Übersicht: Neue Ausbildungsberufe 2015, Teil III

Übersicht: Neue Ausbildungsberufe 2015, Teil III

Mit dem Start ins Ausbildungsjahr 2015 fiel auch der Startschuss für 17 neue Ausbildungsberufe. Die ersten davon haben wir in Teil I und II vorgestellt.

Hier geht es jetzt mit Teil III der Übersicht
zu neuen Ausbildungsberufen 2015 weiter:

 

Patentanwaltsfachangestellte/r, Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte/r sowie Rechtsanwaltsfachangestellte/r

Die drei Ausbildungsberufe wurden (zusammen mit dem Ausbildungsberuf Notarfachangestellte/r) modernisiert. Sie teilen sich nun eine neue, gemeinsame Ausbildungsverordnung.

Darin finden das internationale Recht, die Zusammenarbeit auf internationaler Ebene und der elektronische Rechtsverkehr stärkere Berücksichtigung.

  • Patentanwaltsfachangestellte sind für organisatorische, verwaltende und Büroarbeiten zuständig. Sie erledigen die Korrespondenz, nehmen Anrufe entgegen und vereinbaren Termine mit Mandanten.

Sie kümmern sich um Anträge für Patent-, Marken- und Gebrauchsmusteranmeldungen und werten gewerbliche Schutzrechte, Eintragungen und Veröffentlichungen, die neu angemeldet wurden, aus. Außerdem helfen sie den Patentanwälten dabei, Schutzrechtsanmeldungen einzureichen, die dafür fälligen Gebühren auszurechnen und einzuzahlen.

Die rechtzeitige Wiedervorlage der Patentakten, die sicherstellt, dass keine Fristen verpasst werden, gehört ebenfalls in ihren Aufgabenbereich.

 

  • Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte erstellen Schriftsätze für gerichtliche Auseinandersetzungen und Prozesse. Sie berechnen Forderungen und bereiten Schriftstücke vor, die für Mahnverfahren und Zwangsvollstreckungen benötigt werden.

Sie führen Mandantenakten und Register und sorgen dafür, dass Fristen- und Wiedervorlagekalender stets auf einem aktuellen Stand sind. Außerdem bearbeiten sie die Korrespondenz und vereinbaren Termine mit Mandanten. Auch das Berechnen von Gebühren, das Erstellen von Rechnungen und das Überwachen der Zahlungseingänge gehört in ihren Aufgabenbereich.

 

  • Rechtsanwaltsfachangestellte nehmen Aufträge für Vertretungen und Beurkundungen entgegen, vereinbaren Termine mit Mandanten und bereiten die Termine vor. Sie stellen die notwendigen Informationen und Unterlagen zusammen und fordern benötigte Dokumente bei Ämtern, Behörden und anderen Stellen an.

Sie setzen Schriftsätze für Rechtsstreitigkeiten auf, bereiten Mahn- und Vollstreckungsverfahren vor und erstellen Entwürfe für Schriftstücke wie Vollmachten, Erbscheinanträge oder Verträge. Sie kümmern sich um die Mandantenakten, um Register und Termin-, Fristen- und Wiedervorlagekalender. Daneben schreiben sie Rechnungen, überwachen den Zahlungsverkehr und bearbeiten die Korrespondenz.

Die Ausbildungen dauern drei Jahre und finden im Rechtswesen statt. Während die Ausbildungsplätze zu Rechtsanwalts- und Notarfachangestellten sowie zu Rechtsanwaltsfachangestellten überwiegend an Azubis mit mittlerer Reife vergeben werden, wird für die Ausbildung als Patentanwaltsfachangestellte meist das Abitur erwartet.

 

Textil- und Modenäher/in

Im Zuge der Neuordnung sind einige Ausbildungsinhalte, bei denen es um die industrielle Serienproduktion ging, gekürzt worden. Dafür wurden Inhalte wie die Musterfertigung, die Schnitttechnik und auch die Fügetechniken Schweißen und Kleben neu aufgenommen.

Die betriebliche und technische Kommunikation, die Kundenorientierung und internationale Geschäftsbeziehungen sind ebenfalls neue Ausbildungsinhalte. Neu ist zudem die Berufsbezeichnung, denn aus dem Vorgängerberuf Modenäher/in wurde jetzt der Ausbildungsberuf Textil- und Modenäher/in.

Textil- und Modenäher fertigen Muster, Prototypen oder kleine Serien von textilen Erzeugnissen wie Bekleidung, Heimtextilien, Accessoires oder medizinischen und technischen Textilien an. Dafür wählen sie die geeigneten Materialien aus und planen die einzelnen Fertigungsschritte. Anschließend schneiden sie die Einzelteile zu und verbinden sie durch Nähen, Kleben oder Schweißen.

Die Ausbildung wird in der Industrie angeboten und dauert zwei Jahre. Im Vorgängerberuf entschieden sich die Ausbildungsbetriebe überwiegend für Azubis mit mittlerer Reife.

 

Textil- und Modeschneider/in

Der neugeordnete Ausbildungsberuf ersetzt den bisherigen Ausbildungsberuf Modeschneider/in. Während Ausbildungsinhalte im Bereich der industriellen Serienproduktion gekürzt wurden, sind ein paar neue Ausbildungsinhalte dazugekommen.

Hierzu gehören beispielsweise die Fügetechniken Kleben und Schweißen, die technische Kommunikation, die Kundenorientierung oder Geschäftsbeziehungen auf internationaler Ebene.

Textil- und Modeschneider stellen Modelle und Prototypen von Bekleidung und anderen Textilien her, die anschließend als Kollektion oder in Serie gefertigt werden sollen. Je nach Tätigkeitsschwerpunkt beschäftigen sie sich hauptsächlich damit, die Prototypen zu optimieren, die einzelnen Produktionsschritte zu planen oder die Serienfertigung vorzubereiten.

Daneben gehören logistische Aufgaben in ihren Zuständigkeitsbereich. Hier kümmern sich Textil- und Modenäher um die fachgerechte Lagerung der textilen Erzeugnisse und machen diese versandfertig.

Die Ausbildung findet in der Industrie statt und dauert drei Jahre. Im dritten Ausbildungsjahr erfolgt eine Spezialisierung im Schwerpunkt „Prototypen und Serienfertigung“, „Arbeitsvorbereitung und Qualitätsprüfung“ oder „Schnitttechnik“. Im Vorgängerberuf wurden hauptsächlich Azubis mit mittlerer Reife eingestellt.

Hat ein Azubi die Ausbildung als Textil- und Modenäher/in erfolgreich abgeschlossen, kann die Ausbildung angerechnet werden. In diesem Fall müsste der Azubi dann nur noch das dritte Ausbildungsjahr mit der Spezialisierung in einem der drei möglichen Schwerpunkte absolvieren.

 

Werksteinhersteller/in

Werksteinhersteller setzen Betonmischungen mit verschiedenen Zuschlagstoffen an, um daraus Betonsteine, Verbundsteine oder künstliche Steine herzustellen. Die Betonmischungen füllen sie in Schalungen und Formen und verstärken sie je nach Produkt mit Stahl-, Edelstahl- oder Kunststoffbewehungen.

Teilweise stellen Werksteinhersteller auch die Gießformen und Schalungen selbst her. Sind die Betonmassen ausgehärtet, lösen Werksteinhersteller sie aus den Formen und behandeln die Oberflächen mit mechanischen, thermischen oder chemischen Methoden.

Die Montage der fertigen Bauteile vor Ort gehört ebenfalls zu ihrem Aufgabenbereich. Außerdem sind Werksteinhersteller der richtige Ansprechpartner, wenn es um Terrazzoböden geht. Je nach Betrieb kümmern sich Werksteinhersteller auch um die Sanierung von Bauteilen aus Werk- und Natursteinen.

Die Ausbildung dauert drei Jahre und wird im Handwerk angeboten. Im Vorgängerberuf, dem Betonstein- und Terrazzohersteller, entschieden sich die Ausbildungsbetriebe meist für Azubis mit Hauptschulabschluss.

 

Weitere Neuerungen im Ausbildungsjahr 2015

Der Ausbildungsberuf Bergbautechnologe/in geht ebenfalls in einer neugeordneten Form an den Start. Die Ausbildungsinhalte selbst haben sich allerdings nicht verändert. Neuerungen gab es nur im Bereich der Prüfungen. Demnach gliedert sich die Abschlussprüfung in zwei Teile. Teil 1 findet am Ende des zweiten Ausbildungsjahres statt, Teil 2 schließt die Ausbildung ab.

Außerdem wurden zwei Ausbildungsverordnungen, die zunächst probeweise praktiziert wurden, mit Beginn des Ausbildungsjahres 2015 in Dauerrecht überführt. Dabei handelt es sich um die Ausbildungsberufe Musikfachhändler/in und Werkfeuerwehrmann/-frau.

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