Spartipps für Azubis

Spartipps für Azubis

 

Die Berufsausbildung ist nicht nur der Einstieg ins Arbeitsleben. Für viele Azubis beginnt nun auch die Zeit, in der sie zum ersten Mal ein richtiges, regelmäßiges Einkommen erzielen. Andererseits kommen auf viele Azubis nun auch neue Ausgaben zu. So müssen sie beispielsweise Versicherungsbeiträge bezahlen und die Fahrtkosten zur Ausbildungsstätte und Berufsschule aufbringen.

Außerdem wird es spätestens jetzt Zeit für ein eigenes Girokonto, auf das das Lehrlingsgehalt überwiesen wird. Ist der Ausbildungsplatz weiter entfernt, kann sogar der Auszug zu Hause anstehen.

Allerdings fällt das Azubi-Gehalt oft nicht allzu üppig aus. Damit das Geld nicht schon zur Monatsmitte alle ist, ist es wichtig, die Ausgaben im Blick zu behalten und sich sein Geld einigermaßen gut einzuteilen. Außerdem können Azubis ein paar Zuschüsse und Ermäßigungen in Anspruch nehmen.

 

Hier ein paar Spartipps für Azubis in der Übersicht!:

  1. Tipp: Prüfen, ob BAB möglich ist.

Fällt das Azubi-Gehalt recht überschaubar aus, kann der Azubi möglicherweise die sogenannte Berufsausbildungsbeihilfe, kurz BAB, bekommen. Sie muss bei der Arbeitsagentur beantragt werden.

Durch die BAB beteiligt sich die Arbeitsagentur unter anderem an der Miete und den Fahrtkosten. Ob ein Azubi Anspruch auf BAB hat, hängt von der Höhe seines Azubi-Gehalts und den Einkommensverhältnissen seiner Eltern ab. Einen ersten Überblick kann sich der Azubi durch den BAB-Rechner der Arbeitsagentur unter http://babrechner.arbeitsagentur.de/ verschaffen. Ausführliche Infos und Beratungsangebote hält die Arbeitsagentur bereit.

 

  1. Tipp: Kostenloses Girokonto eröffnen.

Die meisten Banken bieten für Schüler, Azubis und Studenten kostenfreie Girokonten. Girokonten für Jugendliche, die noch keine 18 Jahre alt sind, sind praktisch immer kostenlos. Ist der Azubi noch nicht volljährig, braucht er aber die Unterschrift seiner Eltern, um ein Konto eröffnen zu können. Zudem werden diese Konten normalerweise auf Guthabenbasis geführt.

Guthabenbasis bedeutet, dass der Azubi nur über das Geld verfügen kann, das auf dem Konto ist. Das Konto zu überziehen, ist nicht möglich. Allerdings sollte sich der Azubi die Bedingungen genau durchlesen. Oft bleiben die Girokonten nämlich nicht für immer kostenfrei.

Stattdessen erheben einige Banken Gebühren, wenn der Azubi 18 Jahre alt geworden ist oder wenn er seine Ausbildung abgeschlossen hat. Andere Banken verlangen Entgelte für die Kontoführung oder für Leistungen wie Überweisungen, Lastschriften, Kontoauszüge oder die Bankkarte, wenn die monatlichen Geldeingänge unter einer bestimmten Grenze bleiben. Damit es hier keine bösen Überraschungen gibt, sollte sich der Azubi also auch die späteren Konditionen anschauen.

 

  1. Tipp: Schülerausweis ausstellen lassen.

Ein Azubi kann beantragen, dass ihm seine Berufsschule einen Schülerausweis ausstellt. Legt er den Schülerausweis vor, kann er oft von Ermäßigungen profitieren. So kostet beispielsweise der Eintritt ins Schwimmbad weniger und auch bei anderen Freizeitaktivitäten und den Tickets für öffentliche Verkehrsmittel gibt es oft Schülertarife.

 

  1. Tipp: Spezielle Azubi-Tarife nutzen.

Viele Telekommunikations- und Mobilfunkanbieter haben spezielle Tarifmodelle für Azubis und Studenten im Angebot. Diese Tarife sind meist preiswerter als normale Tarifmodelle mit vergleichbarem Leistungsumfang. Allerdings werden die Spezialtarife oft nicht gezielt beworben.

Der Azubi sollte deshalb nachfragen und immer die Angebote mehrerer Anbieter miteinander vergleichen. Sondertarife gibt es außerdem auch oft bei Zeitungs- und Zeitschriftenabos.

Eine andere Möglichkeit sind kostenfreie Probeabos. Hier kann der Azubi die jeweilige Zeitung oder die Zeitschrift eine gewisse Zeit lang sogar komplett kostenfrei lesen. Wichtig ist aber, das Probeabo rechtzeitig zu kündigen, denn andernfalls entsteht ein kostenpflichtiger Vertrag.

 

  1. Tipp: Nur notwendige Versicherungen abschließen.

Für die Sozialversicherungen, also beispielsweise die Kranken- und Pflegeversicherung, muss der Azubi in Zukunft selbst aufkommen. Um die Beitragszahlungen muss er sich aber nicht kümmern, denn die Beiträge zieht sein Ausbildungsbetrieb vom Lehrlingsgehalt ab, stockt sie um den Arbeitgeberanteil auf und leitet sie automatisch an die zuständigen Stellen weiter.

Die Beitragssätze sind bei allen gesetzlichen Krankenkassen gleich. Einige erheben aber Zusatzbeiträge. Es kann sich also durchaus lohnen, die Kosten und die Leistungspakete der Krankenkassen zu prüfen. Private Krankenzusatzversicherungen braucht ein Azubi normalerweise nicht. Viele Anbieter haben zwar spezielle Tarife für Azubis und Studenten.

Allerdings ist die medizinische Versorgung durch die sogenannte Standardversorgung ausreichend sichergestellt. Zudem profitieren die meisten Azubis wegen ihres geringen Einkommens von den Härtefallregelungen. Dadurch müssen sie beispielsweise beim Zahnersatz ohnehin keine oder nur geringe Zuschüsse leisten. Sinnvoll kann lediglich eine Auslandskrankenversicherung sein.

Nicht ganz billig, aber trotzdem sehr empfehlenswert ist eine Berufsunfähigkeitsversicherung. Sollte der Azubi nämlich schwer erkranken oder einen Unfall haben und infolgedessen nicht mehr arbeiten können, hat er in aller Regel noch keinen Anspruch auf Leistungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung.

Eine Unfallversicherung ist kostengünstiger, deckt dafür aber auch nur Berufsunfähigkeit oder Invalidität als Folgen eines Unfalls ab. Die Unfallversicherung ist deshalb nur dann eine sinnvolle Alternative, wenn der Azubi keine Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen kann. Hat der Azubi ein eigenes Auto, braucht er außerdem eine Kfz-Haftpflichtversicherung. Ob er sie um eine Teil- oder Vollkaskoversicherung erweitern sollte, hängt vom Alter und Wert seines Autos ab.

Auf alle anderen Versicherungen kann der Azubi eigentlich verzichten. So ist eine private Haftpflichtversicherung zwar sehr wichtig, als Azubi ist er aber über die Versicherung seiner Eltern mitversichert. Auch bei der Hausrat- und der Rechtschutzversicherung ist ein Azubi oft über seine Eltern abgesichert. Hier lohnt sich also ein Blick in die Versicherungsbedingungen.

Eine Lebens- oder private Rentenversicherung ist zwar schön und gut, um sich etwas fürs Alter anzusparen. Je früher die Versicherung abgeschlossen wird, desto geringer sich auch die Beiträge. Allerdings sollte sich der Azubi genug Zeit nehmen, um die vielen verschiedenen Angebote zu prüfen. Schließlich läuft so ein Versicherungsvertrag mehrere Jahrzehnte lang. Außerdem reicht es aus, wenn der Azubi mit dem Sparen beginnt, wenn er ausgelernt hat und soviel verdient, dass am Monatsende überhaupt noch was zum Sparen übrig bleibt.

 

  1. Tipp: VL oder Betriebsrente in Anspruch nehmen.

In manchen Ausbildungsverträgen findet sich der Hinweis auf Vermögenswirksame Leistungen, kurz VL. Nimmt der Azubi dieses Angebot seines Arbeitgebers in Anspruch, kann er sich nebenbei etwas Geld ansparen. Bei den VL bezahlen der Azubi und der Arbeitgeber jeden Monat einen bestimmten Betrag in ein Anlageprodukt ein.

Wie hoch die Zahlungen sind, hängt vom Produkt und den Vereinbarungen ab. Im Laufe der Zeit kommt so aber ein nettes Sümmchen zusammen. Eine andere Möglichkeit kann eine betriebliche Altersvorsorge sein. Hierbei behält der Ausbildungsbetrieb einen kleinen Teil des Lehrlingsgehalts ein und legt es für den Azubi an.

Wechselt der Azubi später einmal den Arbeitgeber, kann er sein bis dahin angespartes Guthaben mitnehmen und den Vertrag bei seinem neuen Arbeitgeber oder in Eigenregie weiterführen. Im Alter erhält der Azubi dann eine Zusatzrente. Genaue Infos zu den VL und der betrieblichen Altersvorsorge erhält der Azubi von seinem Ausbildungsbetrieb.

 

  1. Tipp: Günstig einkaufen und Ausgaben im Blick haben.

Wenn der Azubi einkaufen geht, sollte er nach Angeboten Ausschau halten. In jedem Supermarkt gibt es regelmäßig Sonderangebote in allen Sortimentsbereichen. Kauft der Azubi das Obst und Gemüse, das gerade Saison hat, kann er zusätzlich Geld sparen. Manchmal passiert es aber, dass das Geld einfach ausgeht.

Oft weiß der Azubi dann gar nicht so genau, wofür er es eigentlich ausgegeben hat. Gerade am Anfang, bis sich eine gewisse Routine eingestellt hat, kann es deshalb hilfreich sein, eine Art Haushaltsbuch zu führen. In dieses Buch trägt der Azubi ein, wie viel Einkommen ihm monatlich zur Verfügung steht.

Außerdem notiert er seine Fixkosten, also die laufenden Kosten, die jeden Monat anfallen. Hierzu gehören unter anderem die Miete, die Versicherungen, die Fahrtkosten, die Telefonkosten und die anderen Verträge. Rechnet der Azubi diese Posten gegeneinander, weiß er, wie viel Geld ihm für alles andere wie Lebensmittel, Klamotten und Freizeitaktivitäten übrig bleibt.

Schreibt der Azubi seine Einkäufe und Ausgaben nun regelmäßig auf, hat er schnell einen Überblick darüber, wofür er sein Geld so ausgibt. Gleichzeitig kann er ermitteln, an welchen Stellen er möglicherweise etwas sparen kann.

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