Azubis motivieren – 12 Tipps, 1. Teil

Azubis motivieren – 12 Tipps, 1. Teil

Die Azubis von heute sind die Fachkräfte von morgen. Das Unternehmen sollte seine Azubis deshalb motivieren, um sie so langfristig ans Unternehmen zu binden.

Natürlich muss ein Unternehmen Arbeit, Zeit und Geld investieren, wenn es Azubis ausbildet. Aber diese Investitionen zahlen sich aus. Denn mit den Azubis hat das Unternehmen Nachwuchskräfte in seinen Reihen, die es abgestimmt auf die eigenen Bedürfnisse qualifizieren kann.

Die jungen Azubis lernen von den erfahrenen Mitarbeitern, wodurch das Fachwissen erhalten bleibt und sich gleichzeitig weiterentwickelt. Allerdings geht der Plan nur auf, wenn es dem Unternehmen gelingt, die künftigen Fach- und Führungskräfte auch über die Lehrzeit hinaus für sich zu gewinnen.

Nur: Wie kann das Unternehmen seine Azubis motivieren und langfristig ans Unternehmen binden? In einem zweiteiligen Beitrag geben wir zwölf Tipps.

Hier ist der 1. Teil!

 

Tipp Nr. 1: Die Azubis gezielt fördern.

Die Azubis sind in aller Regel die jüngsten Mitarbeiter im Unternehmen. Sie stecken in einer Phase ihres Lebens, in der die Lernbereitschaft, die Aufnahmefähigkeit, das Potenzial für Weiterentwicklung, aber auch die Offenheit für Veränderungen und spontane Wechsel noch deutlich ausgeprägter ist als später.

Das Unternehmen ist deshalb gut beraten, wenn es die altersbedingten Besonderheiten als Stärken erkennt und gezielt fördert. Ist ein Azubi beispielsweise zurückhaltend oder zweifelt er an seiner Berufswahl, sollte ihn das Unternehmen nicht als demotiviert oder ungeeignet abstempeln. Stattdessen sollte das Unternehmen versuchen, diesen Azubi individuell zu unterstützen und zu stärken.

 

Tipp Nr. 2: Die Azubis in ihren Leistungen bestätigen.

Natürlich fehlt es einem Azubi noch an Fachwissen. Und selbstverständlich dauert es seine Zeit, bis sich der Azubi zu einem vollwertigen und selbstständigen Mitarbeiter entwickelt hat, der eigenverantwortlich Aufgaben übernehmen und Entscheidungen treffen kann.

Trotzdem sollte ihm das Unternehmen nicht ständig das Gefühl vermitteln, dass er noch nicht viel kann, ständig an die Hand genommen werden muss und nichts zu sagen hat. Damit die Motivation und die Leistungsbereitschaft erhalten bleiben, sollte der Azubi vielmehr für sich selbst feststellen können: “Ich gehöre zum Team. Meine Mitarbeit ist wichtig und wird wertgeschätzt, meine Fortschritte werden erkannt und gewürdigt.”

 

Tipp Nr. 3: Die Azubis früh ins Tagesgeschäft einbinden.

Das Unternehmen sollte dem Azubi so schnell wie möglich die Chance geben, sich im Tagesgeschäft zu beweisen. Allerdings sollte er dabei keinesfalls nur Aufgaben übertragen bekommen, die offensichtlich keine große Bedeutung haben oder bei denen nicht viel schiefgehen kann.

Denn wenn sich der Azubi keinen Herausforderungen stellen, keine Verantwortung übernehmen und keine Fehler machen kann, wird er sich auch nicht entwickeln können. Außerdem kann es schnell passieren, dass sich der Azubi unterfordert fühlt. Das wiederum macht es schwer, sich mit dem Arbeitgeber zu identifizieren und die Bereitschaft für eine langfristige Zusammenarbeit aufzubauen.

 

Tipp Nr. 4: Wertschätzung zeigen.

Mit den praktischen und den theoretischen Ausbildungsinhalten hat der Azubi schon viel um die Ohren. Ihn zusammen mit seinen Kollegen ständig zu irgendwelchen Schulungen und Seminaren, Weiterbildungen und anderen Motivationsmaßnahmen zu schicken, kann deshalb schnell zuviel des Guten sein. Trotzdem sollte der Azubi die gleiche Wertschätzung erfahren wie seine Kollegen.

Und dafür gibt es viele Möglichkeiten. So kann beispielsweise ein Schnupperpraktikum in einer anderen Abteilung dabei helfen, das Unternehmen besser kennenzulernen und die Unternehmensabläufe nachzuvollziehen. Der Ausbilder kann dem Azubi als Mentor zur Seite stehen und ihn im Arbeitsalltag begleiten.

Ein erfahrener Kollege kann den Azubi zu Geschäftsterminen mitnehmen und den Kunden vorstellen. Auch Trainingsprogramme, die allgemeine Fähigkeiten wie Teamfähigkeit, Kommunikation oder Zeitmanagement vermitteln, können dem Azubi weiterhelfen.

 

Tipp Nr. 5: Klare Ziele definieren.

Der Ausbilder sollte zusammen mit dem Azubi einen Plan ausarbeiten, der die Tages-, die Wochen- und die Monatsaufgaben enthält und gleichzeitig konkrete Ziele definiert. Dass sowohl die Aufgaben als auch die Ziele mit dem aktuellen Kenntnisstand, den vorhandenen Ressourcen und der verfügbaren Zeit vereinbar und zu schaffen sein müssen, versteht sich von selbst.

Ideal ist, wenn die Ziele so gesteckt sind, dass der Azubi einerseits Neues lernt und Lernfortschritte bei ausbildungsrelevanten Themen machen und andererseits eine gewisse Routine bei Standardaufgaben aufbauen kann.

Im Verlauf der Ausbildung sollte dann regelmäßig überprüft werden, ob die Ausrichtung noch stimmt oder ob die Anforderungen und Erwartungen nachjustiert werden müssen. Das Berichtsheft und Gespräche sind hierbei die Mittel der Wahl. Natürlich ist eine derart intensive Betreuung etwas zeitaufwändiger. Aber sie stellt sicher, dass der Azubi weder über- noch unterfordert ist. In der Folge lassen sich auch Stress und eine zunehmend schwindende Motivation vermeiden.

 

Tipp Nr. 6: Hilfsarbeiten und Zwischenaufgaben richtig vermitteln.

Kaffee kochen, Büromaterialien verräumen, Briefe eintüten, Botengänge erledigen, einen Konferenzraum vorbereiten oder die Pflanzen im Büro gießen: Solche Aufgaben werden gerne mal an den Azubi abgegeben. Und grundsätzlich ist dagegen auch nichts einzuwenden.

Allerdings kommt es immer auf das richtige Maß und auf die Art und Weise an. Wenn der Azubi das Gefühl hat, dass er für jeden x-beliebigen Kollegen das Dienstmädchen spielen soll, wird sich das negativ auf seine Motivation auswirken. Wird ihm hingegen von Anfang an vermittelt, dass auch solche Zusatzaufgaben zum Berufsalltag gehören und ihn seinem Ausbildungsziel ebenfalls näherbringen, sieht die Sache schon ganz anders aus.

Auch bei den vermeintlichen Hilfsarbeiten feilt der Azubi schließlich an Soft Skills wie Zuverlässigkeit, Sorgfalt, Konzentrationsvermögen oder einer strukturierten Arbeitsweise. Entscheidend ist also, dass das Unternehmen dem Azubi vermittelt, dass und warum auch solche Aufgaben wichtig sind. Zudem sollten die Kollegen mit gutem Beispiel vorangehen und gelegentlich mit anpacken.

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