Das Hobby zum Beruf machen?

Das Hobby zum Beruf machen?

Flexible Arbeitszeiten, Selbstverwirklichung, eine gute Work-Life-Balance: Solche Stichworte fallen immer wieder. Zahlreiche Studien zeigen, dass die heutigen Generationen nicht unbedingt das Geld an die erste Stelle setzen.

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Das Hobby zum Beruf machen

Vielmehr wünschen sie sich einen Job, in den sie sich einbringen, sich verwirklichen und sich weiterentwickeln können. Außerdem soll sich der Beruf mit den Lebensplänen vereinbaren und genug Raum für Freizeit lassen.

Unterm Strich geht es also darum, dass die Arbeit nicht nur den Lebensunterhalt sichern, sondern auch Spaß machen soll.

Vor diesem Hintergrund scheint es eine logische Überlegung zu sein, das Hobby zum Beruf zu machen. Kann jemand mit der Tätigkeit, der er in seiner Freizeit mit großer Leidenschaft nachgeht und in die er ohnehin viel Zeit investiert, im Berufsleben auch noch Geld verdienen, scheinen die Bedingungen schließlich optimal.

Doch ist das wirklich eine gute Idee? Und wie kann ein Hobby die Berufswahl beeinflussen?:

Nicht jedes Hobby eignet sich als Beruf

Der Job ist eine Pflichtübung, die täglich viel Zeit und Energie in Anspruch nimmt. Aber es ist nun einmal unumgänglich, arbeiten zu gehen, um seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Natürlich klingt es da ziemlich verlockend, die Arbeitszeit mit dem zu verbringen, wofür in der Freizeit das Herz schlägt.

Spaß und Begeisterung für ein Hobby allein reichen als Fundament aber nicht aus, um darauf die berufliche Zukunft und ein langes Arbeitsleben zu stützen. Ob es wirklich Sinn macht, einem Hobby beruflich nachzugehen, sollte sehr gut durchdacht sein.

Dabei sollten folgende Punkte berücksichtigt werden:

  • Nachfrage: Besteht für das Angebot ein Markt oder würde die Tätigkeit bestenfalls eine kleine Nische bedienen? Wie sieht es mit der Konkurrenz aus? Gibt es eine realistische Chance, auf dem Markt Fuß zu fassen?
  • Begabung: Ist das eigene Können so gut, das es wirklich ausreicht, um damit Geld zu verdienen?
  • Disziplin: Ein Hobby ist ein schöner Ausgleich zu den beruflichen und alltäglichen Belastungen. Dabei besteht kein Zwang. Wenn mal die Lust fehlt, kann das Hobby auch ruhen. Wird es aber zum Beruf, muss Leistung abgerufen und erbracht werden. Die Freiheit, etwas zu tun, weil es Spaß macht, aber eben nicht dazu verpflichtet zu sein, ist dann nicht mehr gegeben. Ist also die notwendige Disziplin vorhanden, um die Sache professionell anzugehen?
  • Kompromissbereitschaft: Gerade im kreativen Bereich kann sich das Hobby schnell verändern, wenn es zum Beruf wird. Denn wenn die Arbeit den Lebensunterhalt sichern soll, muss sie Abnehmer finden. Deshalb wird es oft notwendig werden, von den eigenen Ideen abzurücken und seine Produkte stattdessen an den Markt anzupassen.
  • Einkommen: Wer sein Hobby zum Beruf macht, muss in vielen Fällen gleichzeitig auch den Schritt in die Selbstständigkeit wagen. Doch der Verzicht auf eine Festanstellung bringt nicht nur mehr Arbeit und Organisationsaufwand mit sich. Oft wird es auch eine Weile dauern, bis sich erste finanzielle Erfolge einstellen. Wichtig ist deshalb, eine gute Strategie auszuarbeiten und einen soliden Businessplan aufzustellen.

Realistisch betrachtet, ist es oft besser, einen Beruf zu erlernen und das Hobby als solches zu belassen. Vielleicht besteht ja die Möglichkeit, mit dem Hobby nebenbei etwas Geld zu verdienen.

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Doch wenn das Hobby in erster Linie dem Privatvergnügen dient und einen Ausgleich schafft, besteht nicht die Gefahr, dass der Druck so groß wird, dass die Leidenschaft verloren geht.

Das Hobby kann die Berufswahl beeinflussen

Einfach ein Hobby zum Beruf zu machen, ist gar nicht so leicht. Denn zum einen verändert sich das Verhältnis zu der Tätigkeit. Was früher erfüllend war, entspannt hat, ungezwungen ablief und Spaß mit sich brachte, wird plötzlich zur Pflicht.

Zum anderen fehlt der Ausgleich zum Beruf. Die Aktivität, aus der vorher Kraft geschöpft und mit der Stress abgebaut werden konnte, ist so nicht mehr da.

Trotzdem muss das Hobby bei der Berufswahl nicht ganz außen vor bleiben. Denn es liefert wertvolle Hinweise darauf, worin die eigenen Stärken liegen und in welche berufliche Richtung es gehen könnte. Ratsam an dieser Stelle ist, das Hobby zu analysieren:

  • Geht es beim Hobby um körperlichen Einsatz, handwerkliche Tätigkeiten oder kreative Kopfarbeit?

  • Findet die Tätigkeit alleine oder im Team statt?

  • Wird die Aktivität draußen oder drinnen, mit viel Bewegung oder überwiegend in einer Position durchgeführt?

  • Erfolgt die Tätigkeit in Eigenregie oder unter Anleitung?

  • Kommt es auf kleine Details an oder zählt das große Ganze?

Im nächsten Schritt gilt es zu überlegen, ob der Beruf dem Hobby ähneln oder das genaue Gegenteil davon sein soll. Beides kann Sinn machen.

Wer einen Beruf auswählt, der dem ziemlich nahe kommt, was auch das Hobby erfordert, hat gute Chancen, voll in seinem Job aufzugehen. Denn die Arbeit fühlt sich dann fast wie ein Hobby an, ohne dass die finanzielle Unsicherheit und der Leistungsdruck übermäßig belasten.

Andersherum kann aber auch ein Beruf, der ganz anders ist als das Hobby, eine gute Wahl sein. So sind nämlich beide Dinge klar voneinander abgegrenzt.

Gleichzeitig ist ein optimaler Ausgleich gewährleistet. Denn was im Beruf fehlt, zeichnet das Hobby aus, und umgekehrt.

Mehr Ratgeber, Tipps und Anleitungen:

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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