Studieren ohne Abitur – Infos und Tipps

Studieren ohne Abitur – Infos und Tipps

Die Berufsausbildung ist erfolgreich abgeschlossen und etwas praktische Berufserfahrung steht auch schon auf der Habenseite. So mancher spielt dann mit dem Gedanken, noch ein Studium anzuhängen. Tatsächlich ist das Abitur nicht zwingend notwendig, um zu studieren. Allerdings gibt es ein paar andere Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, um die Zulassung für eine Hochschule zu bekommen.

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Studieren ohne Abitur - Infos und Tipps

Wir haben die wichtigsten Infos und Tipps fürs Studieren ohne Abitur zusammengestellt:

Die Voraussetzungen für ein Studium ohne Abitur

Nur ein sehr kleiner Prozentsatz der Studenten, die an deutschen Hochschulen eingeschrieben sind, hat kein Abitur. Trotzdem steigt ihr Anteil in den vergangenen Jahren stetig. Immer mehr Berufstätige entscheiden sich also dafür, den Job zeitweise an den Nagel zu hängen und eine Hochschule zu besuchen.

Ein Studium an einer Hochschule ist grundsätzlich auch ohne Abitur möglich. In diesem Fall braucht der Studierende eine abgeschlossene Berufsausbildung und mehrere Jahre Berufspraxis.

Je nach Hochschule muss er außerdem eine Aufnahmeprüfung ablegen. Teilweise ist auch ein Probestudium notwendig, das sich über zwei bis vier Semester erstrecken kann.

Ein weiteres Kriterium fürs Studieren ohne Abitur ist, dass der gewählte Studiengang fachlich mit dem erlernten und ausgeübten Beruf zusammenhängen muss. Wer also zum Beispiel eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker oder zur Erzieherin absolviert hat, kann nicht Jura studieren.

Es sei denn, der Studierende hat nach der Ausbildung eine Aufstiegsfortbildung absolviert und ist dadurch beispielsweise Meister, Techniker oder Fachwirt. In diesem Fall sind keine weiteren Qualifikationen notwendig, um das Studienfach frei auswählen zu können.

Allgemeine Aussagen zu den Anforderungen für ein Studium ohne Abitur sind kaum möglich. Das liegt daran, dass das Bildungswesen in Deutschland Ländersache ist. Deshalb variieren die Bedingungen je nach Bundesland und Hochschule zum Teil erheblich.

Am besten erkundigt sich der angehende Student daher direkt bei seiner Wunsch-Hochschule, welche Voraussetzungen er für den gewählten Studiengang mitbringen muss. Jede Hochschule bietet eine Studienberatung an, die für Interessenten kostenfrei ist.

Selbst wenn das favorisierte Studienfach nicht möglich ist, kann der Berater aufzeigen, welche Alternativen infrage kommen.

Zu welchen Vorteilen kann ein Studium nach der Berufsausbildung führen?

Wer sich nach einer gewissen Zeit im Berufsleben zu einem Studium entschließt, kann seine weitere Karriere positiv beeinflussen.

Zu den größten Pluspunkten zählen dabei folgende:

  • Jobsuche: Wer erst eine Ausbildung absolviert, dann Berufserfahrung sammelt und danach studiert, verschafft sich bei der Jobsuche Vorteile gegenüber den Mitbewerbern. Denn er kann eben nicht nur den Studienabschluss vorweisen, sondern hat in seiner Bewerbungsmappe auch das Abschlusszeugnis der Ausbildung und mindestens ein Arbeitszeugnis.

  • Aufstiegschancen: Ein Mitarbeiter, der sowohl Berufspraxis als auch einen Studienabschluss mitbringt, kann bei guten Leistungen schneller aufsteigen und eine Führungsposition übernehmen.

  • Einkommen: Dass jemand mit einem abgeschlossenen Studium in den meisten Berufen mehr Geld verdient als jemand mit einer Ausbildung, ist kein Geheimnis. Der Weg über ein Studium nach der Ausbildung bringt zudem eine bessere Verhandlungsposition bei Gehaltsgesprächen. Denn an dieser Stelle kommt die gesammelte Berufspraxis vor dem Studium zum Tragen.

  • Vergünstigungen: Während des Studiums profitiert der Studierende von verschiedenen Vergünstigungen und Sondertarifen. Rabatte beim Girokonto oder bei Versicherungen, vergünstigte Fahrkarten für öffentliche Verkehrsmittel oder ermäßigte Eintrittspreise sind zwar keine Gründe für ein Studium. Aber sie sind eine hilfreiche Entlastung in finanzieller Hinsicht.

Welche Nachteile bringt ein Studium nach der Ausbildung mit sich?

Das Abitur durch eine Berufsausbildung und praktische Berufserfahrung zu ersetzen, um sich so den Traum vom Studium zu erfüllen, ist zweifelsohne eine Überlegung wert. Allerdings sollte sich der angehende Student auch die Schattenseiten vor Augen führen.

Dazu gehört die finanzielle Situation. Während der Ausbildung und der Berufstätigkeit fließt jeden Monat Geld aufs Konto. Durch das Studium fällt dieses Einkommen weg.

Doch die Kosten laufen weiter und es kommen sogar neue Ausgaben dazu, beispielsweise die Studiengebühren oder für das Lernmaterial. Hat der Studierende keine großen Ersparnisse, wird er sich deshalb oft nach einem Nebenjob oder einem Job als Werkstudent umsehen müssen.

Denkbar ist außerdem, dass ein Umzug erforderlich wird. Das kann zum einen passieren, wenn die Hochschule zu weit weg ist, um jeden Tag zu pendeln.

Zum anderen können wieder die Finanzen der Grund sein, eine kleinere Wohnung, ein Zimmer in einer WG oder sogar das Kinderzimmer in der elterlichen Wohnung beziehen zu müssen.

Ein anderer Aspekt ist das Lernen. Der Lernstoff und die Prüfungen während eines Studiums sind kaum mit dem zu vergleichen, was der Studierende aus der Schule und der Berufsausbildung kennt.

Wie aufwendig und komplex die Inhalte sind, hängt zwar immer auch vom Studienfach ab. Doch wer eher der Praktiker und weniger der Lerntyp ist und sich schon in der Schule und Berufsschule schwergetan hat, sollte seine Motivation fürs Studium sehr genau prüfen.

Gibt es Alternativen zum Vollzeitstudium an der Hochschule?

Wer ohne Abitur studieren, aber das Berufsleben nicht aufgeben möchte oder kann, findet mit einem Abendstudium eine mögliche Alternative. Beim Abendstudium geht der Student tagsüber seinem Job nach und absolviert das Studium in Kursen, die abends und an Wochenenden stattfinden.

Das führt zwar zu einer Doppelbelastung, die nicht unterschätzt werden sollte. Der große Pluspunkt ist aber, dass der Student voll arbeiten kann und so weiterhin sein gewohntes Einkommen erzielt. Außerdem ist gut möglich, dass der Arbeitgeber die Weiterbildung fördert.

Eine andere Option ist ein Fernstudium. Dabei kann der Student selbst entscheiden, wo, wann und wie viel er lernt. Kurse finden online statt und den Stoff erarbeitet sich der Student eigenständig. Nur für wenige Präsenzveranstaltungen und die Prüfungen muss er zur Hochschule fahren.

Auch beim Fernstudium entsteht eine Doppelbelastung. Hinzu kommt, dass der Student sehr viel Selbstdisziplin braucht, um das Studium erfolgreich zu meistern.

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Mareike Dietzbach, 46 Jahre alt, Personalerin und Ausbilderin, sowie Simon Schneider, geboren 1981, Ausbilder und Bewerbungstrainer und Christian Gülcan als betreiber dieser Webseite, schreiben hier Wissenswertes zum Thema Ausbildung, Berufe, Praktikum, Berichtsheftführung mit vielen Tipps und Ratgebern für Auszubildene, Schüler und Umschüler, Studenten und Jobsuchende.

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