Erwartungen an Auszubildene

Welche Erwartungen werden an einen Auszubildenen gestellt? 

Ist die Entscheidung für einen Beruf gefallen und sind auch die ersten Informationen über die Unternehmen gesammelt, die eine Bewerbung erhalten sollten, kann die Suche nach einer Lehrstelle oder einem Arbeitsplatz beginnen, denn durch diese Vorbereitungen kann der Bewerber begründen, weshalb er sich gerade für diesen Beruf und bei diesem Unternehmen bewirbt.

Was viele jedoch nicht berücksichtigen, ist, dass die Unternehmen bestimmte Erwartungen an ihre Azubis und Mitarbeiter stellen, die die Grundlage für eine Zusammenarbeit bilden und diese überhaupt erst möglich machen.

Dabei geht es allerdings weniger um fachspezifische Kenntnisse und Fähigkeiten, die ja ohnehin erst während der Ausbildung und der Berufstätigkeit erworben werden, sondern vielmehr um grundlegende Punkte wie beispielsweise ein Mindestmaß an schulischer und allgemeiner Bildung, das Sozialverhalten sowie die Haltung und die Einstellungen.

Hier eine Liste und Übersicht mit den wichtigsten Anforderungen, die ein Azubildener/e und ein Mitarbeiter aus Sicht des Arbeitsgebers erfüllen müssen:

•        Teamgeist und Kooperationsbereitschaft.

Ein Unternehmen kann nur dann erfolgreich arbeiten, wenn alle an einem Strang ziehen. Deshalb ist es wichtig, mit anderen zusammenzuarbeiten, Informationen und Erfahrungen auszutauschen, Verbesserungsvorschläge zu machen und auch Kompromisse einzugehen.

•        Freundlichkeit.

Ein höfliches und freundliches Auftreten ist nicht nur im täglichen Umgang untereinander wichtig, sondern vor allem auch im Hinblick auf die Kontakte zu Kunden und Lieferanten.

•        Konflikt- und Kritikfähigkeit.

Natürlich kommt es immer wieder vor, dass unterschiedliche Meinungen aufeinandertreffen oder jemand einen Fehler macht. Wichtig ist aber, solche Situationen friedlich und konstruktiv zu lösen, was wiederum voraussetzt, dass der Azubi sachlich argumentieren kann und sich nicht gleich beleidigt zurückzieht oder gar aggressiv reagiert.

•        Toleranz.

In einem Unternehmen treffen unterschiedliche Menschen aufeinander, sowohl was ihre Herkunft als auch was ihre Haltungen betrifft. Natürlich darf und sollte jeder seine eigene Meinung haben, aber dabei auch die Meinungen und Eigenheiten anderer respektieren.

•        Zuverlässigkeit.

Der Arbeitgeber muss sich darauf verlassen können, dass die Aufgaben und Arbeiten, die er jemandem überträgt, auch tatsächlich verrichtet werden, ohne dass er dabei ständig kontrollieren oder überwachen muss.

•        Lern- und Leistungsbereitschaft.

Ein gewisses Maß an Motivation, Freude und Interesse sind Voraussetzungen für erfolgreiche Arbeit. Natürlich hat jeder mal einen Tag, an dem er weniger Lust hat, wer aber Arbeit und Beruf ausschließlich als notwendige Übel einstuft, hat schlechte Karten.

•        Ausdauer, Durchhaltevermögen und Belastbarkeit.

Im Berufsalltag kann sich niemand seine Arbeiten immer nur aussuchen, sondern muss auch mal Tätigkeiten verrichten, die ihm weniger liegen. Außerdem wird es immer wieder vorkommen, dass Fehler passieren oder der Azubi einfach nicht weiterkommt. Aber auch mit solchen Situationen muss man umgehen können!

•        Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit.

Gerade im Berufsalltag ist Nachlässigkeit fehl am Platze, denn durch schlampig ausgeführte Arbeiten können große Schäden und Verluste entstehen.

•        Konzentrationsfähigkeit.

Gewissenhafte Arbeit setzt voraus, dass sich der Azubi auf das konzentriert, was er gerade macht, unabhängig davon, ob er durch Kollegen, laute Geräusche oder ähnliches abgelenkt wird.

•        Verantwortungsbereitschaft und Selbstständigkeit.

Diese Werte müssen zwar reifen, aber grundsätzlich muss auch ein Azubi bereit sein, Verantwortung zu übernehmen und auch mal selbstständig handeln und denken können.

•        Kreativität und Flexibilität.

Beides sind wichtige Eigenschaften, wenn es darum geht, neue Aufgaben zu meistern und den Berufsalltag zu organisieren.

•        Die deutsche Sprache muss sicher sitzen, gesprochen und geschrieben.

Zu den Grundvoraussetzungen gehört, dass sich der Azubi klar und verständlich artikulieren kann, die Grammatik und Rechtschreibung beherrscht und die Unterschiede zwischen alltäglicher Umgangssprache, gehobener Sprache und Fachsprache erkennt.

•        Die grundlegenden Rechentechniken müssen ebenfalls beherrscht werden.

Hierzu gehören die Grundrechenarten, Dezimalzahlen und Brüche, Maßeinheiten, der Dreisatz und Prozentrechnungen, das Berechnen von Flächen, Volumen und Masse, Grundkenntnisse in der Geometrie und ein sicherer Umgang mit dem Taschenrechner.

•       

Grundkenntnisse in den Fächern Physik, Chemie, Biologie und Technik sowie Kenntnisse der wichtigsten Grundlagen wirtschaftlicher Zusammenhänge muss ein Azubi mitbringen.

•        Englisch ist neben Deutsch Basis für viele Gespräche in Unternehmen.

Insofern muss der Azubi sich auch auf Englisch verständlich machen und einfache Dialoge führen können.

•       

Da kaum ein Unternehmen ohne den Computer auskommt, müssen auch Grundlagenkenntnisse im Umgang mit dem PC vorhanden sein.

•        Außerdem muss ein gewisses Maß an Bildung vorhanden sein.

Hierzu gehört, dass der Azubi die wichtigsten Ereignisse der deutschen, der europäischen und der Weltgeschichte kennt, über gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen informiert ist, ethische Grundsätze benennen kann und über die Grundzüge der Weltreligionen sowie die religiösen und kulturellen Ursprünge unserer Kultur Bescheid weiß.

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