Übersicht: Berufe in der Apotheke

Übersicht: Berufe in der Apotheke

Sie nehmen Rezepte entgegen, verkaufen Medikamente und beraten Kunden in Arzneimittel- und Gesundheitsfragen.

So erleben Kunden die Mitarbeiter einer Apotheke. Dabei kommen in einer Apotheke mehrere Berufsbilder mit unterschiedlichen Schwerpunkten zusammen. Welche das sind, erklärt die folgende Übersicht.

Apotheker, Pharmazeutisch-technische Angestellte, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Pharmazieingenieure, Apothekerassistenten: In der Apotheke gibt es verschiedene Berufsbilder. Doch einige davon werden heute nicht mehr ausgebildet.

Die Ausbildung zum Apothekerassistenten beispielsweise wurde schon vor vielen Jahren abgeschafft. Und auch den Pharmazieingenieur gibt es so nicht mehr. Dieses Berufsbild stammte aus der ehemaligen DDR und wurde nach der Wiedervereinigung nicht mehr fortgeführt. Derzeit arbeiten zwar noch gut 6.000 Apothekerassistenten und Pharmaingenieure in deutschen Apotheken, neu erlernt werden können diese Berufe aber nicht mehr.

Apothekenhelfer wiederum sind nach wie vor in Apotheken tätig, wenn auch unter anderem Namen. Denn 1993 wurde die Ausbildungsordnung modernisiert und in diesem Zuge auch die Berufsbezeichnung geändert. Heute nennt sich der Beruf Pharmazeutisch-kaufmännischer Angestellter, kurz PKA. Überhaupt ist die Situation bei den Apothekenberufen ziemlich übersichtlich.

In Deutschland werden nämlich nur noch drei verschiedene Berufe in der Apotheke ausgebildet. Durch sie ist das ganze Aufgabenspektrum in der Apotheke abgedeckt. Diese Berufe sind Apotheker, PTA und PKA.

Die folgende Übersicht stellt die Apothekenberufe vor:

 

Apotheker/-in

In Deutschlands Apotheken gibt es eine Besonderheit: Eine Apotheke ist ohne einen Apotheker undenkbar. Denn der Inhaber einer Apotheke muss immer ein Apotheker sein. Das ergibt sich aus dem Gesetz über das Apothekenwesen, das genau regelt, wer wann eine Apotheke betreiben darf. Aber die Vorgabe bezieht sich nicht nur auf die Inhaberschaft.

Vielmehr ist es so, dass während der Öffnungszeiten stets mindestens ein Apotheker anwesend sein muss. Dies gilt auch für den Notdienst. Bei dem anwesenden Apotheker muss es sich zwar nicht um den Inhaber der Apotheke handeln. Genauso kann ein anderer Apotheker als Vertretung einspringen und die Verantwortung übernehmen.

Ein Apotheker muss aber da sein, wenn die Apotheke geöffnet hat. Das schreibt die Apothekenbetriebsverordnung vor. Durch diese gesetzlichen Regelungen soll sichergestellt sein, dass auch bei schwierigen und komplexen Fragen zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Arzneimitteln immer ein kompetenter Ansprechpartner vor Ort ist. Und um das sicherzustellen, durchläuft ein Apotheker eine sehr umfangreiche Ausbildung.

Wer Apotheker werden möchte, muss Pharmazie studieren. Dabei stehen zu Beginn des Studiums verschiedene Analyseverfahren im Labor auf dem Programm. Hier lernt der angehende Apotheker beispielsweise zu bestimmen, aus welchen Elementen in welchen Mengen sich die jeweilige Mischung zusammensetzt. Außerdem lernt der angehende Apotheker, selbst Wirkstoffe herzustellen und verschiedene Arzneiformen wie Tabletten, Salben oder Tinkturen anzufertigen.

Im weiteren Verlauf des Studiums stehen die Wirkungen und die Einsatzbereiche von Arzneistoffen auf dem Lehrplan. Dazu kommt die Pflanzenheilkunde. An das Studium, das acht Semester dauert, schließt sich ein einjähriges Praktikum an. Und erst wenn das Studium geschafft, das praktische Jahr absolviert und das dritte Staatsexamen in der Tasche ist, darf der Apotheker den Titel Apotheker führen und selbstständig eine eigene Apotheke leiten.

 

Pharmazeutisch-technische/r Angestellte/r, kurz PTA

Die PTA zählen zum sogenannten pharmazeutischen Personal. Unter Aufsicht eines Apothekers bedienen sie Kunden, führen fachliche Beratungen durch und händigen Arzneimittel aus.

Außerdem sind sie hinter den Kulissen tätig. Dabei überprüfen sie im apothekeneigenen Labor beispielsweise die Grundstoffe von Arzneimitteln. Oder sie kontrollieren die sogenannten Drogen, das sind getrocknete Teile von Pflanzen, und fertigen daraus Teemischungen, Salben und Tinkturen. Generell stellen PTA auf ärztliche Verordnung hin verschiedene Salben, Cremes, Lösungen, Kapseln oder Zäpfchen nach individuellen Rezepturen her, wenn keine passenden Fertigarzneimittel verfügbar sind.

Die Kenntnisse dafür erwerben PTA während der zweijährigen Ausbildung an einer PTA-Schule. An diese Ausbildung schließt sich ein sechsmonatiges Praktikum in einer Apotheke an, danach folgt die Abschlussprüfung. Wer PTA werden möchte, braucht mindestens einen mittleren Bildungsabschluss.

 

Pharmazeutisch-kaufmännische/r Angestellte/r, kurz PKA

In der Apotheke werden nicht nur Rezepte eingelöst, Arzneimittel verkauft und individuelle Medikamente hergestellt. Stattdessen gibt es noch jede Menge andere Aufgaben. So müssen beispielsweise die Lagerbestände und die Vorräte kontrolliert, verkaufte und nicht (mehr) vorrätige Arzneimittel nachbestellt, Lieferungen im Warenwirtschaftsprogramm erfasst und die Warenlieferungen bezahlt werden.

Solche Aufgaben fallen in den Zuständigkeitsbereich der PKA. In der Berufsbezeichnung steckt zwar das Wort Pharmazeutisch. Allerdings gehören PKA nicht zum pharmazeutischen Personal und haben mit der Abgabe und Herstellung von Arzneimitteln nichts zu tun. Das sind Aufgaben des Apothekers und der PTA. PKA hingegen kümmern sich in erster Linie um die kaufmännischen Angelegenheiten.

Doch zum Sortiment einer Apotheke gehören nicht nur Medikamente und Arzneimittel. Wenn es um Kosmetika, Körperpflegeprodukte oder Verbandsmaterialien geht, dürfen auch PKA die Kundenberatung und den Verkauf übernehmen. Zudem helfen sie mitunter dabei, Rezepturen abzufüllen und zu verpacken. Die Ausbildung als PKA dauert drei Jahre und findet als duale Ausbildung in der Apotheke und der Berufsfachschule statt. Ein bestimmter Bildungsabschluss ist gesetzlich nicht vorgeschrieben, meist entscheiden sich die Apotheker aber für Bewerber mit mittlerer Reife.

 

3 kurze Fragen zu den Apothekenberufen

In einer Apotheke arbeiten drei verschiedene Berufsbilder zusammen. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte und sind für verschiedene Aufgabenbereiche zuständig. Trotzdem bilden sie ein Team. Denn das Ziel einer Apotheke ist, eine optimale Arzneimittelversorgung zu gewährleisten und sowohl Kunden als auch anderen Berufsgruppen aus dem Gesundheitswesen als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen.

In diesem Sinne kann die Apotheke einen Arzt zwar nicht ersetzen, und das will sie auch gar nicht. Aber sie kann Fragen beantworten und Lösungen anbieten, wenn nach dem Arztbesuch noch Unklarheiten bestehen. Doch wie sieht es eigentlich mit den Berufsperspektiven aus? Hier drei kurze Fragen zu den Berufen in der Apotheke:

 

  1. Warum arbeiten so viele Frauen in der Apotheke?

Die Apothekenberufe sind eine echte Frauendomäne. Etwa 70 Prozent aller Apotheker in Deutschland sind weiblich, bei den PTA und PKA liegt der Frauenanteil sogar bei weit über 90 Prozent.

Damit spiegelt sich auch in der Apotheke das wider, was in vielen sozialen und helfenden Berufsbereichen üblich ist. Hinzu kommt, dass in Apotheken oft Teilzeitstellen angeboten werden. Dadurch lassen sich Beruf und Familie gut unter einen Hut bringen, was für viele Frauen ein wichtiger Aspekt ist. Aber selbstverständlich haben männliche Bewerber exakt die gleichen Chancen.

 

  1. Wie steht es um die Aussichten, einen Job in der Apotheke zu bekommen?

Insgesamt sind die Jobaussichten in der Apotheke sehr gut. Denn der Personalbedarf wächst und viele Apotheken suchen Nachwuchskräfte. Ein großer Pluspunkt ist außerdem, dass es in praktisch jedem größeren Ort mindestens eine Apotheke gibt. Wer einen Apothekenberuf erlernt hat, ist deshalb nicht auf einen bestimmten Ort oder eine Region beschränkt und kann auch nach einem Umzug schnell einen neuen Arbeitsplatz in seinem Beruf finden.

 

  1. Können Apotheker, PTA und PKA nur in einer Apotheke arbeiten?

Die meisten Arbeitsplätze für Apotheker, PTA und PKA finden sich natürlich in Apotheken. Aber auch außerhalb der Apotheken bieten sich viele Beschäftigungsmöglichkeiten. So kommen beispielsweise die Pharmaindustrie, Behörden, Labore, Berufsschulen und Universitäten als Arbeitgeber in Frage. Und auch die Bundeswehr beschäftigt pharmazeutisches Personal.

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