beginnt in Sachen Bewerbung allmählich der Endspurt. Denn viel Zeit bis zum Beginn des Ausbildungsjahres bleibt nicht mehr.

Deckblatt Bewerbung

Doch während das Anschreiben, der Lebenslauf und die sonstigen Bewerbungsunterlagen meist keine allzu großen Fragen aufwerfen, sorgt ein Bestandteil der Bewerbungsmappe regelmäßig für Unsicherheit: das Deckblatt.

Das Deckblatt bei der Bewerbung ist eine zusätzliche Seite. Es listet die Kontaktdaten des Bewerbers und die Eckdaten der Bewerbung übersichtlich und ansprechend auf. Außerdem ist auf dem Deckblatt meist das Foto untergebracht. Damit hat das Deckblatt eine ähnliche Funktion wie ein Buch- oder CD-Cover und rundet die Bewerbung optisch ab.

Allerdings ist das Deckblatt, das auch Titelblatt oder Deckseite genannt wird, immer eine freiwillige Zugabe. Und die Meinungen sind zweigeteilt. Einige Personaler schätzen das Deckblatt als praktische und ansprechende Aufwertung der Mappe, andere Personaler halten das Deckblatt für eine unnötige Extraseite. Auch verbindliche Vorgaben, wie das Deckblatt aussehen sollte, gibt es nicht. Es bleibt also der Entscheidung des Bewerbers überlassen, ob er ein Deckblatt gestaltet und wenn ja, wie. Unbedingt leichter wird die Sache dadurch aber nicht.

In einem zweiteiligen Ratgeber liefern wir deshalb Infos und Tipps zum Deckblatt bei der Bewerbung. Dabei ging es im 1. Teil darum, welche Inhalte ein Deckblatt haben sollte und an welche Stelle in der Bewerbungsmappe das Deckblatt gehört.

Jetzt, im 2. Teil, nennen wir typische Fehler beim Deckblatt. Außerdem schauen wir uns die Vor- und die Nachteile an:

 

Welche Fehler oft beim Deckblatt auftauchen

Strenggenommen ist es falsch, von häufigen oder typischen Fehlern beim Deckblatt zu sprechen. Denn weil das Deckblatt ohnehin eine rein freiwillige Zugabe ist, gibt es keine festen Regeln für seine Inhalte und seine Gestaltung.

Dennoch lauern ein paar Stolpersteine. Was Bewerber immer wieder falsch machen, haben wir im Folgenden aufgelistet.

 

Das Deckblatt passt nicht zum Rest.

Wie der Rest der Bewerbung muss auch das Bewerbungsdeckblatt seriös und professionell wirken. Ein ausgefallenes Layout, bunte Farben, originelle Schriftarten oder grafische Spielereien können schnell übers Ziel hinausschießen. Statt auf viel Kreativität sollte der Bewerber besser auf eine schlichte und funktionale Optik setzen. Wichtiger als das Design sind nämlich die Inhalte.

Zudem sollte das Deckblatt zum Anschreiben und zum Lebenslauf passen. Natürlich spricht nichts dagegen, sich durch Vorlagen und Muster Anregungen zu holen. Aber am Ende sollten die Bewerbungsunterlagen einheitlich sein und wie aus einem Guss aussehen.

 

Die Kontaktdaten stimmen nicht.

Durch seine Bewerbung stellt sich der Bewerber als möglicher Kandidat für den Ausbildungsplatz oder die Arbeitsstelle vor. Es ist also seine Bewerbung und er steht dabei im Mittelpunkt. Aus diesem Grund kann er seinen Namen ruhig optisch hervorheben. Das kann durch eine größere Schrift, den Fettdruck oder eine passende Farbe erfolgen.

Seinen Namen ergänzt der Bewerber um seine Kontaktdaten. Diese wiederum müssen vollständig und übersichtlich aufgeführt sein. Will der Personaler den Bewerber zum Vorstellungsgespräch einladen, soll er es schließlich möglichst leicht haben. Für den Bewerber heißt das aber gleichzeitig auch, dass er seine Daten sorgfältig kontrollieren sollte. Sind sie alle richtig und aktuell? Hat sich nirgends ein Zahlendreher oder Tippfehler eingeschlichen?

 

Der Stellenbezug ist nicht genau genug.

Nennt der Bewerber als Überschrift auf seinem Deckblatt die Stelle oder Position, auf die er sich bewirbt, sind genaue und richtige Angaben Pflicht. Am besten verwendet er deshalb die Bezeichnung exakt so, wie sie in der Stellenanzeige stand. Gibt es eine Kennziffer oder eine Referenznummer, sollte der Bewerber diese ebenfalls angeben. Dadurch erleichtert er dem Personaler die Zuordnung. So sorgt das Deckblatt für einen Mehrwert.

 

Das Motto passt nicht.

Der Bewerber kann seine Bewerbung unter ein bestimmtes Motto stellen. Dazu kann er auf dem Deckblatt ein Sprichwort, eine Redewendung, ein Zitat, eine Lebensweisheit oder einen Werbeslogan zitieren. Wichtig ist dann aber, dass sich der Bewerber sehr genau überlegt, welches Motto er aussucht. Was bedeutet das Sprichwort und welchen Eindruck über den Bewerber vermittelt diese Aussage? In welchem Zusammenhang ist das Zitat entstanden und wie war es gemeint? Von wem stammt der Slogan?

Zitiert der Bewerber einen Spruch, nur weil ihm dieser gut gefällt, kann der Schuss nach hinten losgehen. Sucht sich der Bewerber beispielsweise einen Slogan aus, der ausgerechnet vom Hauptkonkurrenten des Unternehmens ist, wird der Personaler alles andere als begeistert sein.

 

Ausgedruckt sieht das Deckblatt nicht gut aus.

Ist das Deckblatt fertig, sollte es der Bewerber testweise einmal in Schwarz-Weiß und einmal in Farbe ausdrucken. Verschickt der Bewerber seine Unterlagen per E-Mail oder als Online-Bewerbung, kann es nämlich gut sein, dass der Personaler die Bewerbungsunterlagen ebenfalls ausdruckt. Bei einer klassischen Bewerbung wiederum ist möglich, dass sich der Personaler eine Kopie anfertigt.

Nun kann das Deckblatt auf Papier aber ganz anders wirken als auf dem Bildschirm. Ist das Deckblatt farbig gestaltet, sieht es als Schwarz-Weiß-Kopie noch einmal komplett anders aus. Und es wäre schade, wenn sich der Bewerber die ganze Arbeit umsonst gemacht hat, weil sein Deckblatt dann optisch nicht mehr viel hermacht.

 

Diese Vorteile bietet das Deckblatt

Bewirbt sich der Bewerber um ein Praktikum, einen Ausbildungsplatz oder einen Job, kann das Deckblatt die Bewerbung abrunden und aufwerten. Zudem kann es Pluspunkte einbringen:

  • Durch das Deckblatt sieht der Personaler sofort, wer sich worum bewirbt. Dadurch wird es kinderleicht, die Bewerbung zuzuordnen. Und für eine Kontaktaufnahme hat der Personaler alle wichtigen Daten bequem zur Hand.
  • Ein stimmiges Design und ein übersichtliches Layout geben der Bewerbung Struktur. Es entsteht ein rundes, einheitliches Gesamtbild. Und durch eine Überschrift mit Stellenbezug sieht der Personaler, dass sich der Bewerber Gedanken gemacht und eine individuelle Bewerbung erstellt hat.
  • Das Deckblatt lenkt die Aufmerksamkeit auf den Bewerber. Denn auf der Zusatzseite befinden sich in erster Linie seine Daten und sein Foto. Mit Blick auf die Eigenwerbung ist das Deckblatt damit ein aussagekräftiges Instrument.

Der Hauptgrund für ein Deckblatt ist aber:

Es verschafft Platz. Denn weil die Angaben zur Person und das Foto auf das Deckblatt ausgelagert sind, kann sich der Bewerber in seinem Lebenslauf ausführlich mit seinem Bildungsweg, seinen Qualifikationen, seinen Kenntnissen und seinen Fähigkeiten beschäftigen. Und er hat genug Raum, um diese Infos übersichtlich und aussagekräftig darzustellen.

Diese Nachteile hat das Deckblatt

Den Pluspunkten stehen aber auch einige Nachteile gegenüber:

  • Wenn die Bewerbung in sich stimmig und klar strukturiert ist, braucht sie kein Deckblatt. Die Extraseite wäre dann nur ein zusätzliches Blatt, das der Personaler umblättern muss.
  • Bewirbt sich ein Schüler um einen Ausbildungsplatz oder ein Berufseinsteiger direkt nach der Ausbildung um einen Job, wird sein Lebenslauf ohnehin nicht sehr lang sein. Lagert der Bewerber dann noch die Angaben zur Person und das Foto auf ein Deckblatt aus, kann der Lebenslauf schnell zu leer wirken.
  • Lässt sich das Foto gut in den Lebenslauf einfügen und sind die Kontaktdaten schön übersichtlich im Briefkopf auf den Bewerbungsunterlagen aufgeführt, liefert das Deckblatt keine neuen Informationen. Stattdessen wiederholt es nur Angaben, die schon an anderer Stelle stehen. Und solche Wiederholungen sind überflüssig.

Fazit zum Deckblatt bei der Bewerbung

Ein Deckblatt kann Pluspunkte einbringen, aber eben auch nachteilig sein. Letztlich muss der Bewerber selbst entscheiden, ob er die Zusatzseite hinzufügt oder ob nicht. Hilfreich ist aber, wenn er für sich folgende Frage klärt:

Profitiert meine Bewerbung durch ein Deckblatt?“

Sorgt das Deckblatt dafür, dass die Bewerbung insgesamt übersichtlicher wird, mehr Struktur bekommt und optisch ansprechender aussieht, spricht das für die Zusatzseite. Gleiches gilt, wenn der Bewerber das Deckblatt nutzen will, um seinen Lebenslauf klarer zu gestalten oder eine bestimmte Aussage zu transportieren. Wenn das Deckblatt aber keine neuen Infos liefert und die Bewerbungsmappe nur künstlich aufbläht, sollte der Bewerber besser darauf verzichten.

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