Aktuelle Liste: 2jährige Ausbildungsberufe, Teil I

Aktuelle Liste: 2jährige Ausbildungsberufe, Teil I

Die meisten Ausbildungsberufe sehen eine reguläre Ausbildungsdauer von drei Jahren vor, bei einigen Berufen dauert die Ausbildung sogar 3,5 Jahre. Auf der anderen Seite gibt es aber auch Ausbildungsberufe, bei denen die Ausbildung schon nach zwei Jahren beendet ist.

Bringt der Azubi entsprechende Vorkenntnisse mit oder sind seine Leistungen sehr gut, kann er seinen Berufsabschluss sogar noch schneller in der Tasche haben.

Andersherum kann er auch ein weiteres Ausbildungsjahr dranhängen und sich so für einen weiteren Beruf qualifizieren. Das Besondere an den 2-jährigen Ausbildungsberufen ist aber nicht nur die kürzere Ausbildungszeit, sondern vor allem der höhere Praxisanteil. Die Theorie nimmt weniger Raum ein. Deshalb kann ein Beruf mit einer zweijährigen Ausbildungsdauer für diejenigen ideal sein, die ihre Interessen und ihre Stärken in der Praxis haben.

Azubis, die sich mit der Theorie eher schwertun, dafür aber gute praktische Fertigkeiten mitbringen, können somit in einem zweijährigen Ausbildungsberuf prima aufgehoben sein. Aber welche Berufe gibt es überhaupt?

In einer mehrteiligen Reihe stellen wir die 2-jährigen Ausbildungsberufe vor.

Hier ist Teil I. :

Änderungsschneider/in

Änderungsschneider sind immer dann gefragt, wenn Textilien umgenäht, angepasst oder repariert werden sollen. Dabei arbeiten Änderungsschneider sowohl mit Kleidungsstücken als auch mit Heimtextilen wie beispielsweise Gardinen und Vorhängen. Zunächst nehmen Änderungsschneider die Kundenaufträge entgegen, beraten die Kunden über die Änderungsmöglichkeiten und informieren sie über die voraussichtlichen Kosten. Anschließend führen die sie abgesprochenen Näharbeiten aus, meist per Nähmaschine, manchmal aber auch von Hand. Die fertige Näharbeit übergeben sie an die Kunden und nehmen die Bezahlung entgegen.

Zu ihren Aufgaben gehört außerdem, die Nähmaschinen zu pflegen und dafür zu sorgen, dass die benötigten Materialien und Utensilien in ausreichender Menge vorhanden sind.

Änderungsschneider arbeiten in Änderungsschneidereien, bei Maßschneidern und in Geschäften mit eigener Änderungsschneiderei. Daneben bieten Hersteller von Textilien Arbeitsplätze.

Die Ausbildung wird in der Industrie und im Handwerk angeboten, sie ist aber auch als schulische Ausbildung möglich. Durch eine darauf aufbauende Ausbildung kann eine Qualifizierung als Maßschneider/in und Modeschneider/in erworben werden.

Ausbaufacharbeiter/in

Ausbaufacharbeiter sind für den Innenausbau von Gebäuden zuständig. Zunächst richten sie dabei die Baustelle ein und bereiten die Materialien vor, die sie für ihre Arbeiten benötigen. Welche Tätigkeiten und Arbeiten sie konkret übernehmen, hängt von ihrem beruflichen Schwerpunkt ab.

Neben Zimmer- und Stuckarbeiten, der Montage von Trockenbauelementen oder dem Einbau von Dämmmaterialien kommen auch Estrich- und Fliesenarbeiten in Frage. Transport- und Nachbesserungsarbeiten gehören in allen Tätigkeitsbereichen zum Aufgabenspektrum.

Ausbaufacharbeiter sind in erster Linie in Handwerks- und Industriebetrieben des Ausbaugewerbes tätig. Die Ausbildung kann in der Industrie, im Handwerk oder als schulische Ausbildung absolviert werden und wird mit den Schwerpunkten

· Estricharbeiten,
· Fliesen-, Platten- und Mosaikarbeiten,
· Stuckateurarbeiten,
· Trockenbauarbeiten,
· Wärme-, Kälte- und Schallschutzarbeiten oder
· Zimmerarbeitenangeboten.

Je nach gewähltem Schwerpunkt kann die Ausbildung dann durch eine Aufbauausbildung zum/r Estrichleger/in, Fliesen-, Platten- und Mosaikleger/in, Stuckateur/in, Trockenbaumonteur/in, Wärme-, Kälte- und Schallschutzisolierer/in oder Zimmerer/Zimmerin ergänzt werden.

Bauten- und Objektbeschichter/in

Bauten- und Objektbeschichter sind Fachleute für die Gestaltung von Innen- und Außenflächen an Gebäuden und anderen Objekten. Dabei bereiten sie den Untergrund zunächst vor und bringen anschließend eine Beschichtung aus mineralischen Baustoffen, Kunststoff, Holz oder Metall auf.

Sie erledigen Putzarbeiten, verlegen verschiedene Beläge auf Wänden, Decken und Boden, bauen Dämmstoffe ein und montieren Trockenbauelemente und Wärmeverbundsysteme. Das Ausmessen der Flächen, die Berechnung des Materialbedarfs und das Einrichten ihres Arbeitsplatzes gehört ebenfalls zu ihren Aufgaben.

Je nach Arbeitsauftrag arbeiten Bauten- und Objektbeschichter mitunter auf Hebebühnen und Gerüsten.

Als Arbeitgeber für Bauten- und Objektbeschichter kommen in erster Linie handwerkliche Maler- und Lackierbetriebe, Unternehmen im Bereich der Bodenbeschichtungstechnik, das Stuckateurgewerbe und der Trockenbau in Frage. Aber auch der Hochbau und hier vor allem der Fassadenbau bieten Arbeitsplätze.

Die Ausbildung wird im Handwerk angeboten und ist auch als schulische Ausbildung möglich. Durch eine aufbauende Ausbildung kann ein Berufsabschluss als Maler/in und Lackierer/in mit der Fachrichtung Gestaltung und Instandhaltung, Kirchenmalerei und Denkmalpflege oder Bauten- und Korrosionsschutz erzielt werden.

Berg- und Maschinenmann/Berg- und Maschinenfrau

Berg- und Maschinenleute sind im Bergbau tätig. Auch die Ausbildung wird im Bergbau angeboten, wobei zwei Fachrichtungen zur Auswahl stehen. Die Aufgabenbereiche und Tätigkeiten ergeben sich dann aus der gewählten Fachrichtung.

Berg- und Maschinenleute der Fachrichtung Transport und Instandhaltung montieren und bedienen Transport- und Fördereinrichtungen. Sie verlegen Leitungen, sichern die unter und über Tage eingebauten Einrichtungen und halten sie in instand. Sofern es notwendig ist, kümmern sich Berg- und Maschinenleute auch um die Demontage der Transport- und Fördereinrichtungen.

Berg- und Maschinenleute der Fachrichtung Vortrieb und Gewinnung wirken zum einen am Bau von Schächten und Stollen mit. Dabei führen sie Vortriebsmaschinen, bereiten Sprengungen vor, kümmern sich um die Absicherung von Schachtwänden und bauen Belüftungseinrichtungen ein. Zum anderen gehört der Abbau von Rohstoffen zu ihrem Aufgabenbereich.

Hier bedienen und warten sie Abbaumaschinen und kümmern sich um den Abtransport der gewonnenen Rohstoffe. Arbeitsplätze finden Berg- und Maschinenleute beider Fachrichtungen im Stein-, im Braunkohle- und im Erzbergbau. Auch Bergwerke, die beispielsweise Flussspat, Kies, Salz, Sand oder Ton abbauen, kommen als Arbeitgeber in Frage. Daneben können Berg- und Maschinenleute im Schachtbau und bei Herstellern von Bergwerksmaschinen arbeiten.

Chemielaborjungwerker/in

Chemielaborjungwerker kommen zum Einsatz, wenn chemische Laboruntersuchungen und physikalisch-chemische Versuchsreihen durchgeführt werden. Sie bereiten die Versuchsanordnungen vor, entnehmen Proben, setzen Lösungen an und führen Messungen durch.

Sie überwachen die Versuchsabläufe, dokumentieren die Ergebnisse und werten die Versuche aus. Routineuntersuchungen erledigen sie selbstständig. Bei komplexeren Versuchen arbeiten sie den Chemikern zu.

Arbeitsplätze finden Chemielaborjungwerker vor allem bei Unternehmen der Chemieindustrie. Daneben bieten die Pharmaindustrie und Hersteller von Lacken und Farben Beschäftigungsmöglichkeiten. Die Ausbildung wird in der Industrie angeboten.

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