Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Wenn sich das Schuljahr allmählich dem Ende nähert und die Schulabschlussprüfungen immer näher rücken, beginnt regelmäßig die Zeit, in der sich angehende Azubis auf die Suche nach einem Ausbildungsplatz machen. Für viele sind es dann auch die ersten richtigen Bewerbungen, die sie in diesem Zuge schreiben.

Um sich zu orientieren und sich den einen oder anderen Tipp abzuschauen, wird gerne auf Ratgeber und Vorlagen aus dem Internet oder aus Büchern zurückgegriffen. Die meisten dieser Bewerbungsmuster sind aber für Bewerber gedacht, die sich um einen Arbeitsplatz bewerben. Für angehende Azubis sind sie letztlich nicht geeignet.

Der folgende Beitrag erklärt, warum das so ist –
und verrät Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz:

Warum herkömmliche Bewerbungsvorlagen nur bedingt weiterhelfen

Natürlich ist es verständlich, wenn sich ein angehender Azubi an Bewerbungsvorlagen aus dem Internet oder aus Büchern orientiert. Schließlich hat er meist wenig Erfahrung beim Schreiben von Bewerbungen und weiß womöglich nicht so genau, worauf es ankommt und was alles in eine Bewerbung gehört. Allerdings werden ihm Bewerbungsmuster, die für Arbeitnehmer gedacht sind, nicht unbedingt weiterhelfen.

Dafür gibt es im Wesentlichen vier Gründe:

1. Im Unterschied zu einem Arbeitnehmer kann sich ein angehender Azubi normalerweise weder auf berufliche Qualifikationen und Fachwissen noch auf Berufspraxis berufen. Von einem angehenden Azubi wird aber auch nicht erwartet, dass er mit seinem Fachwissen und seiner praktischen Erfahrung überzeugt.

Bei ihm kommt es stattdessen vielmehr auf seine Motivation für den Ausbildungsberuf, auf seine individuellen Stärken und auf ihn als Person an. Daher sollten dies die Schwerpunkte bilden, auf denen sich die Bewerbung aufbaut.

2. Musterbewerbungen für Arbeitnehmer enthalten oft bestimmte Textbausteine und Standardformulierungen. Hinzu kommt ein eher eleganter, glatt geschliffener Sprachstil. Ein junger Erwachsener, der gerade die Schule beendet hat, würde sich so aber vermutlich nicht ausdrücken. Zudem geht die individuelle Note verloren, aber genau sie ist bei einer Bewerbung sehr wichtig.

Personaler ziehen persönliche Formulierungen im eigenen Stil grundsätzlich vor. Natürlich muss die Sprache verständlich sein und darf nicht zu sehr in die Umgangssprache abrutschen. Doch wenn der Bewerber in seinen eigenen Worten schildert, warum er den Ausbildungsplatz möchte, kann er wesentlich mehr Pluspunkte sammeln und überzeugender auftreten als durch vorgefertigte, oft nichtssagende Standard-Textbausteine.

3. Bei Bewerbungen für Arbeitnehmer liegt der Fokus auf dem bisherigen Werdegang. Deshalb werden Hobbys und private Interessen oft komplett weggelassen oder nur ganz am Rande erwähnt. Ein angehender Azubi kann aber genau mit solchen Infos punkten.

Natürlich sollte er auch auf gute schulische Leistungen, absolvierte Praktika und Neben- oder Ferienjobs eingehen. Aber die Hobbys und persönlichen Interessen sollten ebenfalls nicht unter den Tisch fallen. Der Personaler kann sich so nämlich ein besseres Bild vom Bewerber machen und außerdem weitere Stärken und Fähigkeiten, die sogenannten Soft Skills, daraus ableiten.

4. Arbeitnehmer, die sich um einen Job bewerben, sollten selbstbewusst auftreten. Schließlich haben sie dem Unternehmen auch etwas zu bieten. Angehende Azubis dürfen zwar auch selbstbewusst sein, sollten sich aber insgesamt etwas zurücknehmen.

Sie haben nämlich noch keine Karriere hinter sich und auch sonst meist keine besonderen Leistungen vorzuweisen, die ein zu sehr von sich überzeugtes Auftreten begründen würden.

Worauf es bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz ankommt

Eigentlich ist es gar nicht so schwer, eine überzeugende Bewerbung für einen Ausbildungsplatz zu verfassen.

So ist der Bewerber auf einem guten Weg, wenn er durch seine Bewerbung die folgenden Fragen beantwortet:

· Warum möchte ich gerade diesen Ausbildungsberuf ergreifen?

· Warum möchte ich meine Ausbildung bei diesem Unternehmen absolvieren?

· Was bringe ich mit und was zeichnet mich aus, das mich zum richtigen Azubi für den Beruf und das Unternehmen macht?

Viel mehr braucht es für eine gelungene Bewerbung prinzipiell nicht. Allerdings sollte der Bewerber beachten, dass es nicht nur auf die Inhalte ankommt. Auch das Gesamtpaket muss stimmen. Eine korrekte Rechtschreibung und Zeichensetzung sind daher ebenso Pflicht wie ordentliche Bewerbungsunterlagen ohne Knicke und Flecken.

3 Tipps für die Bewerbung um einen Ausbildungsplatz

Was die Bewerbung als solches angeht, haben sich folgende Tipps bewährt:

1. Rechtzeitig bewerben:

Die meisten Ausbildungen beginnen im September oder Oktober. Wenn der angehende Azubi erst im Mai oder Juni damit anfängt, erste Bewerbungen zu schreiben und zu verschicken, ist es oft schon zu spät.

Viele Unternehmen haben zu diesem Zeitpunkt ihre Ausbildungsplätze längst besetzt. Ratsam ist deshalb, schon weit vor dem geplanten Ausbildungsbeginn mit der Ausbildungsplatzsuche zu beginnen.

2. Formale Anforderungen abklären:

Je nach Ausbildungsberuf und Unternehmen müssen Azubis bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit sie die Ausbildung überhaupt absolvieren können. Bei diesen Voraussetzungen kann es sich um ein bestimmtes Alter, den notwendigen Schulabschluss, einen gewissen Notendurchschnitt, erforderliche Praktika, körperliche Anforderungen und ähnliche Kriterien handeln.

Der Bewerber sollte sich deshalb vorher informieren, welche Anforderungen er auf jeden Fall erfüllen muss. Auf diese Weise kann er sich Bewerbungen, die allein an formalen Anforderungen scheitern, sparen.

3. Die Bewerbungsmappe zusammenstellen:

Zu einer Bewerbung um einen Ausbildungsplatz gehört eine ordentliche Bewerbungsmappe einfach dazu. In die Bewerbungsmappe werden der Lebenslauf, Zeugnisse und Nachweise eingeheftet. Ein Deckblatt ist meistens überflüssig, denn der Lebenslauf eines angehenden Azubis ist ohnehin meist nicht sehr umfangreich, so dass die Angaben und das Bewerbungsfoto genug Platz haben.

Als Richtlinie gilt, dass der Lebenslauf eines angehenden Azubis maximal eine DIN A4- Seite lang sein sollte. Bei den Zeugnissen gehört das letzte Schulzeugnis auf jeden Fall in die Mappe. Ist dieses Zeugnis nicht ganz so gut ausgefallen, kann der Bewerber auch das vor- und das vorvorletzte Zeugnis dazulegen. Ansonsten reicht das letzte Zeugnis aus.

Hat der Azubi Nachweise über absolvierte Praktika, besuchte Kurse oder Ferien- und Nebenjobs, kann er diese ebenfalls hinzufügen. Allerdings sollte er sich auf die Nachweise beschränken, die wirklich etwas aussagen. Bei der Bewerbungsmappe kommt es nicht darauf an, dass sie möglichst dick ist, sondern dass sie relevante Infos liefert.

Fordert das Unternehmen weitere Unterlagen, beispielsweise ein Gesundheitsattest oder ein polizeiliches Führungszeugnis, gehören diese natürlich ebenfalls in die Mappe. Das Anschreiben, das höchstens eine Seite lang sein darf, wird nicht in die Bewerbungsmappe eingeheftet. Stattdessen wird es lose auf die Mappe gelegt.

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